TGA-Planung › Aus- und Weiterbildung für die TGA-Planung
Aus- und Weiterbildung für die TGA-Planung
Reihe 5 · 32 Folgen · Zuletzt aktualisiert:
Weiterbildung in der TGA-Planung umfasst Hochschulstudium, TGA-Ausbildung zum technischen Systemplaner, Quereinstieg sowie berufsbegleitende Fortbildung und Mentoring. Im Zentrum steht maßgeschneiderte Weiterbildung für TGA-Fachplaner und alle Büro-Rollen – Projektleitung, Fachkoordination, Fachplanung, Systemplanung und Bauüberwachung –, ergänzt um Nachwuchsgewinnung, damit Berufseinsteiger der Haustechnik praxistauglich werden und nicht ins kalte Wasser geworfen werden.
Weiterbildung entscheidet darüber, ob die TGA-Planung genügend qualifizierten Nachwuchs findet und ob Berufseinsteiger praxistauglich werden. Die Branche kämpft mit fehlendem Nachwuchs, weil das Berufsbild unbekannt und der Begriff TGA (im Alltag auch Haustechnik genannt) wenig attraktiv ist. Gleichzeitig gibt es Weiterbildung für TGA-Fachplaner bislang kaum maßgeschneidert – ein Grund, warum strukturierte Programme, Fortbildung, Mentoring und ein klares Rollenverständnis immer wichtiger werden.
Die Folgen decken die ganze Lernkette ab: vom Hochschulstudium (etwa der Bachelor „Technische Gebäudeausrüstung mit Digitaler Infrastruktur" an der HafenCity Universität Hamburg) über die TGA-Ausbildung zum technischen Systemplaner und den Quereinstieg bis zu berufsbegleitenden Seminaren. Strukturierte Mentoring-Programme – zwölf Trainings über zwölf Monate – machen junge Projektleitende fit in Leistungsbildern, Schnittstellen, Kostenplanung, Nachträgen, BIM und agilem Projektmanagement, begleitet von einem gedruckten Weißbuch der Projektleitung.
Inhaltlich reicht das Spektrum der TGA-Weiterbildung von stabilem und agilem Projektmanagement über BIM-Fachkoordination, Kapazitäts- und Zeitmanagement bis zur Abgrenzung von Bauüberwachung und Bauleitung. Hinzu kommen Praxis-Tipps für junge Projektleitende und Bauüberwachende, Junior-Projektleitung als eigene Rolle sowie der Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Planungsbüros – getragen von der tgabar e.V., die Forschung und Ausbildung in der TGA-Planung zu ihrem zentralen Vereinszweck macht.
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Häufige Fragen zum Thema
Welche Weiterbildung gibt es für TGA-Fachplaner?
Weiterbildung für TGA-Fachplaner gibt es bislang kaum maßgeschneidert. Die tgabar e.V. hat daher ein gemeinnütziges Berufsbildungsprogramm mit zwölf Online-Trainings aufgesetzt – herstellerneutral und offen für Projektleitende, Fach- und Systemplanende, Fachkoordinierende sowie Bauüberwachende. Themen reichen vom perfekten TGA-Projekt über Kapazitätsplanung und Fachkoordination bis zu Bauüberwachung und Gebäudeautomation.
Wie funktioniert ein Mentoring-Programm als TGA-Weiterbildung?
Das Mentoring-Programm ist als strukturierte Folge angelegt: zwölf Trainings über zwölf Monate, in denen erfahrene Mentoren junge Projektleitende schulen. Inhalte sind Leistungsbilder, Schnittstellen, modernes und digitales Projektmanagement, BIM, Kostenplanung, Nachträge und kreislaufgerechte TGA – ergänzt durch ein gedrucktes Weißbuch der Projektleitung. So sollen Berufseinsteiger nicht mehr unvorbereitet ins kalte Wasser geworfen werden.
Wie wird man technischer Systemplaner in der TGA?
Der Weg führt über eine mehrjährige TGA-Ausbildung zum technischen Systemplaner, etwa mit Schwerpunkt elektrotechnische Systeme. Man konstruiert Bauteile in 3D, plant Lüftung, Heizung, Sanitär oder Elektrotechnik in BIM-Modelle hinein und prüft Trassen und Kollisionen. Viele steigen anschließend in die BIM-Koordination ein oder beginnen ein duales Studium.
Ist ein Quereinstieg in die TGA bzw. Haustechnik möglich?
Ja. Quereinstiege in die TGA – im Alltag oft Haustechnik genannt – sind über viele Wege möglich, etwa aus Gastronomie, Maschinenbau oder anderen technischen Ausbildungen. Entscheidend sind Technikbegeisterung, Praxis auf der Baustelle, das Lernen von erfahrenen Kollegen und Offenheit für Rollen wie Fachplanung, Systemplanung oder Bauleitung. Auch Studienabbrecher lassen sich gezielt in verwandte Ausbildungsberufe wie die Technische Systemplanung überführen.
Was lehren Hochschulen heute in der TGA-Planung?
Neben klassischen TGA-Grundlagen rücken digitale Themen in den Vordergrund. Der Studiengang „Technische Gebäudeausrüstung mit Digitaler Infrastruktur" an der HafenCity Universität Hamburg verbindet die Gewerke mit Automatisierung, Sensorik, Simulation, Machine Learning und KI-Integration. Ziel ist ein neues Berufsbild, das Smart Buildings, Quartiere und Smart Cities planen kann.
Warum fehlt der TGA-Branche Nachwuchs und wie lässt er sich gewinnen?
Das Berufsbild ist unbekannt und der Begriff TGA wenig attraktiv. Hebel sind: junge Menschen früh über kurze, digitale Reels auf Social Media begeistern, Gebäudetechnik früher in den Studien-Curricula verankern, Schülerinnen und Schüler über Girls' Day und Praktika erreichen, duale Studiengänge stärken und die Sinnhaftigkeit der Energiewende sichtbar machen.
Welche Tipps gibt es für junge Projektleitende und Bauüberwachende?
Junge Projektleitende sollten den Ingenieurvertrag lesen und ein Leistungsdokument fortschreiben, sich früh Termine sichern, die Planung der Planung agil organisieren, eine Fachkoordination als Unterstützung suchen und monatlich nach Leistungsstand abrechnen. Bauüberwachende sollten Termine mit den Firmen abstimmen, vorausschauend Qualität sichern, Baukoordination als Sonderleistung verhandeln und digitale Tools einsetzen.
Worin unterscheiden sich Bauüberwachung und Bauleitung?
Bauüberwachung ist nicht Bauleitung. Die Koordination der ausführenden Firmen ist nach §4 VOB/B Aufgabe von Bauherr und Firmen, nicht des TGA-Fachplaners. Die HOAI-Bauüberwachung umfasst nur Qualitätssicherung und das Durchsetzen der Ausführungsplanung. Die Fachbauleitung nach Landesbauordnung betrifft Sicherheit und öffentlich-rechtliche Anforderungen und ist eine besondere Leistung außerhalb der HOAI.
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