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TGA-PlanungAus- und Weiterbildung für die TGA-PlanungFolge #214

tgabar · Bargespräche

Berufsbildung für TGA-Planende

Folge 21419.01.202415:22 minRoman Fritsches, Sören Janson
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Auf den Punkt

Die tgabar e.V. hat für 2024 ein gemeinnütziges Berufsbildungsprogramm mit zwölf Online-Trainings aufgesetzt, finanziert über den Mitgliedsbeitrag und offen für alle. Themen reichen vom perfekten TGA-Projekt über Kapazitätsplanung und Fachkoordination bis zu Bauüberwachung und Gebäudeautomation. Zielgruppen sind Projektleitende, Fach- und Systemplanende, Fachkoordinierende und Bauüberwachende.

Transkript

Woher kommt das Berufsbildungsprogramm der tgabar?

Roman: Herzlich willkommen an der TGA-Bar. Sören, wir sind heute zusammengekommen, um über ein Berufsbildungsprogramm zu sprechen, das wir jetzt aufgesetzt haben.

Sören: Von dem Verein, oder wo kommt das jetzt her?

Roman: Wir haben uns vorgenommen, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der Forschung und Wissenschaft fördert. Und wir haben uns vorgenommen, dass wir die Berufsbildung fördern. Das steht jetzt in unseren Statuten, das hat auch das Finanzamt gefordert. Eigentlich kommen wir genau da her — dumm, dass wir nicht selbst draufgekommen sind. Das Finanzamt Berlin hat uns dazu gebracht zu sagen: Warum macht ihr nicht auch offiziell gemeinnützig Berufsbildung? Vielen Dank für diesen guten Hinweis.

Roman: Und auch barrierefrei. Das Finanzamt hat gesagt: Ihr müsst alles, was ihr tut, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Ihr dürft einen Unkostenbeitrag für Nichtmitglieder nehmen, aber auch das, was nur Mitgliedern an Bildung zur Verfügung steht, muss theoretisch auch für Nichtmitglieder zugänglich sein.

Sören: Das wollen wir über den Mitgliedsbeitrag abholen.

Roman: Genau, wir finanzieren das darüber. Wir haben schon ein paar Trainer gefunden und zwölf Trainings für das Jahr 2024 aufgebaut. Wir hatten ja gesagt: barrierefrei. Die neue Website ist www.tgabar.de — noch müsst ihr das www davorschreiben. Die alte Website, die ohne www funktioniert, werde ich nochmal verlinken.

Was findet man auf der neuen Website?

Sören: Vom Layout ist sie sehr ähnlich, aber es gibt kleine feine Unterschiede. Die Farbgebung ist ähnlich, die Inhalte sind anders.

Roman: Die aktuelle ist www.tgabar.de. Da seht ihr viel tollere Bilder von uns allen und vor allem die Inhalte, die wir zum Teil schon auf der alten Website hatten — die Beiträge sind wieder dargestellt, auch die Arbeitshilfen, die ihr schon kennt. Die Schnittstände habe ich eingestellt: Die sind für jeden zum Download verfügbar und kommentierbar. Man kann sie öffnen, direkt kommentieren, wir bekommen die Kommentare und können das Dokument verbessern — nicht nur wir, sondern auch die Ersteller aus dem Verein, die Dokumente hochladen. Das finde ich einen coolen barrierefreien Austausch.

Sören: Und da haben wir das Thema Forschung und Standards ganz präsent als Ziel des Vereins nach vorne gebracht. Du sagst, es sind zwölf Veranstaltungen geplant. Auf der Internetseite finde ich, wo, wie, was?

Roman: Auf der ersten Website sehe ich uns bei der ISH in Frankfurt podcasten — die Gemeinschaft für TGA-Planung. Dann kann ich oben in der Mitte auf „Aus- und Weiterbildung" klicken, oder unten komme ich auch immer wieder hin. Über „Aus- und Weiterbildung" komme ich erst auf ein paar Bilder über die Lounge-Leitenden und danach auf eine Terminübersicht mit allen Weiterbildungen für 2024. Da geht es direkt los mit der Weiterbildung „Das perfekte TGA-Projekt".

Worum geht es im Training „Das perfekte TGA-Projekt"?

Roman: Ich fange ganz niedrigschwellig an. Das war eine unserer ersten Dreiteiler-Folgen des Podcasts — ich glaube Folge 11 bis 14. Was wir da festgestellt haben: Es gibt drei Leistungsphasen, die für eine gute, für die perfekte TGA-Planung besonders wichtig sind. Zum einen die Bedarfsplanung, also umgangssprachlich Leistungsphase Null. Dann der Entwurf. Und dann die Ausführungsplanung, die oft ein Problem darstellt — da gibt es viele Änderungen und Unklarheiten: Was ist WP1, WP2, WP3? Was bedeutet Werkplanung überhaupt? Was macht der Architekt, was der Fachplaner, was ich? Wer macht die Durchbrüche?

In der Ausführungsplanung gibt es immer wieder Missverständnisse, vor allem, weil der Entwurf schlecht war. Deshalb schauen wir uns den perfekten Entwurf an und fragen: Was muss passieren, damit der Entwurf so gut ist, dass alle zufrieden sind? Und wir springen zurück auf die Bedarfsplanung, die die Leistungsphase 2 mitdefiniert — wenn die schlecht ist, gibt es auch keine gute Leistungsphase 2. Diese drei Elemente würde ich in den Fokus stellen und zeigen, wie perfekte Bedarfsplanung, perfekter Entwurf und perfekte Ausführungsplanung aussehen könnten.

Sören: Sehr cool. Ich habe parallel nachgeguckt: Folge 11 bis 14. Alle, die sich darauf vorbereiten wollen, gerne die grünen Anfänge des Podcasts reinhören. Das perfekte TGA-Projekt wird jetzt im Zuge des Aus- und Weiterbildungsprogramms fortgeführt. Aber was sind weitere Themen?

Welche weiteren Trainings gibt es 2024?

Roman: Das perfekte TGA-Projekt passiert am 26. Januar — sehr kurzfristig. Es richtet sich an Projektleitende und Fachkoordinierende, vor allem Projektleitende sind die Fokusgruppe. Ich mache es zweimal im Jahr, einmal im Januar und einmal im Mai.

Die zweite Veranstaltung findet am 16. Februar statt. Das macht Stephen Kolling von der TGA ABC Akademie. Seine Zielgruppe sind Fach- und Systemplanende. Er hat ein spannendes Konzept: Er guckt sich jede Leistungsphase nach HOAI an und fragt, was rein muss und was rauskommt — Input und Output für die Leistungsphase, auf Dokument- und Systemebene für die verschiedenen Anlagen. Eine super Basis, um zu verstehen, was die HOAI von uns will. Jeder Berufsanfänger und Quereinsteiger hat mal die Frage: Was muss ich in welcher Leistungsphase, was kommt rein, was geht raus? Das macht er nicht nur einmal, sondern am 16. Februar, am 7. Juni und am 6. September. Wer die erste verpasst, kann die zweite machen, wer die verpasst, die dritte.

Dann kommt das Thema „Neun Geheimnisse der Kapazitätsplanung" — meine Titel sind immer ein bisschen hochtrabend — am 29. März. Alle reden über Kapazitätsplanung und die eigene ist ganz toll, bei uns macht das nur die Geschäftsführung und bei anderen alle. Kapazitätsplanung ist mega komplex und besteht für mich aus neun Elementen, die ich vorstellen und als Best Practice besprechen will: Kapazitätsplanung auf Projektebene, persönlicher Ebene, Unternehmensebene und nach Fristigkeit sortiert — kurz-, mittel-, langfristig. Das wird am 16. August wiederholt, wieder an einem Freitag, knapp vier, fünf Monate später.

Sören: Wow, klingt spannend.

Was bieten die Trainings zu Fachkoordination und Bauüberwachung?

Roman: Dann haben wir Reinhard gewinnen können. Er macht nochmal etwas zum Thema Fachkoordination — er ist unser akademischster Fachkoordinator. Er hat lange Fachkoordination bei 30 BIM-Projekten gemacht, ist jetzt Professor und hat den BIM-Prozess im VDI mitdefiniert. Er wird die Fachkoordinatoren schulen, die Grundlagen darstellen, den BIM-Prozess und vor allem die Rolle der Fachkoordination im BIM-Prozess. Das haben wir nicht nur einmal vor, sondern nochmal im November.

Dann das Thema Bauüberwachung der TGA. Da möchte ich mit Adrian ran, dass er den Unterschied zwischen Bauleitung und Bauüberwachung ausräumt, den wir alle machen. Ich habe heute einen spannenden Beitrag von Professor Fuchs bei LinkedIn gelesen: Er ist auch der Meinung, wir schulden keine Bauleitung als HOAI-Grundleistung, also keine Koordination der ausführenden Firmen, sondern eine Qualitätsprüfung und Qualitätsüberwachung der ausführenden Firmen. Diese Unterschiede gehen wir durch. Zielgruppe sind Bauüberwachende, vielleicht auch Projektleitende, die das gegenüber ihren Kunden erklären wollen. Empfohlen ist der 5. Juli.

Welche Trainings runden das Programm zur Gebäudeautomation ab?

Roman: Zum letzten Themenblock — das sind gleich zwei. Wir haben Professor Krödel vom IGT, dem Institut für Gebäudetechnologie, gewinnen können. Er stellt etwas vor, das für viel Verwirrung gesorgt hat: Es gibt verschiedene Vorgaben und Richtlinien, die alle den Bedarf für die Gebäudeautomation formulieren — VDI 6026, VDI 3814, das GEG. Alle wollen etwas in der Gebäudeautomation geregelt haben. Zielgruppe wären Fachplaner Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro, aber natürlich auch GA, um sich abzustimmen: Was schulden wir in welcher Leistungsphase Richtung Gebäudeautomation?

Sören: Damit machen wir einen ganz guten Bogen rund — ein geschlossenes Gesamtkonzept.

Roman: Professor Krödel macht am 11. Oktober noch ein zweites Seminar am gleichen Tag, ein Stündchen zum Thema Elektromobilität für Fachplaner, eher Richtung Elektrotechnik. Er erklärt, was das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz vorgibt — da steht konkret drin, was wir für Neubauten und Bestandsgebäude im Bereich Elektromobilität zu planen haben. Das wissen viele nicht.

Wie kann man teilnehmen und Mitglied werden?

Roman: Jeden Monat etwas zur Weiterbildung.

Sören: Für jeden ist etwas dabei. Werdet Mitglied des Vereins, unterstützt die Sache, die Satzung — findet ihr alles vorbereitet.

Roman: Wichtig: Wir sind noch nicht als Verein eingetragen. Die ersten beiden Veranstaltungen machen wir auf Vertrauen, dass ihr euch eintragt. Wir haben eine Warteliste für Mitglieder auf der Website — „Warteliste Mitgliedsantrag". Bitte füllt die aus. Sobald Finanzamt und Eintragung durch sind, tragen wir euch offiziell ein, und dann kommt die Rechnung für die erste Jahresmitgliedschaft. Für juristische Personen, also Ingenieurbüros, sind alle Teilnahmen mit bis zu fünf Personen aus dem Büro kostenfrei. Wenn man rechnet: zwölf Weiterbildungen à zweieinhalb Stunden — der Jahresbeitrag ist geringer als das, was man sonst für Fortbildung zahlt. Wir wollen praxisnah und barrierefrei Berufsbildung, Wissenschaft und Forschung voranbringen.

Roman: Geht auf www.tgabar.de, setzt das www davor, geht unter „Aus- und Weiterbildung" und findet im Google Kalender alle Termine, die wir besprochen haben, zum Herunterladen. Ein bisschen weiter unten stehen noch Infos zu den einzelnen Veranstaltungen. Dann machen wir die Bar zu und freuen uns, euch in der Berufsbildung zu sehen. Bis dann, ciao.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Was umfasst das Berufsbildungsprogramm der tgabar e.V. für 2024?

Zwölf Online-Trainings, finanziert über den Mitgliedsbeitrag und der Öffentlichkeit zugänglich. Themen sind unter anderem das perfekte TGA-Projekt, Leistungsphasen nach HOAI (Input/Output), die neun Geheimnisse der Kapazitätsplanung, Fachkoordination im BIM-Prozess, Bauüberwachung der TGA sowie Gebäudeautomation und Elektromobilität.

Welche Leistungsphasen sind laut tgabar für eine perfekte TGA-Planung besonders wichtig?

Drei: die Bedarfsplanung (umgangssprachlich Leistungsphase Null), der Entwurf und die Ausführungsplanung. Die Ausführungsplanung bereitet oft Probleme, meist weil der Entwurf schlecht war; und ein schlechter Bedarfsplan führt zu einer schlechten Leistungsphase 2.

Wie wird man Mitglied und was kostet die Teilnahme für Büros?

Über eine Warteliste beziehungsweise einen Mitgliedsantrag auf der Website www.tgabar.de. Für juristische Personen wie Ingenieurbüros sind alle Teilnahmen mit bis zu fünf Personen aus dem Büro kostenfrei; der Jahresbeitrag liegt unter den üblichen Fortbildungskosten.

Zitate

Wir wollen praxisnah, barrierefrei Berufsbildung und Wissenschaft und Forschung voranbringen."

Roman Fritsches

Wir schulden keine Bauleitung als HOAI-Grundleistung, sondern eine Qualitätsprüfung und Qualitätsüberwachung der ausführenden Firmen."

Roman Fritsches

Zahlen & Fakten

Die tgabar e.V. hat für das Jahr 2024 zwölf Trainings aufgebaut.

Für juristische Personen (Ingenieurbüros) sind alle Teilnahmen mit bis zu fünf Personen aus dem Büro kostenfrei.

Die zwölf Weiterbildungen dauern jeweils etwa zweieinhalb Stunden.

Glossar

Bauleitung vs. Bauüberwachung
Bauleitung meint die Koordination ausführender Firmen; als HOAI-Grundleistung schuldet der TGA-Planer laut Folge keine Bauleitung, sondern eine Qualitätsprüfung und Qualitätsüberwachung der ausführenden Firmen (Bauüberwachung).
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