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TGA-Planung › Ausbildung und Quereinstieg in die TGA-Planung › Folge #440

tgabar · Bargespräche

Was leistet der TGA-Studiengang der HCU für Hamburg?

Folge 44023.10.202647:10 minRoman FritschesGast: Tanja Skottke, Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow
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Auf den Punkt

Drei Jahre nach dem ersten Besuch sprechen HCU-Präsident Jörg Müller-Lietzkow und Studiengangsleiterin Tanja Skottke über den Studiengang TGA mit digitaler Infrastruktur: klassische TGA plus eine digitale Säule bis zu KI und Cybersecurity, ausgerichtet auf große Infrastrukturen und die Smart City. Die Jahrgänge wachsen von 10 auf 40; Hochschule und Planungsbüros wollen gemeinsam für mehr Nachwuchs sorgen.

Transkript

Was macht den Studiengang TGA mit digitaler Infrastruktur an der HCU besonders?

Roman: Moin, moin und herzlich willkommen an der tgabar. Ich bin heute wieder nicht alleine, ich bin hier mit Jörg und Tanja. Herzlich willkommen.

Tanja: Moin.

Jörg: Moin.

Roman: Man hört, wir sind in Hamburg. Die Möwen hört man gerade nicht, aber das Moin hat es auf jeden Fall verraten. Und wir sehen uns hier nicht zum ersten Mal: Wir sprechen über die HCU und über den Studiengang, über den wir schon vor drei Jahren gesprochen haben. Tanja, willst du dich zuerst vorstellen? Ladies first, und dann ist Jörg dran, würde ich sagen. Tanja, leg mal los.

Tanja: Ja, gerne, ich übernehme das Wort. Ich bin Tanja Skottke. Ich bin seit einem Jahr hier an der HCU und habe die Vertretungsprofessur für die allgemeine TGA und Bauphysik. Da wir über den Studiengang TGA mit digitaler Infrastruktur reden möchten: Vor einem Jahr habe ich auch die Leitung für diesen Studiengang übernommen. Ich koordiniere das jetzt mit den Studierenden und mit den Ansprechpartnerinnen.

Roman: Super, vielen Dank. Wir haben da auch schon mal mit den Studierenden gesprochen, aber wir haben auch schon mit dem Präsidenten gesprochen, und der ist jetzt wieder hier. Jörg, möchtest du weitermachen?

Jörg: Ja, erst mal vielen Dank, dass wir uns mal wieder an der Bar treffen. Da standen wir ja schon mal. Ich bin seit 2019 Präsident der HCU, einer Universität, die sich im Kern mit Baukunst und Metropolenentwicklung beschäftigt und natürlich prädestiniert ist, sich mit TGA auseinanderzusetzen. Als wir uns das erste Mal trafen, habe ich Blut und Wasser geschwitzt. Da kommen dann die Profis, und dieser Präsident, der aus dem Bereich der Digitalisierung kommt und Ökonom ist, hat mitgeholfen, einen Studiengang ins Leben zu rufen, von dem er am Anfang von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte. Aber dabei bleibe ich: Die Beschäftigung damit war damals total spektakulär. Ich habe viele Bücher darüber gelesen und bin ein richtiger Fan von diesem Projekt geworden. Ich habe immer gesagt: TGA muss nach vorn.

Dann sind wir damit rausgegangen und haben gesagt: Wir müssen es so machen, dass sich diese TGA von anderen TGA-Programmen in Deutschland differenziert. Denn es gibt wirklich ganz tolle TGA-Programme an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften; es wäre unfair zu sagen, die können das nicht. Und dann habe ich gefragt: Wo ist denn die Stärke der HCU? Zwei Dinge. Wir können auch größere Bauprojekte, größere Infrastrukturprojekte, die alle TGA benötigen. Wir reden ja nicht nur von TGA für das Einfamilienhaus oder den Mehrfamilienhausbereich, sondern von TGA für große Infrastrukturen. Und das Zweite ist, dass Digitalisierung heute im Grunde genommen in jede TGA-Planung mit hinein muss. Ohne digitale Infrastrukturen haben wir keine Zukunft. Das war, glaube ich, die Differenzierung, die wir bewusst nach vorne geschoben haben. Da können wir gleich noch mal drauf eingehen.

Roman: Das ist tatsächlich der Unterschied. Was ist da anders als in einer klassischen Versorgungstechnik? Tanja, was würdest du da hervorheben? Ein bisschen was haben wir schon gelernt, aber erzähl noch mal aus deiner Warte.

Tanja: Wir haben hier auch zwei Säulen aufgebaut. Wir machen einmal die ganz konventionelle TGA, also Wärme, Kälte, Lüftung, Energieversorgung. Das kommt klar vor. Aber wir haben festgestellt: Die Praxis da draußen braucht noch mehr. Deswegen gibt es die zweite, die digitale Säule, die wir ganz konsequent mit dazugenommen haben. Also nicht nur BIM, wie es viele andere Studiengänge auch machen, sondern wir fangen mit den ganz normalen Informatik-Grundlagen an. Darauf bauen wir auf, und es geht weiter mit Programmierung und Datenanalysen. Natürlich gibt es bei uns auch BIM. Es geht weiter mit Gebäudeautomation, Sensorik und vernetzten Systemen, KI ist ein Thema, und was nicht fehlen darf: das Thema Cybersecurity.

Roman: Ihr habt, entweder zufällig oder mit einer unglaublichen Weisheit, die Themen unserer Zeit damals schon erkannt und Entscheidungen getroffen, die euch jetzt, glaube ich, nach vorne bringen. Im Moment sehe ich in den Büros, dass alle am Vibe-Coden sind. Es gibt jetzt auch die Idee, einen Hackathon zu machen; darüber hatten wir schon mal gesprochen. Und TGA ist so viel Daten, so viel Informationen, die gut gehalten, gesammelt, ausgewertet und am Ende wieder genutzt werden müssen. Als hättet ihr vor Jahren schon geahnt, dass genau das Thema uns jetzt alle beschäftigt. Sehr spannend. Danke, dass ihr das gemacht habt.

Was bringt es, Architektur, Bauingenieurwesen und TGA unter einem Dach zu lehren?

Roman: Was mich noch interessieren würde, neben dieser Spezialisierung, Jörg, eine kurze Frage an dich: Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung, TGA, alles unter einem Dach der HCU. Was bringt das für Schnittstellen, die du als Bauhochschule nach vorne stellen würdest?

Jörg: Bevor wir gleich noch mal richtig auf das Digitale eingehen, weil es da noch ein bisschen mehr gibt: zwei Punkte. Erstens haben wir eine Architekturausbildung, im Norden, soweit ich das richtig sehe, die einzige universitäre. Ohne TGA funktioniert die beste Architektur nicht. Und wir haben eine Bauingenieurausbildung. Die gibt es in Hamburg mehrfach, auch an der TU und an der Universität der Bundeswehr. Dennoch sind unsere Bauingenieurinnen und Bauingenieure sehr klar darauf ausgerichtet, immer interdisziplinär zu denken. Das ist eine Besonderheit der HCU. Wir denken interdisziplinär, was sich im Lehraustausch nicht nur durch das Öffnen von Kursen zeigt, sondern darin, dass die Lehrenden sich wirklich auf die andere Fachdisziplin einlassen. Das ist schon sehr außergewöhnlich. Tanja ist zum Beispiel auch im Bereich der Architektur unterwegs, und das führt zu einem ganz anderen Miteinander als vielleicht an einer größeren Universität, wo man das sehr viel getrennter betrachtet.

Bei uns geht das auch in die anderen Programme weiter, die wir haben. Wir betrachten immer auch das Soziale und die Einbettung in die Gesellschaft mit, dafür haben wir Programme. Gleichzeitig haben wir die Vermessung. Wir integrieren die Programme wirklich immer in ein Gesamtgefüge. Das unterscheidet den HCU-Ansatz, glaube ich, von anderen Ansätzen: Die Studierenden machen nicht, wie an einer großen Uni, ein Studium generale, sondern haben bei uns ganz spezifische Programme dafür, die ihnen die Nachbardisziplinen vorstellen. Damit gehen sie mit einem ganz anderen Verständnis aus dem Programm heraus, können in der späteren Berufspraxis ganz anders in ihrer Argumentationslogik auftreten und denken und sind damit auch für potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber hochattraktiv. Das ist die Besonderheit der HCU.

Roman: Bevor wir in das Thema Digitalisierung einsteigen, du hattest es schon gesagt, das vergessen wir auf keinen Fall, möchte ich eine Sache noch kurz nach vorne stellen, weil sie für die TGA-Planenden, die hier zuhören, sehr interessant ist. Ihr habt auch einen Schwerpunkt Richtung Fernwärme, ihr habt den Wärmeatlas, mit Professor Weidlich [unsicher] und Peters [unsicher]. Ihr habt das Thema Datenstandards, Fassade und TGA von Professor Wellershoff [unsicher], also noch mal eine Schnittstelle, die in der Praxis hochinteressant ist. Das finde ich sehr spannend. Da habe ich wenig Einblick in die Mehrwerte, aber die sind da. Tanja, da bist du, glaube ich, selbst gut vernetzt. Vielleicht kannst du ein bisschen dazu berichten.

Tanja: Wir haben zum Beispiel das Modul Architekturprojekt. Das haben wir für mehrere Studienprogramme geöffnet: An diesem Modul können Architekturstudierende teilnehmen, Bauingenieurwesenstudierende und natürlich die TGA-Studierenden. Die drei arbeiten dann zusammen an einem Projekt und planen ein Gebäude durch. Jeder eigentlich in seinem Fachbereich, aber trotzdem müssen sie sich zusammensetzen, austauschen und das Gebäude einmal komplett durchplanen, bis sie es am Ende sogar einmal in der VR-Brille bilanzieren [unsicher]. So können wir am Ende des Semesters, wenn alles fertig ist, durch eine kleine, selbst geplante Stadt gehen, und jede Gruppe kann etwas zu ihren Gebäuden sagen. Die Gebäude sind vor dem Hintergrund der Architektur entworfen, sie sind von den Bauingenieurwesenstudierenden energieeffizient geplant, und die TGA-Studierenden beschäftigen sich mit dem gesamten TGA-Bereich. So lernen sie früh zusammenzuarbeiten und, wie Jörg gerade gesagt hat, früh schon Einblick in die anderen Programme zu bekommen: Wie denkt man da? Sodass es nachher im wirklichen Berufsleben viel einfacher ist, den anderen zu verstehen.

Roman: Das ist etwas, was wir gelernt haben und was in der Praxis eigentlich der ausschlaggebende Punkt ist: diese Regulationshindernisse, die wir immer wieder haben, weil wir die anderen nicht verstehen, weil wir nicht wissen, was sie brauchen, weil wir ihren Input nicht richtig einordnen können.

Warum gelingt die Wärmewende nur mit Digitalisierung?

Roman: Die Frage, die ich mir noch gestellt habe: Wir wissen schon ein bisschen, wer TGA mit DI studiert, die Studierenden haben wir kennengelernt. Was braucht denn die Stadt an der Stelle? Ich denke immer an die Wärmewende und frage mich, was wir da noch mehr tun müssten. Die qualifizierten Leute dafür kommen ja eigentlich von euch.

Tanja: Soll ich einmal? Ich bin auch Energieeffizienzexpertin. Mein Studium ist schon ein paar Tage her; ich habe auch Bauingenieurwesen studiert, das habe ich eingangs gar nicht gesagt. Ich habe eigentlich viel mehr Bauphysik gelernt, das war das Thema. Zur TGA haben wir gar nicht so viel gemacht, das musste ich mir selbst beibringen. Bei der ersten Wärmeschutzverordnung gab es ja auch nur die Gebäudehülle. Da ging es um die Bauphysik: Was verlieren wir über die Gebäudehülle an Energie? In den nächsten Jahren kam mit den Energieeinsparverordnungen auch das Thema TGA dazu, und seitdem ist die TGA gar nicht mehr wegzudenken. Wir haben festgestellt: Es ist nicht nur die Gebäudehülle, die wir optimieren müssen, um Energie einzusparen, sondern wir müssen auch die TGA mit hineinbringen und sie entsprechend planen, damit wir nicht die Energieverluste haben.

Wenn wir jetzt in die aktuellen Planungen gucken, wenn wir Gebäude planen, sehen wir: Die Klimaschutzziele, die wir haben, können wir nicht allein mit Gebäudehülle und einfacher TGA-Betrachtung lösen. Da muss mehr kommen. Und da sind wir beim Thema digital. Wir müssen die Sensorik mit hineinbringen. Da ist ja auch der einzelne Nutzer mit dabei, also das eigentliche Nutzerverhalten. Und dafür brauchen wir dann wieder das Digitale.

Roman: Verstehe. Das heißt: Wärmewende nur mithilfe von Digitalisierung. Das ist das, was ihr der Stadt mitbringt.

Tanja: Genau. Nur damit können wir das ja erreichen. Ich komme von der TU Dortmund und habe auch da an einem Lehrstuhl für TGA und Bauphysik gearbeitet. Aber da haben wir nur die Grundlagen zur TGA gelernt, ohne das Digitale. Ich sage mal so: Mit diesen Grundlagen wäre man nicht in der Lage, die Gebäude von heute zu planen, die wir brauchen, um diese Klimaschutzziele zu erreichen. Da muss noch viel mehr kommen.

Roman: Verstehe. Jörg, du wolltest schon etwas dazu sagen.

Jörg: Vielen Dank, Entschuldigung.

Roman: Nee, alles gut.

Jörg: Du hast das super erklärt, ich ergänze das nur ein bisschen. Ich komme ja nicht aus der TGA klassischer Natur, sondern habe von Hause aus eine Professur für Ökonomie und Digitalisierung. Man kann also schon sehen, wo mein Steckenpferd herkommt. Wir haben hier in Hamburg inzwischen das HAWIC [unsicher], das Hanseatic Wireless Innovation Competence Center [unsicher], und darin eingebettet das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft. Die TGA, die digitale Infrastruktur berücksichtigt, und das hat Tanja eben schon angesprochen, berücksichtigt drei Dinge.

Erstens schaffen wir eine digitale Infrastruktur in der Gesamtinfrastruktur, die es uns ermöglicht, auch für Mobilitätszwecke ganz andere Anwendungen möglich zu machen, und das vergessen die Leute immer. Wenn du überall nicht nur Fiber to the Home, also Glasfaser zu Hause, hast, sondern auch wirklich darüber hinausgehende Infrastrukturen nutzen kannst, inklusive vor allen Dingen Wireless Technologies, dann kannst du eine völlig andere Stadtgestaltung vornehmen. Bis hin zu City as a Service: Wie könnte in Zukunft eine Stadt funktionieren, wie zum Beispiel ein größeres Quartier? City as a Service ist erst möglich, wenn ich in der Infrastruktur die Grundlagen gelegt habe. Deshalb ist das für uns ein ganz wichtiger Aspekt.

Das Zweite: Wenn ich im Kontext der Smart Cities große zusammengeschlossene Dinge habe, Tanja sagt es ja eben auch mit der Sensorik, dann gilt natürlich auch der Umkehrschluss: Ich muss resiliente Systeme bauen. Wenn ich jedes einzelne Haus im Rahmen der Cybersecurity absichern wollte, wäre das unbezahlbar. Wir wollen das Bauen billiger und nicht teurer machen, haben wir mal irgendwo beschlossen. Das würde es teurer machen. Wenn man aber große Verbundstrukturen intelligent baut, die konnektionsfähig sind und die ich über generische Systeme absichern kann, dann habe ich beides: einerseits die Vorteile und andererseits trotzdem ein starkes, sicheres System.

Und das führt, das ist der dritte wichtige Aspekt, nicht dazu, dass wir anfangen, hier China-Social-Scoring zu betreiben, also die Leute bis ins Kleinste zu beobachten, was sie in ihren vier Wänden und auch sonst tun. Sondern wir schauen im Grunde genommen, dass wir die großen Versorgungssysteme anders ansteuern können. Machen wir es am konkreten Fall der Energieversorgung: Wenn wir die Rückkopplung aus den Haushalten haben, die Rückkopplung aus den Unternehmen, die alle diese Strukturen aufbauen, und die Rückkopplung, wann was benötigt wird, dann kann ich eine ganz andere, viel energieeffizientere Steuerung erreichen, die letzten Endes nicht nur CO2-Reduktion bedeutet, sondern im weitesten Sinne auch Ressourcen. Deshalb Digitalisierung, die natürlich auch Ressourcen verschlingt. Wir reden alle über KI, darüber können wir lange reden. Aber in der Energiebilanz und damit auch in der Ökobilanz geht es gar nicht anders, eine Reduktion herbeizuführen, als durch diese Investitionen in digitale Infrastrukturen. Deshalb haben wir damals gesagt: Wir wollen so weit gehen, dass wir die Smart City von morgen auch mitbauen. Und das habe ich dir damals schon erzählt, Roman: Wir versuchen weiterzublicken, inklusive möglicher Masterprogramme, die eher Smart City Engineering heißen als TGA Plus oder wie man es immer nennen könnte. Wir gehen dann einfach eine Ebene höher.

Woran forscht die HCU für die Smart City von morgen?

Roman: Finde ich super spannend. Gerade die HafenCity finde ich ein schönes Beispiel. Wir hatten dazu auch schon mal eine Folge aufgenommen. Eure Hochschule ist ja im Prinzip mit der HafenCity zusammengewachsen und entstanden. Wir haben gelernt, dass in der HafenCity die elektrische Leistung, die dort zur Verfügung steht, viel höher ist als das, was dort jemals verbraucht wurde, ungefähr dreimal so hoch. Das heißt: Wenn man schon echte Verbrauchsdaten für verschiedene Gebäude gehabt und vorher echte Simulationen gemacht hätte, hätte man sich ein Umspannwerk sparen können, das ziemlich teuer und ziemlich umständlich zu errichten war. Genau das, was du gerade sagst, Jörg, ist in der HafenCity eingetreten, weil man diese Daten noch nicht hatte und nicht nutzen konnte. Und genau das könnt ihr vermeiden, oder sogar noch einen Schritt weitergehen und mit der City as a Service, wie du sagtest, die Infrastruktur im Blick behalten und verbessern. Habt ihr andere Stadtentwicklungsprojekte, in die ihr schon hineingeht und in denen ihr mitforschen könnt? Die HafenCity ist ja fast fertig ausgebaut.

Jörg: Ich versuche das mal an einem Beispiel klarzumachen, das vielleicht nicht direkt im Studienprogramm ist, wofür wir später aber die Leute brauchen. Wir machen gerade ein Projekt, das heißt SBMOW [unsicher]. Hört sich total schräg an, fast schon wie TGA, ein bisschen schräg im Begriff. Da geht es darum, smarte Bausysteme und Brücken mit Wireless Technologies auszustatten. Die Frage ist: Wie können wir Brückenüberwachung vornehmen, vor allen Dingen eine Betonüberwachung, die nicht nur auf Sicht stattfindet? Vieles ist einfach nur eine Besichtigung pro Jahr, und Experten sagen, es könnte oder könnte nicht problematisch werden. Wir haben Technologien entwickelt, die künftig dauerhaft in die Infrastruktur eingebettet werden, als Selbstversorgersysteme über Solarzellen mit einer IoT-Lösung. Du hast eine Funkrückkopplung, über die Echtzeitdaten quasi aus dem Beton an einen Server geliefert werden. Dieser Server kann über eine KI auswerten, ob zum Beispiel ein Microbreach da ist, also ein Minibruch im Stahlbeton.

Das ist im Moment für Brücken konzipiert. Wenn man das weiterdenkt: Erstens kannst du besser und früher sanieren, du weißt also, wann du was tun musst. Und zweitens nachhaltiger sanieren, weil du dir damit viele Kosten von Abrissen und Neubau erst mal ersparen kannst. Übertragen wir das auf Gebäudeinfrastruktur, die letztendlich auch Stahlbeton ist: Da kann man künftig genau an derselben Stelle herangehen und sagen: Aha, wann müssen Sanierungsarbeiten erfolgen? Wann kann man den Menschen sagen: Hey du, es wäre gut, wenn du das jetzt tun würdest, weil sonst die Folgen die und die sind. Wir können dir frühzeitig Bescheid sagen, und die Kosten sind marginal im Vergleich zu dem, was du machen musst, wenn erst mal ein Wasserschaden eingetreten ist. Genau solche Dinge erforschen wir. Deshalb ist der TGA-Studiengang nicht nur als Studienprogramm gedacht, sondern wir betten ihn in die Forschung ein. Ich könnte noch sagen, dass auch Jörg Nönnig, der ja auch im Studiengang ist, zum Beispiel im Projekt Next Generation City Networking [unsicher], das wir machen, genau diese Erkenntnisse mit einfließen lässt. TGA ist also eine super Basis, um die Smart City von morgen zu bauen.

Roman: Total. Technische Gebäudeausrüstung, oder Gebäudeausrüstung, wäre bei euch tatsächlich auch noch mal ein Begriff, den man hinterfragen könnte. Ihr habt ja nicht nur TGA, sondern redet von technischer Ausrüstung für die ganze Stadt. Du sagtest aber: Wir müssen jetzt keine neuen fancy Begriffe erfinden, um uns noch attraktiver zu machen, sondern TGA ist bekannt und gesetzt. Deswegen ist sie auch der Backbone dieses Studiengangs. Diesen Backbone kennen wir als TGA-Planer alle, und die digitale Infrastruktur, die wir am Anfang kurz angerissen haben, beschreibt das, was obendrauf kommt. Du hast jetzt auch Projekte genannt. Das hilft mir total, um zu verstehen, was das Ziel ist und wie wir hinkommen.

Welche Grundlagen lernen die Studierenden zuerst?

Roman: Und das ist für mich die nächste Frage: Was lernen die Studierenden jetzt konkret, Tanja, um diese Smart City, die Service City sozusagen, zu planen? Was lernen sie über das hinaus, was die normale TGA als Backbone hat? Was bringen sie mit?

Tanja: Die Informatik hatten wir gerade schon: Grundlagen in der Informatik natürlich, damit sie überhaupt in diesen digitalen Bereich kommen. Aber auch die reine Bauphysik zum Beispiel, ganz normale Bauphysik-Vorlesungen, Ökonomie-Vorlesungen, Statik-Vorlesungen, um überhaupt ein Gebäude zu verstehen. Denn in den Bachelorstudiengängen fangen wir erst mal ein bisschen kleiner an. Damit wir nachher in das große Thema Smart City hineinkommen, muss man erst mal die Grundlagen verstehen. Wir fangen also wirklich erst mal mit dem Häuserverstehen an: Bauphysik, Tragkonstruktion, Ökonomie, natürlich Baustoffe. Mit solchen Grundlagen beschäftigen sich die Studierenden am Anfang.

Dann geht es weiter, zum Beispiel mit dem Architekturprojekt, das ich gerade genannt habe, in dem sie ein konkretes Gebäude wirklich einmal durchplanen: Welche Baustoffe setze ich da ein? Das ist dann wirklich mitten in einer Software: die Bauteilaufbauten planen, sodass sie sich damit auch wirklich mal auseinandergesetzt haben. Und es ist nicht einfach nur der Kalksandstein, den man mal auf dem Bild gesehen hat, oder der Beton, sondern sie setzen sich auch mit den Eigenschaften dieser Materialien auseinander.

Roman: Super wichtige Grundlagen.

Wie gewinnen Hochschule und Planungsbüros gemeinsam Nachwuchs?

Roman: Die Frage, die ich mir stelle: Wir als TGA-Planer im norddeutschen Raum sind natürlich sehr daran interessiert, Studierende von euch zu bekommen und bei uns als Berufseinsteiger anfangen zu lassen. Wie ist da im Moment eure Sichtweise? Wir haben mit vier von euren Studierenden gesprochen, und die sind eigentlich alle schon untergekommen, die haben alle schon ihre Büros. Ist das üblich? Haben die anderen Studierenden, die anfangen, eigentlich alle schon einen Nebenjob, bevor sie überhaupt richtig anfangen zu studieren?

Tanja: Viele haben schon Nebenjobs, das stimmt, auch tatsächlich im TGA-Bereich. Wir versuchen natürlich auch, während des Studiums Verbindungen zur TGA-Branche herzustellen. Du, Roman, kennst zum Beispiel die TGA-Talks. Ich erkläre es vielleicht kurz: Zweimal im Semester machen wir abends eine Veranstaltung, die sich TGA-Talks nennt. Da kommen Referenten aus der TGA-Branche und stellen Projekte vor. Das ist für die Studierenden schön, um mal etwas aus der Praxis zu sehen. Klar versuchen wir auch, Praxis zu vermitteln, aber es ist noch mal viel schöner, wenn das wirklich jemand aus der Praxis macht. Die Pausen nutzen die Studierenden dann auch gerne, um die Referenten oder auch die Personen aus der TGA-Branche, die die Referenten mitbringen, kennenzulernen. Und auch da sind schon einige Werkstudentenverträge zustande gekommen.

Roman: Das habe ich live mitbekommen. Nach der Veranstaltung gingen die Gespräche los, und ich sah schon die Arbeitsverträge durch den Raum fliegen und die Stifte dazu gereicht werden. Da haben wir ein gemeinsames Ziel. Wir suchen genau wie ihr begeisterte Schüler und gute Schülerinnen. Wir hatten schon wahnsinnig viele Ideen und sind über die tgabar auch super aktiv. Wir waren dieses Jahr bei der IdeenExpo und haben einen eigenen Stand aufgebaut. Da haben wir zum Beispiel die Hochschule Braunschweig getroffen und uns schon überlegt, ob wir mit euch nächstes oder übernächstes Jahr vielleicht noch mal auftreten. Als ich da war, haben wir Ideen gesammelt und gemerkt: Die Schülerinnen sind vom Nachbarstand, der mit Minecraft eigene Welten aufbaut, schwer begeistert. Da standen sechs Computer, sechs Schülerinnen haben mit ihren Brillen gleichzeitig gespielt. Da ging schon der Ideenzirkus im Kopf los, und wir werden in zwei Jahren noch mal ganz anders auftreten. Wie können wir gemeinsam Schülerinnen für das Studium TGA und DI begeistern und enger zusammenarbeiten? Habt ihr Ideen, wie wir das hinbekommen? Jörg, hast du vielleicht aus anderen Studiengängen schon Initiativen gestartet, bei denen du sagst, da kann man gemeinsam neue Studierende gewinnen?

Jörg: Ich versuche es mal andersherum zu drehen. Wenn du einen alten Gamer fragst, was Minecraft-Leute anzieht, sagt der: Es gibt coolere Spiele, GTA kommt raus. Nee, Spaß beiseite, ist aber auch was mit Stadt.

Roman: Stimmt.

Jörg: Ich habe gestern im Zug gesessen, da hat einer mit irgendjemandem über Stadtplanung via GTA gesprochen. Da habe ich gedacht: Wo sind wir angelangt? Aber die Frage ist ja eine ganz andere. Die Frage ist TGA. Die meisten denken, das ist irgendwas, was dann der Klempner macht oder der Handwerker. Das ist ja auch grundsätzlich richtig. Jetzt habe ich aber in den letzten Monaten gesagt: Wir haben hier ein großes Projekt gegenüber der HCU. Du weißt ja, da will man uns ein Gesangshaus hinstellen, ein größeres Gesangshaus, manche nennen es auch Oper. Man muss die Oper nicht gut finden, aber der architektonische Entwurf ist schon spektakulär. Und ich habe gesagt: Man kann gegen oder mit den Studierenden bauen. Ich habe dem einen oder der anderen gesagt: Warum nicht die HCU-Studierenden integrieren, wirklich live vor Ort in den verschiedenen Disziplinen, die wir ja vertreten und die da gebraucht werden? Nicht nur Praktika vergeben, sondern auch Begeisterung für so ein Projekt wecken.

Wenn ich mir überlege: TGA heißt auch Schallschutz. Das heißt auch verschiedene andere Fragen, beispielsweise Schutz vor eindringendem Wasser. Es ist ja nicht nur Wasser und Abwasser, sondern auch Wasserschutz. Wenn man die TGA mal weiter fasst, als Gesamtkonstrukt, und versteht, dass sie in Kombination mit Bauingenieurwesen und Architektur, wie ich eben schon gesagt habe, in so einem magischen Dreieck enorm viel Potenzial bietet, dann kann man, finde ich zumindest, diese Chancen nutzen. Und das sind dann schon spektakuläre Projekte.

Um ein Positivbeispiel zu nehmen, was unsere Studierenden später machen dürfen: Wir haben in Hamburg die Sternbrücke neu eingesetzt. Das war ja überall in den Medien spektakulär: Mitten in der Innenstadt wurde eine Riesenbrücke hineingebaut. Das hat eine ehemalige Absolventin der HCU gemacht. Sieben Jahre nach dem Abschluss hatte sie diese Projektleitung und hat dieses Monsterteil dahingesetzt. Monsterteil sage ich, weil es so ein bisschen Stegosaurus-Charakter hat, finde ich, aber es sieht total cool aus.

Roman: Todesstern wurde es auch schon genannt.

Jörg: Nee, nee, nee, Stegosaurus finde ich besser. Ich finde es cool, aber das Entscheidende ist etwas anderes. Wenn wir wirklich motivierte junge Leute haben, die sich nicht nur hinsetzen wollen, sondern wirklich etwas bewegen wollen, dann müssen wir sie auch an diese Projekte heranführen. Und das gilt schon für Schülerinnen und Schüler, dass man ihnen sagt: Guck dir das mal an, wäre das nicht total cool, schon im Studium an so etwas mitmachen zu dürfen? Meine Tochter macht gerade ihr Praktikum an der Baustelle am Diebsteich, wo der neue Bahnhof gebaut werden soll. Die kommt abends nach Hause und weiß einfach mehr. Gerade diese Kombination aus universitärem Wissen und ganz realem Wissen, verbunden mit den Bedürfnissen der Stadt von morgen, und eben nicht nur dem Blick auf den Wohnungsbau, sondern wirklich auf die Stadt von morgen: Das macht TGA in Hamburg besonders. Das macht auch die Möglichkeiten einer Metropole wie Hamburg besonders. Und wenn wir damit junge Menschen begeistern können, wäre ich echt froh. Ist nicht ganz GTA, ist aber echt cool.

Roman: Ist nicht ganz GTA, da fehlen noch ein bisschen die Autos, und was in den Autos passiert, wollen wir in der Stadt nicht. Aber ich verstehe deinen Ansatz, und ich habe es auch gemerkt. Wir machen das jedes Jahr zum Girls' Day. Ich habe knapp 20 Niederlassungen von verschiedenen Büros dabei und laufe mit ihnen einfach digital durch ihre Projekte. Wir öffnen Google Maps und fragen zum Beispiel die Niederlassung Dortmund: Was ist euer coolstes Projekt? Dann kommen die mit dem Rathaus in der Stadt, mit einer Oper oder ähnlichen Projekten. Man guckt sich das an und denkt gar nicht an TGA, sondern es geht um das Projekt. Das finde ich spannend, und das bietet die HCU eben auch: Ich kann meinen Neigungen und Fähigkeiten entsprechend eine bestimmte Rolle einnehmen, aber am Ende geht es um das Bauprojekt, um die Stadt, und darum, die Stadt von morgen mitzugestalten. Das ist so motivierend. Ich habe gemerkt: Es ist leider viel motivierender als irgendetwas zum Thema Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien. Das zieht überhaupt nicht so. Bei den Schülerinnen zieht im Moment tatsächlich das Thema „Ich entwickle die Stadt von morgen“. Und das Nächste sind die Berufsaussichten, die einfach stabil sind: Ich habe nicht unbedingt eine Riesenveränderung zu erwarten, sondern einfach einen Job, der mir ein ordentliches Gehalt bietet und mit dem ich mit der Ausbildung tatsächlich überall einen Job bekomme. Das zählt heute viel mehr als andere Themen. Das ist Wahnsinn.

Tanja: Und auch die Aussichten: dass ich in diesem Job eine Zukunft habe. Ich war im letzten Jahr auch auf vielen Messen, um mit potenziellen Studierenden zu sprechen. Am HCU-Stand haben die meisten nach der Architektur gefragt. Da muss man aber auch sagen: Wenn ich mich umgucke, sehe ich die Häuser und die Gebäude, das ist die Architektur, die man sieht. Das ist für viele direkt präsent. Aber sie sehen nicht, was dahintersteckt. Deswegen fragen sie auch schon viel weniger nach dem Bauingenieurwesen. Wenn ich gefragt wurde, was ich studiert habe: Bauingenieurwesen. Was ist das, was macht man da? Das ist vielen gar nicht so bewusst. Und noch weniger Menschen ist bewusst, was die TGA bedeutet.

Roman: Total. Da ist ein bisschen Aufklärung gefragt, und die könnt ihr leisten, weil ihr als interdisziplinäre Hochschule in die richtige Richtung schieben könnt. Wäre das eine Idee: am Anfang so etwas wie ein Studium generale, und dann mache ich weiter und vertiefe mich? Geht so etwas, dass man sagen kann: Ich mache mal ein Jahr allgemein HCU und gehe dann in den Bachelor weiter?

Tanja: Nee, man muss sich vorher entscheiden. Das wird nicht funktionieren. Es gibt aber auch die Möglichkeit: In dem anderen Podcast, den ihr hattet, war ja auch ein Studierender dabei, der erst Bauingenieurwesen studiert hatte.

Roman: Stimmt.

Tanja: Der ist dann nachher in den TGA-Studiengang gegangen. Das ist möglich. Einige Module hören ja auch beide zusammen, wir hatten gerade das Thema interdisziplinär. Die kann man sich dann natürlich anrechnen lassen. Man würde also nicht wieder bei null anfangen.

Roman: Verstehe. Das ist also möglich und auch üblich, haben wir schon gehört. Wir merken, was ihr uns als Planungsbüros bieten könnt.

Was können Planungsbüros für den Studiengang tun?

Roman: Jetzt richte ich die Frage noch mal an euch zwei: Was können wir euch denn bieten? Wie können wir euch helfen?

Jörg: TGA ist ja ein Studiengang, von dem, glaube ich, das kann man sagen, noch nicht so bekannt ist, dass man ihn auch an Universitäten studieren kann. Ich glaube, es gibt nicht so viele Unis, die diesen Studiengang anbieten, das darf man sagen. Auch weil Forschung in dem Bereich eigentlich erst immer relevanter wird, wenn wir, ich sage es jetzt mal, so ein Projekt wie Stuttgart 31 sehen und merken, dass da vielleicht doch Forschung hilfreich ist. Als ich mal jung war und noch eine Freundin hatte, die in Stuttgart wohnte, gab es schon Stuttgart 21. Das ist auch ein paar Tage her: Ich bin jetzt seit 24 Jahren verheiratet, das ist also mindestens schon 28 Jahre her, der Spaß. Ich will damit sagen: Die Bedeutsamkeit ist gewachsen. Oder wenn man sich bestimmte Flughafenprojekte anschaut, und damit meine ich mal nicht Berlin, sondern vor allen Dingen Asien: Wenn man sich anschaut, was da für Infrastrukturen benötigt werden, und dass wir in Europa zurzeit nicht die Kapazitäten und das Wissen haben. Das ist nicht so gut, dass wir das überall einkaufen müssen. Gerade deshalb ist TGA eigentlich ein super spannender Studiengang.

Denn, und jetzt kommt das Lokale, wir haben sehr viele Vorschriften, was manchmal auch vorteilhaft ist, und sehr viele normative Dinge. Daran müssen wir denken, und das können eigentlich nur deutsche Ingenieurinnen und Ingenieure, die in diesen Studienprogrammen ausgebildet worden sind, weil ihnen die Grundlagen damit vermittelt wurden. Und so wunderbare Professorinnen wie Tanja sorgen dafür, dass das auch so verstanden wird, dass die Leute es einsetzen können. Nicht nach dem Motto: Ich habe jetzt ein Lehrbuch auswendig gelernt, das kann jeder. Sondern dass sie wirklich wissen, wie das funktioniert, wenn ich eine Vorschrift XY habe, und wir haben in Europa und in Deutschland speziell nun mal extrem viele Vorschriften: Was heißt das, wie kann ich es trotzdem gut machen, wie kann ich es nachhaltig machen, und wie kann ich es vor allen Dingen vor dem Hintergrund einer klimaschützenden Grundhaltung machen? Das ist das Besondere, und dafür ist eben eine Uni geeignet. Wir freuen uns über jeden, der sich, wenn er oder sie Lust hat, an einer Universität zu studieren, zumindest mal Hamburg als Alternative anschaut.

Roman: Jetzt habe ich es verstanden. Du sagst also: Wir sind eine Hochschule, und zwar eine Universität und keine Fachhochschule, die einen Studiengang Gebäudetechnik anbietet, und das ist etwas Besonderes. Das ist speziell und hat bestimmte Vorteile, die wahrscheinlich auch in der Forschung ihren Niederschlag finden können. Da könnten wir als Planungsbüros noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schaffen, habe ich verstanden. Gibt es denn auch die Möglichkeit, dass wir mit euch zusammen auf Schüler zugehen? Oder dass wir uns bei Erstsemesterveranstaltungen mal vorne hinstellen und sagen: Guck mal, das sind wir, die Büros in Hamburg, wir würden euch gerne unterstützen, wir würden euch auch das Studium mitfinanzieren [unsicher]. Ist das interessant?

Tanja: Sehr, sehr gerne. Das hätte ich gerade auch gesagt: mehr Sichtbarkeit, gerne auch gemeinsam. Wir müssen am besten gemeinsam für mehr Sichtbarkeit dieses Berufszweigs sorgen, sodass viel mehr Eltern, aber auch potenzielle Studierende sehen, dass es einen TGA-Studiengang an Universitäten gibt, dass TGA nicht der Handwerkerberuf ist, sondern dass es darüber hinaus noch etwas gibt, auch mit Berufsaussichten, mit Karrieremöglichkeiten, mit Zukunft. Das müssen wir sehr gerne auch gemeinsam nach außen bringen, ob es Messen sind oder Vorträge. Mit den TGA-Talks haben wir es ja versucht; das ist auch eine öffentliche Veranstaltung, mit der man so rausgeht. Und sehr gerne weiter so: Ihr macht ja schon viel, die TGA-Branche. Exkursionen werden uns durch euch ermöglicht, sodass die Studierenden einen Einblick in Baustellen bekommen. Das ist einfach toll, wenn wir das so beibehalten und vielleicht noch ein bisschen ausbauen können.

Roman: Ja, das wäre toll. Ich kann …

Jörg: Ich würde mal reingrätschen. Es gibt doch etwas, was wir tun können. Ihr habt ja eine gewisse Reichweite. TGA ist etwas, was manchmal nicht von allen direkt verstanden wird, vor allen Dingen von der Politik nicht immer, auch nicht die Bedeutsamkeit von TGA. Und dass es einen langen Atem braucht, um neue Programme anzustoßen, die zukunftsweisend sind, gerade für so große Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln oder Stuttgart. Wir könnten einfach die deutschen Großmetropolen durchgehen, und wir können das auf Europa ausweiten. Da brauchen wir eben auch europäisches Know-how. Es kann nicht immer in anderen Kontinenten eingekauft werden.

Wenn die Politik dann manchmal sagt: Na ja, nicht genug Studienanfänger, dann ist das der falsche Blick auf die Dinge, weil man da ein bisschen Geduld und Atem haben muss. Und wenn man dann die Finanzierung nicht sicherstellt, und das ist gerade an der HCU durchaus ein großes Thema, dann wird etwas verkannt. Nämlich, dass die Expertise, die wir hier aufbauen, nicht erst bei den Studierenden anfängt, sondern schon damit, dass wir Menschen wie Tanja bewegen können, zu uns zu kommen. Oder auch Aishe Klaas [unsicher] und Jörg Nönnig. Wir haben tolle Menschen hier, die wirklich Wissen haben, das nicht überall verfügbar ist. Und diese Menschen kommen mit der Haltung zu uns, dass sie ein solches Programm auch langfristig etablieren und darauf Masterprogramme aufbauen. Wir wollen mit der TU Hamburg zusammen auch einen Smart City Engineering Master aufbauen, das habe ich eben schon angedeutet, der diese größeren Strukturen sieht.

Da würde ich mir von der Politik schon wünschen, dass sie nicht anfängt, an der falschen Stelle zu kürzen, und den Mut hat, auch mal eine Durststrecke zu haben, weil es eben noch nicht die Großanmeldezahlen sind. Wir fangen eben klein an und haben eine hochintensive Betreuung. In diesem Jahrgang hatten wir immerhin 40, davor hatten wir irgendwie 20, davor hatten wir 10. Das dauert. Und dass man da nicht immer gleich die Nerven verliert und sagt: Mein Gott, das sind noch nicht gleich 600, 700 auf einmal, die sich da wie wild bewerben. Das ist ja auch total verrückt.

Warum braucht Hamburg mehr TGA-Studierende?

Roman: Darf ich das mal ganz kurz über die Zahlen ins Verhältnis setzen? Ich bin mit der Hochschule München in engem Kontakt, weil Martin Vielhauer, ein Freund von mir, dort Professor ist. Die haben 150 Studierende. Das ist der größte Studiengang in Deutschland, mit 150, und den gibt es seit 1980. Das musst du dir überlegen: Die sind seit fast 50 Jahren da und sind jetzt nach 50 Jahren stabil bei den 150 gelandet. Da kommen einfach exzellente Leute in die Metropolregion München und helfen dort, gute Gebäude zu planen. Das hätte ich auch gern in Hamburg. Es ist nicht so, dass ich nicht vielleicht auch gute Leute aus Münster oder aus Oldenburg kriege, aber viel schwerer, weil die eigentlich lieber dableiben wollen. Als Hamburger oder norddeutsches Planungsbüro habe ich einfach das Problem: Mir fehlen hier die Studierenden, und 40 sind mir zu wenig. Ich hätte gern 100, und ich helfe euch gern dabei, die 100 zu kriegen. Und 150 ist anscheinend das Maximum, mehr kriegt man gar nicht.

Jörg: Na ja, das kommt drauf an. Vielleicht hier schon.

Roman: Nächstes Mal müssen wir andere Plakate machen, mit einem anderen Thema: GTA eben doch drauf. Eigentlich wäre das gut, im ersten Semester einfach mal die ganze Landkarte durchspielen.

Jörg: Nein, der Punkt ist ein anderer. Ich glaube, das Wichtige ist vor allen Dingen, auch nach außen zu vermitteln: Man muss Geduld haben, man muss wissen, dass man wirklich in die Zukunft investiert, und dass dieses interdisziplinäre Dreieck aus Bauingenieurwesen, Architektur und TGA maßgeblich für die Strukturen von morgen ist. Im Klimaschutz, in der Logik des Wasserschutzes in Städten, ich sage nur Schwammstädte, bis hin zur Landschaftsarchitektur. Dafür muss man auch fighten, und das werden wir tun, mit heißem Herz, aber kühlem Verstand, weil wir genau wissen: TGA ist eine der Zukunftsdisziplinen. Wir werden dieses Land nicht modernisieren können, das gilt übrigens auch ein bisschen für die Bahn, wenn wir nicht Top-TGA-Leute haben. Die Bahnhöfe sind nämlich TGA pur. Das wird in diesem Land ganz gerne vergessen. Ich war gestern wieder in Berlin, nur zwei Stunden zu spät; na ja, kommt ja vor. Wir brauchen diese Infrastruktur, dieses Infrastruktur-Know-how, um unsere großen Infrastrukturen besser zu bauen. Dafür brauchen wir Top-TGA. TGA ist eigentlich das Ding schlechthin. Leider haben wir noch nicht ganz so viele Studierende, wie ich sie gerne hätte.

Roman: Ja, das kommt noch. Und ich muss auch noch mal sagen, unabhängig von der Stadt Hamburg oder von Deutschland: Wir sind in Deutschland, so wie ich es meiner Recherche nach verstanden habe, eigentlich das einzige Land, das dafür wirklich einen eigenen Ausbildungsgang und ein eigenes Studium hat. MEP Engineering ist in anderen Ländern auch mal irgendwo als Master drin, aber dass wir wirklich eine Ausbildung dafür haben, das gibt es woanders nicht. Und ich merke auch, dass die Qualität der deutschen Gebäude dann noch mal eine andere ist. Ich war jetzt länger in Australien unterwegs. Wenn du da in einem Hochhaus bist, wartest du vier Minuten, bis du warmes Wasser bekommst. Das ist hier nicht möglich, da gibt es Normen, da gibt es Planer, die das wissen. Neben meinem Schlafzimmer lief der Lüftungskanal, und im 15. Stock höre ich die ganze Nacht die Lüftung rauschen. Da ist einfach schlecht geplant worden.

Jörg: Geh mal außerhalb der amerikanischen Metropolen ein bisschen ins Countryside: Holzhütten, bei denen du dich manchmal fragst … Oder doch lieber gleich Trailerpark. Bist du also stolz auf die deutsche Bauqualität?

Roman: Ich glaube, die ist wirklich gut. Das meinte ich damit.

Jörg: Substanz spielt eine Rolle, und gute Substanz hält Jahrzehnte, im Zweifel Jahrhunderte. Gerade deshalb, weil wir auf Langfristigkeit bauen, weil wir nachhaltig bauen wollen, weil wir auch etwas bauen wollen, was in 50 Jahren noch trägt. Da bin ich hoffentlich schon bei den Radieschen, damit hier keiner mehr von mir genervt wird. Aber dass dann vielleicht meine Enkel auch eine gute Infrastruktur haben, gute Gebäude, ein gutes Leben, trotz Klimawandel, an den sie sich angepasst haben, und energie- und ressourceneffizient leben können: Das gilt es jetzt zu schaffen. Und wie gesagt, TGA gehört für mich in das magische Dreieck. Ich wiederhole das so lange, bis es vielleicht irgendwann auch in Büchern steht: Das magische Dreieck aus Architektur, Bauen und TGA ist symbiotisch, ist die Zukunft und wird das Bauen viel, viel besser machen.

Roman: Vielen Dank. Tanja, kannst du noch etwas dazu ergänzen? Wir sind jetzt wirklich beim Höhepunkt der Veranstaltung.

Tanja: Wir haben jetzt nicht detailliert über den Fachkräftemangel gesprochen, aber wir haben ihn in diesem Bereich einfach. Und das führt dazu, wenn ich das so mitkriege, dass man Anrufe bekommt: Bauherren sind auf der Suche nach Energieeffizienz-Experten. „Bitte nicht absagen, Sie sind jetzt schon die Zehnte, die ich anrufe, ich brauche einen Energieberater.“ Das zeigt eigentlich, was für einen Fachkräftemangel wir haben. Und das heißt ja, die Projekte verzögern sich.

Roman: Die Konsequenz daraus ist ja, dass die Projekte auch immer länger dauern.

Tanja: Ja, genau.

Roman: Und wenn ich natürlich mehr Ingenieure, TGA-Ingenieure habe, kann ich die Projekte viel schneller zu Ende bringen und mehr Umsatz machen. Die Stadt Hamburg kann mehr Umsatz machen, kann mehr bauen, kann schneller und nachhaltiger werden und einfach ihre Infrastruktur und, wie sagtest du, Jörg, ihren grundlegenden Wert erhalten. Wir reden hier ja über Infrastruktur.

Jörg: Ja. Und guck dir doch mal unsere Städte an. Ich will jetzt keine Ruhrgebietsstadt blamen, aber guck dir die Innenstädte im Westen an. Wir haben im Osten ein Riesenaufbauprogramm, ein Riesenstrukturprogramm gehabt. Wenn ich mir Städte wie Jena anschaue, gerade Exzellenz-Uni geworden, das feiere ich heute ehrlicherweise: Jena ist von innen top modernisiert. Wenn ich mir auch andere Städte anschaue, Leipzig oder so: top modernisiert, gute Städte. Aber wenn ich dann in die Weststädte schaue, zum Beispiel meine Heimatstadt Solingen, das sage ich jetzt einmal sehr deutlich, und da mache ich dem Bürgermeister gar keinen Vorwurf: Da müssen wir ja ran. Das muss erneuert, verbessert und wieder gemacht werden. Wir haben auch Bauen im Bestand als großes Thema, nicht nur alles neu. Und Bauen im Bestand erfordert eben auch die Erneuerung von ganz vielen TGA-Themen. Genau da liegt doch die Chance.

Das ist ja das, was ich immer sage: Ich weiß gar nicht, warum wir so viel Geld für komische Dinge ausgeben. Wenn wir unseren Investitionsbooster da hineingesetzt hätten, in das Bauen im Bestand, und das mit Top-TGA, cooler Architektur, nachhaltigen Materialien und allem, was man da machen kann, ich sage jetzt mal ganz platt: Deutschland würde einen richtigen Boom erfahren. Wir hätten gar nicht so viele Fachkräfte, um das alles zu leisten. Und genau deshalb sage ich auch immer: Die HCU ist eine Zukunftsuniversität. Das habe ich irgendwann mal in den Struktur- und Entwicklungsplan geschrieben, weil wir genau das bauen: die Zukunft dessen, wo wir leben. Und unsere Studierenden bauen das, ich nicht. Aber die bauen das real, und darauf bin ich total stolz.

Roman: Ich bin begeistert. Ich würde jetzt versuchen, diesen Barabend ausklingen zu lassen, weil ich auf die Uhr gucke und glaube, dass unsere Hörer, die jetzt oft im Auto gerade GTA nachspielen, vielleicht auch nicht, irgendwann ankommen. Also keine Autos klauen, bitte.

Ich halte mal fest: Wir haben verstanden, was ihr in diesem Studiengang für die Stadt Hamburg und auch für das Umland leistet. Es ist ja nicht nur die Stadt, die hier direkt davon profitiert, sondern alle Büros drumherum profitieren davon. Wir haben verstanden, dass ihr nicht nur die TGA im Blick habt, sondern die Projekte, und sagt: Für diese Projekte, diese Infrastrukturprojekte, diese nachhaltigen Projekte, wollen wir die richtigen Leute zur Verfügung stellen. Und was wir als Planende dazu beitragen können: mit euch mehr in Austausch zu kommen, vielleicht auch unsere Leistungen noch mal an die Studierenden heranzubringen und zu sagen: Wir könnten euch einen Nebenjob bieten, aber eben projektbezogen, und einfach enger zusammenzuarbeiten. Wir hoffen sehr auf mehr Studierende aus der TGA. Die 40 sind schon weg, bevor sie angefangen haben, das kann ich euch jetzt schon sagen. Die haben alle schon einen Job, bevor sie überhaupt angefangen haben zu studieren. Versucht bitte, sie zu Ende studieren zu lassen, damit sie nicht vorher schon weg sind. Also bitte behaltet sie bei euch, und wir versuchen, sie nicht zu sehr einzuspannen. Wir wünschen uns 140, dann sind wir 10 unter München, aber es geht bestimmt auch mehr. Ich bin mir ganz sicher, dass wir das zusammen schaffen. In der Bundesliga im Fußball schaffen wir das nicht, in der TGA wollen wir das anstreben. Danke euch herzlich. Jetzt aber noch ein cooles Blondes zum Schluss an der Bar. Bis gleich an der Bar, ciao, ciao.

Jörg: Sehr gerne. Ciao.

Tanja: Ciao.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Was unterscheidet den Studiengang TGA mit digitaler Infrastruktur an der HCU von anderen TGA-Studiengängen?

Nach HCU-Präsident Jörg Müller-Lietzkow grenzt er sich bewusst über zwei Stärken der HCU ab: TGA für größere Bau- und Infrastrukturprojekte statt nur für Ein- und Mehrfamilienhäuser, und Digitalisierung, die heute in jede TGA-Planung gehört. Studiengangsleiterin Tanja Skottke beschreibt zwei Säulen: die konventionelle TGA mit Wärme, Kälte, Lüftung und Energieversorgung und eine digitale Säule, die nicht nur BIM umfasst, sondern mit Informatik-Grundlagen beginnt und über Programmierung, Datenanalysen, Gebäudeautomation, Sensorik und vernetzte Systeme bis zu KI und Cybersecurity reicht. Dazu kommt die interdisziplinäre Lehre unter einem Dach mit Architektur und Bauingenieurwesen.

Wie kommen Studierende der HCU und TGA-Planungsbüros heute zusammen?

Viele Studierende haben schon Nebenjobs, auch im TGA-Bereich; die vier Studierenden, mit denen die tgabar gesprochen hatte, waren nach Roman Fritsches alle schon in Büros untergekommen. Zweimal im Semester veranstaltet die HCU abends die TGA-Talks, auf denen Referenten aus der TGA-Branche Projekte vorstellen. In den Pausen lernen die Studierenden die Branche kennen, und es sind dabei schon einige Werkstudentenverträge zustande gekommen. Außerdem ermöglichen Planungsbüros Exkursionen auf Baustellen.

Was können Planungsbüros für den Studiengang TGA mit digitaler Infrastruktur tun?

Nach Tanja Skottke vor allem gemeinsam mit der Hochschule für mehr Sichtbarkeit des Berufszweigs sorgen, etwa auf Messen, mit Vorträgen oder den öffentlichen TGA-Talks, damit Eltern und potenzielle Studierende sehen, dass man TGA auch an Universitäten studieren kann und dass der Beruf Karrieremöglichkeiten und Zukunft bietet. Die Exkursionen sollen beibehalten und ausgebaut werden. Jörg Müller-Lietzkow bittet, die Reichweite zu nutzen, um der Politik die Bedeutung der TGA und den nötigen langen Atem für neue Studienprogramme zu vermitteln. Roman Fritsches bietet projektbezogene Nebenjobs und Auftritte bei Erstsemesterveranstaltungen an und sagt zu, die Studierenden nicht zu sehr einzuspannen, damit sie ihr Studium beenden.

Zitate

„Ohne digitale Infrastrukturen haben wir keine Zukunft."

— Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow

„Ohne TGA funktioniert die beste Architektur nicht."

— Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow

„Mit diesen Grundlagen wäre man nicht in der Lage, die Gebäude von heute zu planen, die wir brauchen, um diese Klimaschutzziele zu erreichen."

— Tanja Skottke

„TGA ist eine super Basis, um die Smart City von morgen zu bauen."

— Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow

„Die Bahnhöfe sind nämlich TGA pur."

— Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow

„Wir müssen am besten gemeinsam für mehr Sichtbarkeit dieses Berufszweigs sorgen."

— Tanja Skottke

„Mir fehlen hier die Studierenden, und 40 sind mir zu wenig. Ich hätte gern 100."

— Roman Fritsches

„Die 40 sind schon weg, bevor sie angefangen haben."

— Roman Fritsches

Zahlen & Fakten

Der Studiengang TGA mit digitaler Infrastruktur an der HCU hatte im aktuellen Jahrgang 40 Studierende, im Jahrgang davor 20 und davor 10.

Quelle: Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow

Der TGA-Studiengang der Hochschule München ist mit 150 Studierenden der größte in Deutschland und besteht seit 1980.

Quelle: Roman Fritsches

Planungsbüros im Norden wünschen sich an der HCU 100 statt 40 TGA-Studierende je Jahrgang; als Ziel werden 140 genannt, zehn weniger als in München.

Quelle: Roman Fritsches

In der HafenCity ist die verfügbare elektrische Leistung etwa dreimal so hoch wie das, was dort jemals verbraucht wurde; mit echten Verbrauchsdaten und Simulationen hätte sich ein Umspannwerk einsparen lassen.

Quelle: Roman Fritsches

Die HCU veranstaltet zweimal im Semester die TGA-Talks mit Referenten aus der TGA-Branche; daraus sind bereits einige Werkstudentenverträge entstanden.

Quelle: Tanja Skottke

Die neue Hamburger Sternbrücke hat eine ehemalige Absolventin der HCU sieben Jahre nach ihrem Abschluss als Projektleiterin verantwortet.

Quelle: Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow

Jörg Müller-Lietzkow ist seit 2019 Präsident der HafenCity Universität Hamburg; von Hause aus hat er eine Professur für Ökonomie und Digitalisierung.

Quelle: Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow

Deutschland ist nach eigener Recherche das einzige Land mit einem eigenen Ausbildungsgang und Studium für TGA; MEP Engineering gibt es in anderen Ländern allenfalls als Master.

Quelle: Roman Fritsches

Glossar

Architekturprojekt (HCU-Modul)
Für Architektur-, Bauingenieurwesen- und TGA-Studierende geöffnetes Modul, in dem die drei Fachrichtungen gemeinsam ein Gebäude komplett durchplanen, jede in ihrem Fachbereich, bis hin zu den Bauteilaufbauten in einer Software. Am Ende des Semesters lässt sich durch eine kleine, selbst geplante Stadt gehen.
Fiber to the Home
Glasfaser bis nach Hause; nach Jörg Müller-Lietzkow nur ein Teil der digitalen Infrastruktur, zu der vor allem auch Wireless Technologies gehören.
Magisches Dreieck
Bild von Jörg Müller-Lietzkow für das symbiotische Zusammenspiel von Architektur, Bauingenieurwesen und TGA, das er als maßgeblich für die Strukturen von morgen bezeichnet.
Microbreach
Minibruch im Stahlbeton. In einem Forschungsprojekt der HCU sollen dauerhaft eingebettete, solarversorgte IoT-Sensoren Echtzeitdaten aus dem Beton an einen Server funken, auf dem eine KI solche Brüche erkennt.
Smart City Engineering
Von der HCU gemeinsam mit der TU Hamburg geplanter Masterstudiengang, der über die TGA hinaus eine Ebene höher ansetzt und die größeren Strukturen der Stadt betrachtet.
TGA mit digitaler Infrastruktur (HCU-Studiengang)
Studiengang der HafenCity Universität Hamburg mit zwei Säulen: der konventionellen TGA (Wärme, Kälte, Lüftung, Energieversorgung) und einer digitalen Säule von Informatik-Grundlagen über Programmierung, Datenanalysen, BIM, Gebäudeautomation, Sensorik und vernetzte Systeme bis zu KI und Cybersecurity. Ausgerichtet auch auf große Infrastrukturen statt nur auf Ein- und Mehrfamilienhäuser.
TGA-Talks
Öffentliche Abendveranstaltung der HCU, zweimal im Semester: Referenten aus der TGA-Branche stellen Projekte vor, in den Pausen lernen Studierende die Branche kennen. Daraus sind bereits einige Werkstudentenverträge entstanden.

Passende Weiterbildung: Seminare für die TGA-Planung im Überblick →

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