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Neues aus der TGA-Forschung
Reihe 6 · 12 Folgen · Zuletzt aktualisiert:
Die TGA-Produktivität-Forschung untersucht, wie sich Effektivität und Effizienz der Bauplanung messbar machen lassen. Ein auf wissensintensive Dienstleistungen übertragenes Strukturgleichungsmodell erfasst die Dimensionen Potenzial, Prozess und Ergebnis. Ergänzt wird das durch Reifegradmodelle, Rollensteckbriefe, datenbasierte Prognosen und Hochschul-Interviews zu BIM, Digitalisierung und Nachwuchs in der TGA-Planung.
Die wissenschaftliche Seite der TGA-Produktivität fragt, wie sich die Planung von Gebäudetechnik messen, vergleichen und gezielt verbessern lässt. Produktivität bedeutet dabei zweierlei: Effektivität, also die richtigen Ziele zu erreichen, und Effizienz, diese Ziele mit geringstem Aufwand zu erreichen. Für TGA-Planende, Projektleitungen und Büroleitungen ist das relevant, weil der Stand der Forschung zum Projektmanagement in der Bauplanung bislang dünn ist und die TGA dort kaum berücksichtigt wird.
Im Zentrum steht ein ursprünglich 2014 für wissensintensive Dienstleistungen entwickeltes Strukturgleichungsmodell, das erstmals auf die Bauplanung übertragen wird. Es misst über die drei Dimensionen Potenzial, Prozess und Ergebnis sowohl die Leistungsbereitschaft der Planenden als auch die des Bauherrn, da der Kunde gleichwertig zu integrieren ist. Ergänzend zeigen Reifegradmodelle, wie sich stabiles Projektmanagement über Themen wie Rollen- und Zieldefinition, Schnittstellen- und Änderungsmanagement auf einer Skala bewerten und als Spinnennetz darstellen lässt.
Die Folgen beleuchten außerdem, woran Projekterfolg gemessen wird, welche Methoden empirisch wirken, wie Rollenunklarheit über Rollensteckbriefe aufgelöst wird und welchen Anteil Steuerungsprozesse am Planungshonorar haben. Hinzu kommen Interviews mit Hochschulen wie der HKA Karlsruhe und der HCU Hamburg zu BIM, digitaler Infrastruktur, Wissenstransfer und Nachwuchsgewinnung im Format "Forschen an der Bar".
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Häufige Fragen zum Thema
Was bedeutet Produktivität in der Bauplanung?
Produktivität umfasst Effektivität, also die gesetzten Ziele zu erreichen, und Effizienz, diese mit geringstem Aufwand zu erreichen. Beide Größen zusammen bestimmen, wie produktiv eine TGA-Planung tatsächlich ist.
Wie lässt sich die Produktivität der TGA-Planung messen?
Über ein ursprünglich 2014 für wissensintensive Dienstleistungen entwickeltes Strukturgleichungsmodell, das erstmals auf die Bauplanung übertragen wird. Es misst die drei Dimensionen Potenzial, Prozess und Ergebnis und bezieht dabei sowohl die Planenden als auch den Bauherrn ein.
Was ist ein Reifegradmodell für Ingenieurbüros?
Ein Reifegradmodell macht das Projektmanagement eines TGA-Ingenieurbüros messbar. Sechs Themen stabilen Projektmanagements werden je auf einer Skala von eins bis sechs bewertet und als Spinnennetz-Diagramm dargestellt, sodass das Büro sieht, wo es steht, und ein Ziel definieren kann.
Woran wird Projekterfolg in der Forschung gemessen?
International vor allem an zwei Größen: eingehaltene Kosten und eingehaltene Termine. Eine Auswertung von 16.000 Projekten zeigt, dass kaum eine Methode beides nachweislich sichert; nur die Monte-Carlo-Simulation und vor allem die Referenzklassenprognose wirken.
Wie sieht der Stand der Forschung zum Projektmanagement in der Bauplanung aus?
Er ist dünn: In einer Liste von 536 Doktorarbeiten der Bauwirtschaft fanden sich nur drei aktuelle Promotionen zur Bauplanung. Sie bestätigen fehlende Bedarfsplanung und unklare Nutzeranforderungen als größte Störungen, berücksichtigen die TGA-Planung aber kaum.
Welche Rolle spielen klar definierte Rollen für die Produktivität?
Rollenunklarheit ist laut Forschung einer der größten Stressfaktoren für Projektleitende. Rollensteckbriefe definieren die Aufgaben von Fachplanung, Systemplanung, Fachkoordination, Bauüberwachung und Projektleitung und teilen sie in Muss-, Soll- und Kann-Erwartungen auf.
Welchen Anteil haben Steuerungsprozesse am Planungshonorar?
Laut einer Dissertation entfallen rund 57 Prozent des gesamten Planungshonorars auf Steuerungsprozesse wie Koordinieren, Abstimmen und Integrieren, also mehr als auf die eigentliche Planung. Diese Steuerungsprozesse sind Transaktionskosten, die mit geringem Aufwand zu erbringen sind.
Welche Hochschulen forschen zu TGA, BIM und Digitalisierung?
Die HKA Karlsruhe sieht den Kern von BIM im Informationsmanagement und arbeitet an einer Open-Source-Lehrplattform; die HCU Hamburg bildet im Bereich digitale Infrastruktur, Automatisierung, Simulation und KI aus. Hochschul-Interviews dienen zugleich der Nachwuchsgewinnung.
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Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen fachlichen Information zur TGA-Planung und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Für die verbindliche Auslegung im konkreten Fall ziehen Sie bitte qualifizierten Rechtsrat hinzu.