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BIM-Fachkoordination TGA-Planung
Reihe 2 · 23 Folgen · Zuletzt aktualisiert:
BIM (Building Information Modeling) in der TGA bedeutet nicht 3D-Zeichnen, sondern das Anreichern von Bauteilen mit Informationen, getragen von integraler Planung. Verträglich geregelt über AIA, BAP und eine Common Data Environment, ermöglicht BIM Kollisionsprüfung, Mengenermittlung, Fachkoordination und die Verbindung mit Nachhaltigkeitsdaten.
BIM steht für Building Information Modeling und meint nicht das 3D-Zeichnen, sondern das Anreichern von Bauteilen mit Informationen. BIM ist das Werkzeug, integrale Planung die Methode. Für TGA-Fachplanende ist das Thema doppelt relevant: Mit dem Masterplan BIM Hochbau hat der Bund Building Information Modeling ab Mitte 2022 zum Standard für Bundesbauten gemacht, und gleichzeitig bringt BIM konkrete Vorteile wie effizientere Prozesse, Nachwuchsgewinnung über ein attraktives Thema und neue Rollen wie den BIM-Fachkoordinator.
Die Folgen behandeln die vertraglichen Grundlagen eines BIM-Projekts (Auftraggeber-Informationsanforderungen AIA, BIM-Abwicklungsplan BAP, Common Data Environment CDE), zentrale Begriffe (LOD und LOI, Little BIM versus Big BIM, das offene Austauschformat IFC) sowie die Rollen BIM-Manager, BIM-Gesamtkoordinator und BIM-Fachkoordinator, deren Standards buildingSMART teils gemeinsam mit dem VDI setzt.
Darüber hinaus zeigen die Folgen die Anwendungsfälle der gestaffelten BIM-Level des Masterplans — von 3D-Bestandserfassung, Koordination der Fachgewerke und Kollisions- und Durchbruchsplanung über Mengenermittlung und Mangelmanagement bis zur TGA-Fachkoordination, die die einzelnen Gewerke zu einem integrierbaren Modell zusammenführt. Ergänzend wird BIM mit Ökobilanz- und Zirkularitätsdaten (Cradle to Cradle, Materialkataster Madaster) und mit agilem, digitalem Projektmanagement verknüpft.
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Häufige Fragen zum Thema
Wofür steht BIM und worum geht es dabei wirklich?
BIM steht für Building Information Modeling. Es geht nicht um 3D-Zeichnen, sondern um das Anreichern von Bauteilen mit Informationen. BIM ist dabei das Werkzeug, die integrale Planung die zugehörige Methode.
Was sind AIA, BAP und CDE in einem BIM-Projekt?
Die Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) legen als Lastenheft Ziele, Daten und Detailtiefe fest. Der BIM-Abwicklungsplan (BAP) beschreibt als Antwort des Planungsteams die gemeinsame Umsetzung. Die Common Data Environment (CDE) ist die zentrale Datenumgebung. Erst wenn AIA, BAP und CDE geklärt sind, kann ein BIM-Projekt starten.
Welche Rollen braucht ein BIM-Projekt in der TGA?
Ein BIM-Projekt braucht klar verteilte Rollen: Der BIM-Manager erstellt auf Bauherrenseite die AIA, der BIM-Gesamtkoordinator gießt sie auf Auftragnehmerseite in einen BAP, und je Fachbüro koordiniert ein BIM-Fachkoordinator die Fachmodelle. Standards und Zertifikate setzt buildingSMART, teils gemeinsam mit dem VDI.
Was ist der Masterplan BIM des Bundes und ab wann gilt er?
Der Bund hat im September 2021 den Masterplan BIM Hochbau veröffentlicht und macht BIM ab Mitte 2022 zum Standard für Bundesbauten. Er verfolgt fünf Projektziele — höhere Planungsqualität, Terminsicherheit, Kostentransparenz, besseres Risikomanagement und Übergabe an den Betrieb — und ist in drei nach Bauvorhabengröße gestaffelte Level gegliedert.
Welche BIM-Anwendungsfälle gibt es in der TGA-Planung?
Level 1 umfasst grundlegende Anwendungsfälle wie 3D-Bestandserfassung, Koordination der Fachgewerke, Kollisions- und Durchbruchsplanung sowie Qualitäts-, Fortschritts- und Bauwerksdokumentation. Level 2 bringt BIM in Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung und Bauausführung, etwa Mangelmanagement per App, Mengenermittlung aus dem IFC-Modell und Baufortschrittskontrolle.
Was ist die TGA-Fachkoordination und braucht sie zwingend BIM?
Die TGA-Fachkoordination verantwortet ein koordiniertes, integrierbares TGA-Modell und führt die einzelnen Gewerke zu einer Einheit zusammen — nicht die fachliche Richtigkeit der Berechnungen, die bei den Fach- und Systemplanern bleibt. Sie ist vor allem in den Leistungsphasen 3 bis 5 aktiv und lohnt sich bei größeren Projekten mit mehreren Anlagengruppen.
Wie verbindet BIM die TGA mit Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft?
BIM verbindet Modellinformationen mit Ökobilanz- und Zirkularitätsdaten und macht den Nachhaltigkeitsbeitrag der TGA bewertbar; obwohl die TGA nur rund ein Prozent der Gebäudemasse ausmacht, kann sie bis zu 50 Prozent der materialgebundenen Umweltwirkungen verursachen. Materialkataster wie Madaster dokumentieren ein Gebäude auf Basis von BIM-Modellen und machen den Bestand als Rohstoffbank für Sanierung, Rückbau und Wiederverwendung nutzbar.
Wie weit ist die TGA-Branche beim Thema BIM tatsächlich?
BIM setzt sich in der TGA langsam, aber ungleichmäßig durch: Erste Bundesbau-BIM-Projekte starten, doch viele Bauherren scheuen die Vorabkosten für BIM-Manager und Plattformen. Open BIM ist als verlustfreier, softwareunabhängiger Austausch noch nicht erreicht. Für Anwendungsfälle wie die Kollisionsprüfung gilt BIM jedoch bereits als sehr nützlich.
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