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TGA-PlanungFolge #68

tgabar · Bargespräche

Nachwuchsgewinnung über YouTube und TikTok

Folge 6805.03.202315:47 minRoman Fritsches, Sören Janson
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Auf den Punkt

Die tgabar treibt ihre Kampagne zur Nachwuchsgewinnung für die TGA-Fachplanung voran. Rund 23 Büros als First Mover haben die Marketingagentur MarXup beauftragt. Die Zielgruppe sind 14- bis 20-Jährige, angesprochen über kurze TikTok-Videos, die zu einem YouTube-Kanal und einer gemeinsamen Landingpage unter dem Dach „World of TGA" führen.

Transkript

Worum geht es beim Update zur Nachwuchsgewinnung?

Roman: Moin, moin aus Hamburg und herzlich willkommen zum einzigen Podcast von der TGA-Bar. Wir reden heute über Ausbildung an der Bar.

Sören: Und wie immer sind Sören Janson und Roman Fritsches da.

Roman: Genau, wir reden über Ausbildung an der Bar, aber nicht zum Barkeeper. Wir reden über die Ausbildung von fachplanenden, systemplanenden Projektleitern für die TGA-Fachplanung.

Sören: Das begleitet uns ja schon die letzten paar Monate. Du hast rausgefunden, Folge 57. Dann wird es immer wieder Zeit für ein Update, weil in der Zwischenzeit viel passiert ist.

Roman: Absolut. Wir hatten damals angesetzt und gesagt, wir haben mit fast 30 Standorten — sogenannten First Movers — Geld gesammelt. Es waren etwa 23 Büros, teilweise an mehreren Standorten. Jedes hat 950 Euro ausgegeben und wir haben gemeinsam eine Marketingagentur aus München beauftragt, die Agentur MarXup, um eine Kampagne für die Nachwuchsgewinnung zu starten. Letzte Woche wurde uns das Ergebnis präsentiert — wir sind also ganz aktuell.

Wie wurde die Zielgruppe der Kampagne definiert?

Sören: Da wurde im kleinen Kreis in mehreren Workshops daran gearbeitet, die Kampagne voranzutreiben.

Roman: Es gab zuerst einen eintägigen Workshop mit Abgeordneten aus dem First-Mover-Kreis. Einen Tag lang haben wir versucht, unser Problem zu verstehen: Warum kommen wir nicht an Nachwuchs und was für Nachwuchs suchen wir überhaupt? Wir haben eine wichtige Entscheidung getroffen: Wir fokussieren uns nicht auf Siebt-, Acht- und Neuntklässler, sondern auf eine diverse Zielgruppe — nicht nur Schüler, sondern auch Umschüler, Quereinsteiger, Azubis aus anderen Bereichen, Leute, die eine Ausbildung oder ein Studium anfangen oder abgebrochen haben. Die Zielgruppe ist eher 14 bis 20 und soll bestimmte Werte verfolgen, die wir auch verfolgen.

Welche Werte des Berufs hat der Werte-Workshop herausgearbeitet?

Roman: Für diese Werte habe ich einen eigenen Zwei-Stunden-Workshop mit einem Psychologen der Marketingagentur gemacht. Die Agentur besteht nicht nur aus Leuten, die reden und Websites können, sondern auch aus Psychologen.

Sören: Die die Menschen dahinter verstehen wollen.

Roman: In einer guten Übung habe ich mich gefragt, was unseren Job ausmacht. Wir haben sechs Punkte herausgefunden. Erstens: Wir gestalten unsere Umwelt, wir können unsere Stadt verändern. Wenn ich in Rente gehe, fahre ich durch Hamburg und schaue mir all die Bauvorhaben an.

Sören: Es ist heute schon so, wenn man überlegt, wo man überall mitgewirkt hat.

Roman: Man ist stolz auf das, was man erreicht hat, weil es sichtbar ist. Zweitens haben wir das Gefühl, am Klimawandel etwas ändern zu können. Die Baubranche ist der größte CO2-Verursacher, das heißt, wir haben die größten Hebel.

Sören: Und die Technik auch, über den Betrieb des Gebäudes, der ja auch immer mehr in den Mittelpunkt rückt.

Roman: Stimmt. Die Hälfte ist Bau, die andere Hälfte ist Betrieb — und die Betriebskosten, vor allem CO2, sind unser Thema. Das ist ein großer Hebel.

Sören: Und da passiert technisch und innovationstechnisch total viel. Beim Beton sind es die bekannten Themen, die sich schwer abstellen lassen, aber die Technik entwickelt sich.

Roman: Der dritte Komplex war der Bereich Familie. Wir haben meistens mittelständische und kleinere Büros, und die sind in irgendeiner Form eine Ersatzfamilie. Mit den Kollegen ist man auch befreundet, und wenn die Unternehmenskultur stimmt, ist es eine Familie, die wir bieten.

Sören: Die dann auch über Jahre bleibt.

Roman: Und die als Gemeinschaft einen Weg zusammen geht. Diese Idee haben wir in Vorteile für den Einzelnen übersetzt: Ich bin wirksam, ich kann etwas am Klimawandel bewegen, ich bekomme eine neue Familie. Dann haben wir es umgedreht und gefragt: Welches Gefühl ist negativ, wenn ich das nicht habe? Ich bin wirkungslos, ich bin machtlos, ich bin allein, ich habe keine Familie. Aus diesen Gefühlen kommen die Ideen, die Zielgruppe zu packen: Fühle dich nicht allein, nicht machtlos, nicht wirkungslos — du kannst etwas verändern. Da kamen schon rund 60 Punkte oder Sätze heraus.

Warum setzt die Kampagne auf YouTube und TikTok?

Roman: Ein Teil dessen, was letzte Woche — in der KW 8 — vorgestellt wurde, war, dass wir einen YouTube-Kanal aufmachen müssen. Der YouTube-Kanal ist der Aufhänger, um zu erklären, was wir tun und wie man seine Umwelt, seine Stadt verändern und diese Familie finden kann. Die Idee ist, das begleitend zu machen — etwa „Tatort München, Tatort Hamburg, Tatort Köln", indem man zu First Movern fährt und mit wiederkehrenden Gesichtern zeigt, was wir tun und warum.

Sören: Was heißt das, ist die ursprüngliche Idee mit TikTok damit vom Tisch?

Roman: Überhaupt nicht. Der YouTube-Kanal ist etwas ausführlicher, aber ohne Videos erreichst du die Jugend heute nicht mehr. Mit Text und Bild erreichst du nichts mehr, du brauchst Bewegtbild. Die Idee ist, Schnipsel aus den YouTube-Videos herauszuschneiden und auf TikTok zu publizieren. Ich habe gestern endlich TikTok heruntergeladen. Leute, macht das einfach, ladet es euch runter und schaut es euch an. Ich bin dem Thema Ausbildung gefolgt, habe nach „Ausbildung" gesucht und nach den meisten Likes sortiert. Interessanterweise ist ein Zahnarzt aus Köln dabei mit einem Video mit 1,7 Millionen Likes — eine Auszubildende, die gezeigt hat, was Patienten für einen Quatsch machen. Das hat 1,7 Millionen Menschen begeistert, die TikTok benutzen, wahrscheinlich eher Schüler.

Auch Architektur ist ein großes Thema beim Thema Ausbildung — Hunderttausende bis Millionen von Likes. Viele Architekturstudierende zeigen im Zeitraffer, wie sie ihre Modelle bauen, wie sie ihr Studium am Anfang toll finden und irgendwann genervt sind, wenn die Partyzeit vorbei ist und es um Details und Fleiß geht. Da kam mir die Idee, das zu verknüpfen: Hier ist es lustig, ich zeige Fails — neben die Schüssel spucken oder über eine verlegte Leitung stolpern — und verknüpfe das mit der Frage: Du interessierst dich für Gebäude? Es gibt nicht nur Architektur, es gibt noch etwas anderes.

Sören: Das ist ein Punkt, den man herausheben muss. Wenn man Leute auf Bauen anspricht, dann ist es der Architekt.

Roman: Genau, da müssen wir mal rauskommen. Ich habe den Eindruck, dass die Zielgruppe bei der Architektur eher Frauen sind — Mädchen oder junge Studentinnen, die zeigen, was sie tun. Und vielleicht ist das genau die Zielgruppe, die wir suchen, wie wir es im Podcast mit den drei starken Frauen von der TGA-Bar festgestellt haben. Ich würde gerne die Mitglieder der Bar aufrufen, sich TikTok herunterzuladen, „Ausbildung" einzugeben und nach den meisten Likes zu sortieren. Da seht ihr Dinge, die Schüler begeistern. TikTok führt dann zu YouTube, wo es mehr Informationen gibt, und YouTube führt zu unserer Landingpage.

Was zeigt die gemeinsame Landingpage „World of TGA"?

Roman: Die Landingpage wurde schon gezeigt, sie ist fertig. Es gibt ein Logo, Designs, Bilder und Texte. Auf der Landingpage finde ich mehr Informationen und ein paar Videos, die Azubis von Azubis gemacht haben. Die Agentur hat im Rahmen der Kampagne bereits Interviews mit Auszubildenden der Systemplanung und der Fachplanung geführt — das ist nur ein Anfang.

Wir haben bewusst den Begriff TGA gelassen: Es heißt „World of TGA", und „Next Generation Heroes" werden gesucht. Die Landingpage erklärt, was TGA bedeutet, und zeigt vor allem den Ausbildungsweg: über eine Ausbildung, über ein anderes Studium oder über ein Studium parallel zum Job im Büro. Dazu gibt es Karrierepfade und die Standorte.

Sören: Wann geht die Landingpage online?

Roman: Nach unserer Freigabe. Wir müssen uns noch für das Impressum entscheiden und klären, wer die Landingpage ausführt. Dazu machen wir eine eigene Folge mit den Barkeepern: Wie geht es strukturell an der TGA-Bar weiter? Der YouTube-Kanal ist ebenfalls vorbereitet und muss nur noch freigeschaltet werden.

Wie sollen eingehende Anfragen organisiert und verteilt werden?

Roman: Wir müssen uns entscheiden, wie wir die eingehenden Anfragen bearbeiten. Die Idee wäre, über eine Calendly-App ein paar Termine anzubieten. Eine Gruppe von Büros tut sich zusammen, verwaltet die Anfragen und kümmert sich darum, dass Schüler, die sich melden, einen halbstündigen Online-Termin bekommen. Die Anfragen werden örtlich sortiert und fair auf die First Mover verteilt.

Sören: Gerade weil du es mit dem Familienunternehmen gesagt hast — viele wollen vielleicht in ihrer Region bleiben, dann filtert sich das von alleine.

Roman: Das glaube ich auch. Wir müssen intern vielleicht Steckbriefe der First Mover anlegen, sodass man sieht: Diese Person wohnt da, möchte das tun — passt die in unsere Familie?

Sören: Sie muss auch in die Unternehmensstruktur reinpassen.

Roman: Genau, und der Bedarf muss da sein. Wir müssen als First Mover ein paar Sachen entscheiden, dann die Second Mover reinholen und das Ganze mit einer Rechtsform stabilisieren. Das ist alles noch nicht in Stein gemeißelt.

Wie geht es weiter und wer kann mitmachen?

Roman: Die Idee geht voran, und ich finde die drei Teile großartig: YouTube Shorts und TikTok mit lustigen 10-Sekunden-Fail-Videos nach dem Motto „Du hast Interesse an Gebäuden, es gibt aber nicht nur Architektur." Der zweite Schritt ist der YouTube-Kanal mit mehr Informationen, vielleicht auch mal ein 10-Minuten-Video. Alles läuft unter „World of TGA".

Wir haben uns klar vom Handwerk abgegrenzt — das war wichtig, weil es noch vermischt war. Das ist der Grund, warum wir an der Bar sitzen: Wir wollen eine eigene Community und nicht mit den Architekten oder den TGA-Handwerkern in einen Topf geworfen werden. Wir sind eine eigene Disziplin. MarXup hat einen guten Job gemacht und ein interdisziplinäres Team gezeigt — Webdesigner, Psychologen, Texter, Grafikdesigner, also vier Disziplinen, die gut zusammengespielt haben.

Sören: Wir können uns auf das Ergebnis freuen und hoffen, weitere Second Mover zu gewinnen, damit das wirklich mit Leben gefüllt wird.

Roman: Absolut. Wir müssen mit den First Movers organisatorisch aufsetzen, die ersten eintrudelnden Bewerbungen handhaben, und dann kommen die Second Mover.

Sören: Die können sich aber jetzt schon gerne melden, oder?

Roman: Die können sich schon melden, das haben sie auch schon. So viel zum Thema Ausbildung an der Bar.

Sören: Auf den Erfolg stoßen wir jetzt erstmal an.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Welche Zielgruppe spricht die Nachwuchskampagne der tgabar an?

Statt sich auf Schüler der siebten bis neunten Klasse zu beschränken, richtet sich die Kampagne an eine diverse Gruppe von etwa 14 bis 20 Jahren — darunter Schüler, Umschüler, Quereinsteiger und Azubis aus anderen Bereichen — die bestimmte Werte teilen.

Wie ist die Kampagne über YouTube, TikTok und Landingpage aufgebaut?

Kurze TikTok-Videos (Shorts/Fails) wecken Aufmerksamkeit und führen zu einem ausführlicheren YouTube-Kanal. Dieser verweist auf eine gemeinsame Landingpage unter dem Dach „World of TGA", die den Beruf erklärt, Azubi-Interviews zeigt und die Ausbildungswege sowie die beteiligten Standorte darstellt.

Wie wollen die First Mover eingehende Bewerbungsanfragen bearbeiten?

Geplant ist, über eine Terminbuchung (z. B. Calendly) halbstündige Online-Termine anzubieten. Eine Bürogruppe verwaltet die Anfragen, sortiert sie örtlich und verteilt sie fair auf die First Mover.

Zitate

Ohne Videos erreichst du die Jugend heute nicht mehr. Mit Text und Bild erreichst du nichts mehr, du brauchst Bewegtbild."

Roman Fritsches

Wir wollen endlich eine eigene Community und nicht mit den Architekten oder den TGA-Handwerkern in einen Topf geworfen werden. Wir sind eine eigene Disziplin."

Roman Fritsches

Zahlen & Fakten

Rund 23 Büros (an teils mehreren Standorten, fast 30 Standorte) beteiligten sich als First Mover und zahlten je 950 Euro für die gemeinsame Kampagne ein.

Die Kampagne richtet sich an eine Zielgruppe von etwa 14 bis 20 Jahren.

Ein TikTok-Video einer zahnmedizinischen Auszubildenden aus Köln zum Thema Ausbildung erreichte rund 1,7 Millionen Likes.

Die Baubranche ist laut Roman Fritsches der größte CO2-Verursacher und hat damit die größten Hebel zur Veränderung.

Quelle: Roman Fritsches

Glossar

First Mover
Die rund 23 Büros, die als Erste je 950 Euro für die gemeinsame Nachwuchskampagne der tgabar eingezahlt und die Agentur beauftragt haben.
World of TGA
Das Dach-/Markenkonzept der Kampagne (Logo, Designs, Landingpage); unter dem Slogan „Next Generation Heroes" werden Nachwuchskräfte für die TGA gesucht.