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TGA-PlanungLeistungsphasen der TGA-PlanungFolge #81

tgabar · Bargespräche

Montageplanung mit Delta Controls

Folge 8104.06.202334:02 minRoman FritschesGast: Maximilian Eck
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Auf den Punkt

Eine gute Montageplanung setzt eine ausführbare Ausführungsplanung voraus: Der Fachplaner bleibt laut HOAI für die Ausführungsplanung verantwortlich und erhält bis zu vier Prozent Honorar für die Prüfung der Montageplanung. Entscheidend sind regelmäßige Abstimmungstermine über Monate, schriftliche Protokolle und ein partnerschaftliches Miteinander statt Behinderungsanzeigen — besonders bei der Gebäudeautomation mit ihrer hohen Integrationsleistung.

Transkript

Warum ist die Schnittstelle zwischen Ausführungs- und Montageplanung so kritisch?

Roman: Moin, herzlich willkommen zum einzigen Podcast von der TGA-Bar. Ich sitze heute nicht allein an der Bar — Sören ist nicht da, dafür ist Maximilian Eck von Delta Controls da. Schön, dass du da bist.

Maximilian Eck: Danke, dass du Zeit gefunden hast.

Roman: Wir reden bei einem Glas Wasser über ein sehr spannendes Thema: Montageplanung. Maximilian, du bist von deiner Ausbildung her perfekt vorbereitet — du hast ein duales Studium hinter dir, Ausbildung und Studium in einem.

Maximilian Eck: Ja, ich habe wirklich von der Picke auf gelernt: Kabelzug, Schaltschrankbau habe ich alles miterlebt. Ich kenne also nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis.

Roman: Das ist hervorragend für diese Schnittstelle Ausführungsplanung Richtung Montageplanung. Im schlimmsten Fall läuft es so: Die ausführende Firma prüft die Ausführungsplanung, weist auf Mängel hin, und dann zieht sich die Erstellung der Montageplanung ewig hin, weil es planerische Themen gibt, die aus Sicht der Firma nicht gelöst sind. Am Ende haben wir keine Montageplanung und der Bau beginnt. Das haben wir glaube ich alle schon erlebt.

Maximilian Eck: Natürlich, diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht.

Baut ihr ohne geprüfte Montageplanung trotzdem an?

Roman: Was ist die Konsequenz aus deiner Sicht? Fangt ihr trotzdem an zu bauen, wenn keine Prüfung der Montageplanung vorliegt?

Maximilian Eck: Offiziell würde ich sagen natürlich nicht. Aber oft drückt die Zeit so, dass man nicht drumherum kommt, irgendwann anzufangen. Fakt ist — egal welches Gewerk —, es ist unheimlich wichtig, dass sowohl eine gute Ausführungsplanung als auch eine gute Werk- und Montageplanung vorhanden ist. Wenn eins von beiden fehlerhaft ist und in der Ausführung Probleme auftreten, hat man richtig große Probleme, weil der Faktor Zeit dazukommt. Deswegen bin ich ein Freund davon, sich am Anfang mit den Fachplanern hinzusetzen und auf guter menschlicher Basis eine Lösung zu finden — heute über Teams einfach Termine ansetzen. Wir hatten ein Projekt, da haben wir das ein- bis zweimal die Woche gemacht und alle offenen Punkte abgearbeitet. Am schönsten ist es, wenn die Werk- und Montageplanung den Freigabestempel vom Fachplaner hat — aber als Fachunternehmen sind wir auch selbst dafür verantwortlich, dass der Inhalt durch uns geprüft wurde.

Wer trägt laut HOAI die Verantwortung für die Ausführungsplanung?

Roman: Das Thema Verantwortung ist eine super Überleitung. Wenn du in die HOAI guckst, ist der Fachplaner verantwortlich für die Ausführungsplanung und bleibt es auch immer. Die Frage „Geben Sie mir mal die Freigabe des Bauherrn" ist totaler Quatsch — der Planer schuldet die Ausführungsplanung so lange zu bearbeiten, bis sie tatsächlich ausführbar ist. Nur weil der Bauherr einen Stempel draufgemacht hat, ist sie nicht perfekt; du als Firma musst bewerten, was ausführbar ist und was nicht.

Und es gibt eine interessante Geschichte in der HOAI: Planer bekommen, wenn es beauftragt ist, bis zu vier Leistungspunkte für die Prüfung der Montageplanung — also vier Prozent des Honorars, eine Menge. Für diese vier Prozent treffen wir uns wöchentlich oder zweiwöchentlich, bis alle Fragen zur Ausführungs- und Montageplanung geklärt sind. Das kann sich bis zu einem Jahr hinziehen. Dieser Prozess wird total unterschätzt und nirgends richtig geklärt — auch in Projekthandbüchern fehlt, wer die Montageplanung eigentlich macht und warum. Bei Architekten fehlt das Verständnis, weil sie viel weniger Montagepläne bekommen als ein TGA-Planer. In der VOB steht, dass es deine Pflicht als ausführende Firma ist, die Planung zu prüfen und Bedenken anzumelden. Machst du das formell?

Maximilian Eck: Ja, habe ich schon gemacht, so etwas wie Behinderungsanzeigen. Es kommt darauf an, wie der Zeitplan gespickt ist, wie die vertraglichen Grundlagen sind, wie Vertragsstrafen aussehen. Als Projektleiter muss man abwägen, in welcher Art und Weise man kommuniziert. Wenn die wöchentlichen Termine klappen und man alles sauber regelt, kann man teilweise darauf verzichten. Ich sage extra teilweise, weil ich sehr früh gelernt habe: Wer schreibt, der bleibt. Ich gucke, dass ich gewisse Sachen schriftlich mache, auch Absprachen — am Anfang sind alle gut miteinander, aber zum Ende, wenn das Budget knapp wird oder Fehler eingebaut wurden, kann das schnell kippen.

Warum ist es so wichtig, selbst Protokoll zu führen?

Roman: Schreibst du dann selber Protokoll für diese Besprechungen?

Maximilian Eck: Ja, entweder ich oder je nach Projektgröße der Bauleiter oder ein technischer Koordinator. Nicht nur Protokolle zwischen uns und den Fachplanern — irgendwann, wenn die Ausführung beginnt, gibt es den Jour fixe, da sitzen alle an einem Tisch. Da bestehe ich darauf, dass jemand protokolliert; wenn sich keiner breit erklärt, mache ich es gerne selbst. Wichtig ist, dass die Informationen schriftlich festgehalten werden, damit man sagen kann: Das war die Absprache, daran sollten wir uns halten.

Roman: Witzig, dass du das sagst — oft will keiner die Schriftführung machen. Ich liebe es, das Protokoll zu schreiben und es zu teilen, während ich schreibe, weil dann alle Anwesenden es schon sehen. Ich habe die Formulierungshoheit, und wer schreibt, der bleibt. Wenn ich jemand anders schreiben lasse und alles kommentieren muss, ist das ein ewig nerviger Prozess, bei dem oft Sachen fehlen.

Maximilian Eck: Ja, definitiv.

Wie geht ihr mit Mängeln in der Ausführungsplanung um?

Roman: Du sagtest vorhin das Thema Mängel in der Ausführungsplanung. Wie erlebst du den Umgang mit den Planern? Ist das immer wieder ein Streitthema?

Maximilian Eck: Das kommt auf die Person an, die einem gegenübersitzt — und darauf, wie viel Zeit und Know-how derjenige hat, der hinter dem Doing sitzt. Ich handhabe es so: Nachdem wir die Montageplanung gemacht haben und der Planer Mängel feststellt, werden die von uns behoben. Wenn man nicht direkt eine Behinderungsanzeige rausschmeißt und dem Planer unfreundlich entgegenkommt, kommt man auf vernünftiger Basis gut klar. Wenn man sagt „Da hast du vielleicht einen Fehler gemacht" und innerhalb von zwei, drei Werktagen die überarbeitete Ausführungsplanung bekommt, ist das nicht die Zeit, die einem das Genick bricht.

Roman: Zumal wir meistens, während der Rohbau entsteht, Zeit haben, unseren Kram zu machen — eine schöne Pufferzeit. Wobei es auch zu spät werden kann: Kabel, die in den Boden oder in Trassen müssen, die noch gebaut werden.

Maximilian Eck: Dann muss man gucken, dass man gemeinsam am Strang zieht. Die Tendenz geht leider immer mehr weg davon — man sollte zusammen das Ziel haben, das Bauvorhaben im Sinne des Auftraggebers vernünftig abzuschließen, statt dieses Gegeneinander. Aus meiner Sicht wird das heutzutage immer extremer. Ich bin Fan davon, das Projekt gemeinschaftlich umzusetzen.

Wie lassen sich Nachträge und Optimierungen während der Montageplanung bearbeiten?

Roman: Das geht ja auch — mit regelmäßigen Treffen im Kleinkreis, ohne Leute, denen man sich ständig verantworten muss. Ich habe festgestellt, dass wir in dieser Phase der Fortschreibung der Ausführungsplanung — das ist sogar eine Leistung der Planung nach Vergabe — und der Stellung der Montageplanung das Thema Nachträge gut parallel bearbeiten können. Meistens kommen Änderungen oder andere Lösungsmöglichkeiten hoch. Dann kannst du mit deinen Nachträgen schon kommen. Wenn man ein komplettes Paket schnürt — kostet null Euro mehr, dafür eine Leistungsqualitätssteigerung, an anderer Stelle eine andere Blechstärke bei den Trassen oder ein anderes Fabrikat — und das mit null Euro drunter, kann man dieses Spiel in dieser Phase machen. Erlebst du das zufriedenstellend?

Maximilian Eck: Teilweise ja. Wenn man die Zeit intensiv mit der Montageplanung nutzt, werden Optimierungen aufgedeckt und zum Gespräch mit dem Fachplaner gebracht. Manche Sachen tauchen aber erst bei der Ausführung auf, wenn die Gegebenheiten anders sind oder andere Gewerke etwas anders gebaut haben, als besprochen. Optimierung teilweise definitiv während der Werk- und Montageplanung — aber alles erschlagen auf keinen Fall.

Roman: Diese Fabrikatsänderung, die ich angeschnitten habe — ich war selbst zwei Jahre als Elektro-GU in der Ausführung. Ich hatte ein Beispiel: Ich habe OBO und Puk, die beiden großen Trassenbauer, immer beide angefragt. Je nach Bauvorhaben gab es unterschiedliche Preisvorteile. Im LV habe ich ein Fabrikat reingeschrieben — etwa OBO —, hinterher verhandelt, und dann war Puk doch günstiger. Dann bin ich zum Planer und habe gesagt: Bitte die Gleichwertigkeit prüfen. Hätte ich ehrlich gesagt „Ich spare hier ein paar Euro", hätte der Planer das nicht verstanden, weil er nicht weiß, wie das abläuft — dass du einen Haufen Lieferanten- und Nachunternehmerangebote auf dem Tisch hast und im LV schon ein Fabrikat genannt hast. Mehr Offenheit würde Verständnis füreinander erzeugen — als Beratung zu Produkten ist das interessant.

Maximilian Eck: Definitiv. Eine gewisse Transparenz und Ehrlichkeit ist zwischen Fachplaner und Ausführung sehr wichtig, vor allem zwischen den beiden Projektleitern. Wenn man eine unehrliche Schiene fährt, fällt das immer auf — nicht nur in unserer Branche, sondern im ganzen Leben.

Wie wirkt sich der Kupferpreis auf die Deckungsbeiträge aus?

Roman: Wo hatte ich in der Ausführung am meisten Geld über Nachträge verdient? Unter anderem das Thema Kabelpreise. Wir hatten 185er und 240er Querschnitte ohne Ende zu verbauen, der Kupferpreis war hoch, als ich das Angebot geschrieben habe, und dann ist er enorm gesunken — am Ende haben wir 40.000 Euro an einer Kabellieferung verdient. Das interessiert den Planer nicht, aber ich hatte diesen dicken Deckungsbeitrag im Hinterkopf und war entspannter, auch Richtung Nachträge. Du als Projektleiter hast die Verantwortung für die Deckungsbeiträge deines Projekts; die meisten Planer haben das nie gesehen.

Maximilian Eck: Ich habe auch mal in einer großen Elektrofirma Projektleitung gemacht — das Gleiche mit großen Querschnitten, nur war bei mir der kalkulierte Preis genau im Gegensatz richtig durch die Decke gegangen. Wenn man viel Kupfer drin hat, kann das zum riesen Problem werden, dann sitzt man mit denen am Tisch und ist wesentlich unentspannter.

Roman: Geben und nehmen. Unter Druck bist du zickiger und nicht so entspannt bei anderen Problemchen.

Maximilian Eck: Oder Lieferschwierigkeiten — die letzten zweieinhalb Jahre waren extrem. Baugruppen für Schaltschränke, Temperaturfühler etc., das ging teilweise in die Monate bei Produkten, die man sonst in sieben, acht Werktagen hatte.

Warum ist die Integrationsleistung der Gebäudeautomation so anspruchsvoll?

Roman: Du hast ein besonderes Gewerk: die Gebäudeautomation. Ich habe gelernt — von Tobias Potz, unseren eigenen Planern und Claudius Schade —, dass ihr als GA-Planer und Ausführende integrieren müsst. Ihr müsst alle anderen Gewerke anschließen: Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, alle Feldgeräte. Dafür braucht ihr die Daten der Feldgeräte, den Anlagenkennzeichnungsschlüssel, ein Schema. Das ist eine riesen Integrationsleistung, die in der HOAI nicht abgebildet ist, in der Vergütung nicht richtig abgebildet ist und auch in der VOB-C nur teilweise steht. Erlebst du dadurch ein zusätzliches Problem, weil der GA-Fachplaner viele Informationen von den anderen braucht und nicht bekommt?

Maximilian Eck: Ja, natürlich. Ich unterscheide zwei große Aspekte: Neubauten, wo wir alle Gewerke am Tisch haben, und Refit, wo wir oft als einziges Gewerk da sind — da bin ich freier. Beim Neubau brauche ich von allen Input: vom Lüftungsbauer das Lüftungsschema, damit ich weiß, wo die Volumenstromregler und Brandschutzklappen sitzen; vom Heizungsbauer, wo deren Geräte sitzen, mit Datenblättern. Das gehört für mich zum Bündel Ausführungsunterlagen.

Welche Rolle spielen die VDI 3814 und die VDI 6026 für die Montageplanung?

Roman: Du richtest dich nach der VDI 3814 — die VDI-Richtlinie, die GA und die Automationsplanung beschreibt, bis zur Revisionsplanung, extrem ausführlich. Da stehen Dinge drin, die in Leistungsphase 2 und 3 von den Planern koordiniert werden müssen, die du in deiner Montageplanung lange abfragen musst. Wird die bei dir vereinbart — steht in deinen Verträgen „Montageplanung gemäß 3814"?

Maximilian Eck: In den Verträgen steht meistens nur, dass nach VOB gilt. Darauf wird nicht verwiesen. In dem Umfang habe ich das so noch nicht gesehen.

Roman: Wir erleben als Planer, dass die VDI 6026 in der neuen Fassung vereinbart wird. Da steht drin, welche Dokumente wir liefern müssen und welche die ausführende Firma liefern muss — und die 3814 ist in der 6026 mit drin, mit Auszügen. Wenn Planer und ausführende Firma die 6026 vereinbaren, kannst du eine wunderbare Liste auf den Tisch legen: Anlagenkennzeichnungsschlüssel, Klemmlisten. Da sind Sachen aus der Ausführungsplanung dabei, die laut Tobias früher erst in der Montageplanung waren und oft keinen Sinn machen — TRIC-Schemen, die du noch mit Funktionsbeschreibungen in deiner eigenen Software ergänzen musst. Das kann der Planer eigentlich nicht. Auf deiner Seite würdest du sonst nur Behinderungsanzeigen schreiben.

Maximilian Eck: Das ist in der Vergangenheit vorgekommen: Wenn ich etwas anschließen oder regeln soll und die Unterlagen nicht bekomme, wie ich das Gerät ansteuere, bin ich in meiner Ausführung behindert und komme nicht weiter.

Welche Informationen braucht die GA von welchem Gewerk?

Roman: Die Montageplanung wird unterschätzt. Im Zweifel trifft sich nicht jeder Fachplaner mit seinem Pendant der ausführenden Firma. Du musst auch die Bau- und Projektleitenden der ausführenden Firmen schnappen und viele Unterlagen aus der Montageplanung abfragen.

Maximilian Eck: Genau. Beim Beispiel Elektroverkabelung möchten die von mir eine Werk- und Montageplanung haben, wo drinsteht: Kabelzugliste, Feldgeräte-Positionierung, so einfach wie möglich, damit jeder Helfer weiß, welches Kabel, welcher Querschnitt, von welcher zu welcher Position. Dafür brauche ich Vorinformationen — manchmal warte ich wochenlang darauf, wo mein Automationsschwerpunkt liegt oder wo der Schrank steht.

Roman: Was ist das schwierigste Gewerk, mit dem du dich abstimmen musst — Lüftung?

Maximilian Eck: Anfänglich Elektro, wenn die die Verkabelung für uns machen. Wir kriegen den Auftrag, der Elektriker ist meistens schon vor Ort, und ich kriege in der nächsten Woche die Frage nach den Kabelzuglisten — und frage zurück: Wo ist meine Ausführungsplanung? Das ist der erste Knackpunkt. Wenn die Schränke stehen und alle Feldgeräte angeschlossen sind, kommt es darauf an, wie die Fremdgewerke angeschlossen sind. Lüftungsanlagen und Wärmepumpen werden mittlerweile oft autark geliefert — wir gehen über BACnet, also kommunikative Steuerung. Größte Problematik ist aber definitiv Elektro, da müssen wir Hand in Hand gehen.

Roman: Brauchst du Elektro häufig als Nachunternehmer für deinen Kabelzug?

Maximilian Eck: Ich würde gerne in Zukunft die Verkabelung mit bei uns im Auftrag haben und mir jemanden aussuchen, der das macht — es ist ein Unterschied, ob ein Elektriker eine Elektromontageplanung oder eine GA-Planung ausführt.

Roman: Dein Wunsch wäre: Gib mir die Kabel ins LV, ich suche mir jemanden. Die Trassen selbst bauen musst du nicht?

Maximilian Eck: Doch, gibt es auch — etwa wenn man in Energiezentralen verkabeln muss. Der Elektriker legt seine Spannungsversorgung, die MSR-Verkabelung wird oft bei GA ausgeschrieben. Aber alles im Gebäude — Fühler hier, Sensor da — ist meistens nicht mit bei uns drin.

Roman: Verlegesysteme baust du nicht, da brauchst du kein OBO und Puk.

Maximilian Eck: Genau, dafür braucht man wieder einen Nachunternehmer. Ich bin froh, wenn in der Planung ausreichend Reserve für MSR oder GA dabei ist — mit Trennsteg, dann bist du auf deiner Seite.

Wie sieht ein idealer Ablaufplan der Montageplanungstermine aus?

Roman: Aus Planersicht würde ich mir das ideale Bauvorhaben so vorstellen: Bei acht Anlagengruppen jeweils acht Termine zur Ausführungs- und Montageplanung machen. Pro Termin bekomme ich einen halben Leistungspunkt — bei acht Terminen im Zwei-Wochen-Rhythmus sind das 16 Wochen, also vier Monate, realistisch beim großen Bauvorhaben. Die ersten Termine der sieben anderen Anlagengruppen würde ich ohne GA machen, dann ab dem fünften Termin die GA mit einladen, zumindest zu Elektro Starkstrom, Schwachstrom, Lüftung und Heizung — die vier für dich relevanten. So entsteht eine Matrix, in der alle ihre Pläne erstellen, du deine Bedürfnisse nennen kannst und noch acht Wochen Zeit bleibt, die Unterlagen zu liefern. Findest du das ein gutes Vorgehen?

Maximilian Eck: Bedenken nicht — für mich wäre das ein gutes Vorgehen. Nur werden wir oft relativ spät in diesem Workflow beauftragt.

Roman: In unserem Verfahren bringen wir alle technischen Vergabeeinheiten gleichzeitig und relativ früh auf den Markt — der Rohbau kommt ein, zwei Monate vorher. GA sollte da keine Ausnahme sein, weil ihr Kabel habt, die gezogen werden müssen.

Maximilian Eck: Genau, wenn wir früh genug im Boot sind, ist das ein vernünftiger Ablaufplan.

Roman: Vergabestrategisch also GA gleichzeitig ausschreiben, die Kabel willst du im LV haben, die Verlegesysteme nicht, und dann eine überkreuzte Montageplanung, bei der du dich in bestimmte Termine der anderen Gewerke mit reinsetzt.

Maximilian Eck: Macht mit Sicherheit Sinn — man hat so viele Schnittstellen, dass das auf jeden Fall Sinn macht.

Was möchtest du den Planern mitgeben?

Roman: Die Bar macht langsam zu. Hast du noch etwas, das du uns Planern mitgeben möchtest?

Maximilian Eck: Ich denke, wir haben über ziemlich alles gesprochen. Wichtig ist am Ende des Tages, dass wir zusammen zum Ziel finden. Das ist für mich das Wichtigste.

Roman: Offen und ehrlich umgehen, die Abwehrhaltung gegenüber Mängeln in der Ausführungsplanung ablegen — es ist nie alles drin, wir haben immer Zeitmangel. Und mehr Offenheit gegenüber eurer Situation: welche Lieferanten ihr habt, wo es Probleme gibt, wo ein anderes Produkt helfen würde. Dann regelmäßige Termine über mehrere Monate, alle zwei Wochen, und du bist bei den anderen Gewerken mit eingeladen. Perfekt, Maximilian, vielen Dank — solchen Austausch sollten wir öfter machen. Vielleicht machen wir eine Reihe mit allen Gewerken.

Maximilian Eck: Kann man machen.

Roman: Wer möchte noch interviewt werden zum Thema Montageplanung? Komm an die TGA-Bar, da triffst du andere Planer. Eine erfolgreiche Woche dir und euch, bis bald.

Maximilian Eck: Hört sich nach einem guten Plan an. Danke dir, ciao.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Wer ist laut HOAI für die Ausführungsplanung verantwortlich?

Der Fachplaner ist für die Ausführungsplanung verantwortlich und bleibt es dauerhaft. Er schuldet, die Ausführungsplanung so lange zu bearbeiten, bis sie tatsächlich ausführbar ist. Ein Freigabestempel des Bauherrn ändert daran nichts — die ausführende Firma muss zusätzlich selbst bewerten, was ausführbar ist.

Wie viel Honorar erhält der Planer für die Prüfung der Montageplanung?

Wenn es beauftragt ist, erhält der Planer laut HOAI bis zu vier Leistungspunkte, also vier Prozent des Honorars, für die Prüfung der Montageplanung. Diese Leistung umfasst regelmäßige Abstimmungstermine, bis alle Fragen zur Ausführungs- und Montageplanung geklärt sind.

Wie sollte der Abstimmungsprozess zwischen Planer und ausführender Firma organisiert sein?

Über regelmäßige Termine im Kleinkreis, etwa alle zwei Wochen über mehrere Monate, bis alle offenen Punkte abgearbeitet sind. Absprachen werden schriftlich protokolliert ("Wer schreibt, der bleibt"). Ziel ist eine partnerschaftliche, ehrliche Zusammenarbeit statt sofortiger Behinderungsanzeigen.

Warum ist die Gebäudeautomation bei der Montageplanung besonders anspruchsvoll?

Die GA muss alle anderen Gewerke integrieren — Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und deren Feldgeräte anschließen. Dafür braucht sie Daten der Feldgeräte, den Anlagenkennzeichnungsschlüssel und Schemata von den anderen Gewerken. Diese Integrationsleistung ist in HOAI, Vergütung und VOB nur unzureichend abgebildet.

Welche Rolle spielen VDI 3814 und VDI 6026 für die GA-Montageplanung?

Die VDI 3814 beschreibt die GA- und Automationsplanung sehr ausführlich bis zur Revisionsplanung. Die neue Fassung der VDI 6026 regelt, welche Dokumente Planer und ausführende Firma liefern müssen, und verweist mit Auszügen auf die 3814. Werden sie vereinbart, kann die ausführende Firma Material und Dokumentation strukturiert einfordern.

Wie kann die ausführende Firma Mängel in der Ausführungsplanung formell anzeigen?

Laut VOB ist es Pflicht der ausführenden Firma, die Planung zu prüfen und Bedenken anzumelden — etwa über Behinderungsanzeigen. Ob und wie scharf man diese einsetzt, hängt von Zeitplan, vertraglichen Grundlagen und Vertragsstrafen ab; oft ist eine partnerschaftliche Klärung zielführender.

Welches Gewerk ist für die GA bei der Abstimmung am schwierigsten?

Anfänglich Elektro, vor allem wenn dieses die Verkabelung übernimmt. Häufig ist der Elektriker schon vor Ort und fragt Kabelzuglisten an, bevor die GA überhaupt ihre Ausführungsplanung erhalten hat. Lüftung und Heizung liefern zudem oft erst spät die Positionen ihrer Geräte und Regler.

Zitate

Wer schreibt, der bleibt."

Maximilian Eck

Der Planer schuldet die Ausführungsplanung so lange zu erstellen und zu bearbeiten, bis sie tatsächlich ausführbar ist."

Roman Fritsches

Wichtig ist am Ende des Tages, dass wir zusammen zum Ziel finden."

Maximilian Eck

Dieser Prozess wird total unterschätzt. Der wird einfach nicht mit aufgenommen."

Roman Fritsches

Zahlen & Fakten

Planer erhalten laut HOAI bis zu vier Leistungspunkte (vier Prozent des Honorars) für die Prüfung der Montageplanung.

Quelle: HOAI

Der Abstimmungsprozess zwischen Ausführungs- und Montageplanung kann sich bis zu einem Jahr hinziehen.

Quelle: Maximilian Eck

An einer einzigen Kabellieferung wurden durch einen sinkenden Kupferpreis rund 40.000 Euro verdient.

Quelle: Roman Fritsches

Acht Anlagengruppen mit je acht Terminen im Zwei-Wochen-Rhythmus ergeben rund 16 Wochen (vier Monate) für die Montageplanung eines großen Bauvorhabens.

Quelle: Roman Fritsches

Lieferzeiten für Schaltschrank-Baugruppen und Temperaturfühler stiegen in den letzten zweieinhalb Jahren von rund sieben bis acht Werktagen auf mehrere Monate.

Quelle: Maximilian Eck

Glossar

Ausführungsplanung
Planung, für die der Fachplaner laut HOAI dauerhaft verantwortlich ist; muss so lange bearbeitet werden, bis sie tatsächlich ausführbar ist.
Integrationsleistung
Aufgabe der Gebäudeautomation, alle anderen Gewerke (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro) und deren Feldgeräte anzuschließen und in ein gemeinsames Schema zu integrieren.
Jour fixe
Regelmäßiger Abstimmungstermin in der Ausführungsphase, an dem alle Beteiligten an einem Tisch sitzen.
Montageplanung
Werk- und Montageplanung der ausführenden Firma auf Basis der Ausführungsplanung; legt für die Baustelle konkret fest, was wie montiert wird (z. B. Kabelzuglisten, Feldgeräte-Positionierung).
Refit
Sanierung im Bestand, bei der die GA häufig als einziges Gewerk tätig ist und damit unabhängiger von anderen Gewerken arbeiten kann.
VDI 3814
VDI-Richtlinie, die die Gebäudeautomations- und Automationsplanung ausführlich beschreibt, bis hin zur Revisionsplanung.
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