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TGA-PlanungBesondere Leistungen TGA-PlanungFolge #408

tgabar · Bargespräche

Mitwirkung bei Auslobungen

Folge 40827.02.20268:22 minRoman Fritsches, Sören Janson
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Auf den Punkt

Die Mitwirkung bei der Ausarbeitung von Auslobungen ist eine besondere Leistung nach AHO Heft 6: TGA-Planer helfen dem Bauherrn, Planungswettbewerbe vorzubereiten und vorzuprüfen. Sie steuern Planungsziele je Anlagengruppe, Bewertungsmatrizen und konkrete Vorgaben bei und bewerten anschließend die eingereichten Entwürfe. Abgerechnet wird nach Zeitaufwand, weil sich der Umfang kaum pauschal kalkulieren lässt.

Transkript

Was bedeutet Mitwirkung bei der Ausarbeitung von Auslobungen?

Roman: Herzlich willkommen an der TGA-Bar. Stell dir vor, du sitzt gerade an der Kalkulation von besonderen Leistungen, und Sören Janson und ich quatschen dich dabei voll. Nein, wir lenken dich nicht ab, wir helfen dir kalkulieren. In dem Fall, wo wir jetzt helfen, ist es ein bisschen anders, weil du gerade kein Angebot für eine Planung schreibst, sondern dich hat ein Bauherr, mit dem du vielleicht schon lange guten Kontakt hast, gebeten, ihm bei der Ausarbeitung von Auslobungen zu helfen und bei der Vorprüfung von Planungswettbewerben. Sören, was sind denn da so die Inhalte?

Sören: Was da gemacht wird, ist eine sehr gute Frage. Eigentlich spricht das für sich. Jeder, der sich das einmal anschaut, wird wissen, warum wir den Inhalt der Folge schon im Vorwege festgestellt hatten — weil es offensichtlich nichts weiter zu sagen gibt als das, was da steht.

Roman: Ich hoffe, dass es noch ein bisschen mehr zu sagen gibt, weil die Aufgabe total geil ist. Meistens ist es so gemacht: Zwei Kollegen und ich haben es schon gemacht, dass wir nach einer Bedarfsplanung, die wir für den Bauherrn gemacht haben, im nächsten Schritt geholfen haben bei der Ausschreibung der Planungsleistungen. Ich finde, das ist auch der professionelle Weg: Du beauftragst als öffentlicher Bauherr eine Bedarfsplanung für die TGA und bittest dann im nächsten Schritt die Planer, die dir dabei geholfen haben, die Ausschreibung vorzubereiten und die Ergebnisse vorzuprüfen. Der Text spricht für sich, das steht im AHO Heft 6. Deswegen haben wir so ein bisschen gelacht.

Welche Richtlinien gelten für Planungswettbewerbe?

Sören: Aber kanntet ihr diese Richtlinien, die es auch dafür gibt?

Roman: Richtlinien für Planungswettbewerbe und Regeln für die Auslobung von Wettbewerben — hier steht RAW und RPW. Nee, das ist mir unbekannt. Ich habe mich da auch rausgehalten, weil die, die das machen, ganz häufig Projektsteuerungsbüros sind, die darauf spezialisiert sind, solche Planungswettbewerbe konform auszurichten. Wenn du da Mist baust, kriegst du Vergaberügen um die Ohren von den Planungsbüros — vielleicht nicht ganz so schlimm wie bei den ausführenden Firmen, aber schon ähnlich. Deswegen haben wir uns da rausgehalten. Wir haben immer, nachdem wir die Bedarfsplanung gemacht hatten, gefragt: Zeig mir doch mal deine Bewertungsmatrix. Ihr kennt das, wenn ihr euch auf ein Projekt bewerbt, dann gibt es eine Bewertungsmatrix — wie verfügbar ist der Planer, wie kompetent ist der Planer, wie motiviert ist der Planer und so weiter. Und dann bewertet man das auf einer Skala von 1 bis X.

Sören: Und sowas arbeitet ihr dann für die Gebäudetechnik zu? Man muss auch sehen: Die Richtlinien, die da genannt sind, sind relativ alt. Eine kommt aus Bayern, so wie ich das verstehe, und die andere aus Bremen. Deswegen muss man wahrscheinlich genau hinschauen und sich entsprechend einarbeiten, damit man adäquat einen Mehrwert bringt, wenn es da Vorrahmen gibt.

Warum sollte die TGA in Wettbewerben mitwirken?

Roman: Auf jeden Fall. Aber es ist ein Mitwirken: Den ganzen Rahmen baut jemand anders, der das schon ein paar Mal gemacht hat und üblicherweise darauf spezialisiert ist. Ihr fügt diesem Rahmen euer Fachwissen zur Gebäudetechnik hinzu. Ich finde sehr spannend, dass man Planungsziele definieren muss. Das passiert leider in vielen Wettbewerben nicht richtig. Da wird irgendwie allgemein untersucht, wie qualifiziert das Büro anhand von Referenzen ist. Aber ihr müsst eigentlich Planungsziele für jede Anlagengruppe vorgeben und hinterher bei der Vorprüfung bewerten, ob diese Planungsziele mit dem, was eingereicht wird, erreicht oder überhaupt verfolgt werden.

Sören: Ich finde es grundsätzlich cool, dass überhaupt daran gedacht wird, dass in einem Wettbewerb die TGA mit drin ist.

Was passiert, wenn die TGA im Wettbewerb fehlt?

Roman: In Wettbewerben, in denen das nicht passiert, kommt ziemlich viel Mist heraus. Da werden Wettbewerbsentwürfe nur von der Architektur abgefragt. Für mich ist es ein großer Fehler, wenn ein öffentlicher Bauherr im Wettbewerbsentwurf nur die Architekturleistung abfragt und nicht auch die TGA und vielleicht noch Energieberater mit reinzieht. Das ist schwach. Der Architekt wird sich nicht über die Größe von Technikflächen Gedanken machen, und beim Thema Energieeffizienz ist er auch nicht so fit wie ein Energieberater.

Sören: Ich glaube aber, dass sich da ein Verschieben einstellen wird, weil die Themen der Gebäudetechnik und der Energieberatung, also das Energetische, über kurz oder lang wieder zunehmen werden.

Roman: Ich sehe auch, dass wir, zumindest in Hamburg und Berlin, immer häufiger in solche Wettbewerbe reingezogen werden und in der TGA schon unseren Teil mitliefern. Finde ich gut. Ich habe auch das Gefühl, in der Bedarfsplanung ist in Hamburg relativ viel passiert. Es gibt eine eigene Stelle, die die öffentlichen Nutzer in Hamburg Richtung Bedarfsplanung betreut — da passiert was.

Sören: Es kann inhaltlich auch eine gute Ergänzung oder Abwechslung zum Planungsgeschäft sein, mal den anderen Weg zu gehen — gerade bei einem Projekt, das einen in der Planung sonst nicht treffen würde, weil es vielleicht zu groß ist, da aber den Rahmen abzustecken und aus erster Hand einfließen zu lassen, was man selbst schon erfahren musste.

Welche Vorgaben gibt die TGA in der Auslobung vor?

Roman: Es ist eine ganz andere Aufgabe. Man gibt mehr Zielbedingungen vor: Luftqualitäten, Luftmengen, aber auch bestimmte Vorgaben. Ihr kennt das: Wenn ich Lüftung plane, will ich immer wissen, welchen Aktivitätsgrad ich bei den Personen habe — nehme ich 30 Kubik an oder 45 oder was auch immer. Diese ganzen Vorgaben stellt man zusammen. Vielleicht auch die Qualität der Beleuchtung, die Anzahl von Steckdosen und so weiter. Das kann man grob aus Normen, Vorgaben und Richtlinien rausziehen oder einfach selbst aufstellen, und dann wissen die Planer schon, was sie machen müssen. Das ist ganz cool.

Sören: Vielleicht führt das auch dazu, dass die Qualität der Wettbewerbe steigt, wenn man das im Wettbewerb wirklich umfassend beleuchtet.

Roman: Total. Und die Qualität der Planung steigt auf jeden Fall.

Wie kalkuliert man die Mitwirkung bei Auslobungen?

Roman: Wie gesagt, ich habe das gerade ein paar Mal hinter mir — macht Spaß, ist cool. Man trifft auch ein paar Planungsbüros und schaut sich an, wie die präsentieren. Oft präsentieren die Architekten ohne das Planungsbüro, stellen aber die Ergebnisse der TGA-Planer mit vor. Dann sieht man schon die Handschrift der Kollegen und denkt sich: Ah ja, so habt ihr das vorgehabt. Da kann man die Kompetenz schon ein bisschen sehen. Kann ich auf jeden Fall empfehlen.

Wie kalkuliert man das Ganze? Nach Zeitaufwand. Ich weiß keine andere Lösung als Zeitaufwand, das ist total unkalkulierbar. Wir können nicht wie bei der Bedarfsplanung vier Leistungspunkte als Rahmen sagen, sondern es ist völlig unklar. Es hängt davon ab, wie viel ihr zuarbeiten müsst, wie oft ihr euch trefft und wie oft ihr euch mit diesem Planungswettbewerb beschäftigt. Soweit zu der Leistung. Versucht sie mal an eure Lieblingsbauherren zu verkaufen. Das ist auf jeden Fall gut, weil dann die Qualität steigt — davon haben wir alle was. Dann sind die Ziele definiert und alle wissen, wo es hingeht. Der Bauherr wurde von Anfang an gut beraten, von euch. In dem Sinne, beratet schön fleißig.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Was ist die besondere Leistung „Mitwirkung bei der Ausarbeitung von Auslobungen"?

Es ist eine besondere Leistung nach AHO Heft 6, bei der TGA-Planer einem Bauherrn helfen, Planungswettbewerbe vorzubereiten und die eingereichten Ergebnisse vorzuprüfen. Typischerweise folgt sie auf eine zuvor erbrachte Bedarfsplanung: Wer die Bedarfsplanung gemacht hat, unterstützt im nächsten Schritt bei der Ausschreibung der Planungsleistungen.

Welche Richtlinien regeln Planungswettbewerbe?

Genannt werden die RAW (Richtlinien für Planungswettbewerbe) und die RPW (Regeln für die Auslobung von Wettbewerben). Sie sind bereits relativ alt; eine stammt nach Verständnis der Hosts aus Bayern, die andere aus Bremen. Die formal konforme Ausrichtung übernehmen meist spezialisierte Projektsteuerungsbüros, weil bei Fehlern Vergaberügen drohen.

Was steuert die TGA bei der Auslobung konkret bei?

Die TGA fügt dem von anderen gebauten Rahmen ihr Fachwissen hinzu: Sie definiert Planungsziele je Anlagengruppe, gibt Zielbedingungen wie Luftqualitäten, Luftmengen, Aktivitätsgrade der Personen (etwa Luftmenge pro Person), Beleuchtungsqualität und Anzahl der Steckdosen vor und arbeitet die Bewertungsmatrix für die Gebäudetechnik zu. Bei der Vorprüfung wird bewertet, ob die eingereichten Entwürfe diese Planungsziele erreichen.

Warum sollte die TGA in Wettbewerbsentwürfen mitwirken?

Werden Wettbewerbsentwürfe nur von der Architektur abgefragt, fehlt fachliche Tiefe: Der Architekt macht sich wenig Gedanken über die Größe von Technikflächen und ist bei Energieeffizienz nicht so fit wie ein Energieberater. Bindet der Bauherr TGA und Energieberatung ein, steigt die Qualität von Wettbewerb und Planung.

Wie wird die Mitwirkung bei Auslobungen abgerechnet?

Nach Zeitaufwand. Anders als bei der Bedarfsplanung lässt sich kein fester Rahmen mit Leistungspunkten ansetzen, weil der Umfang stark schwankt: Er hängt davon ab, wie viel zugearbeitet werden muss, wie oft man sich trifft und wie intensiv man sich mit dem Planungswettbewerb beschäftigt.

Zitate

Den ganzen Rahmen baut jemand anders, der darauf spezialisiert ist — und ihr fügt diesem Rahmen euer Fachwissen zur Gebäudetechnik hinzu."

Roman Fritsches

Ihr müsst eigentlich Planungsziele für jede Anlagengruppe vorgeben und hinterher bei der Vorprüfung bewerten, ob sie erreicht werden."

Roman Fritsches

Für mich ist es ein großer Fehler, wenn ein öffentlicher Bauherr im Wettbewerbsentwurf nur die Architekturleistung abfragt und nicht auch die TGA."

Roman Fritsches

Zahlen & Fakten

Die Mitwirkung bei der Ausarbeitung von Auslobungen ist als besondere Leistung im AHO Heft 6 definiert.

Quelle: AHO Heft 6

Planungswettbewerbe werden über die RAW (Richtlinien für Planungswettbewerbe) und die RPW (Regeln für die Auslobung von Wettbewerben) geregelt.

Die Mitwirkung bei Auslobungen wird nach Zeitaufwand abgerechnet, nicht über einen festen Leistungsrahmen wie die vier Leistungspunkte der Bedarfsplanung.

Glossar

Bewertungsmatrix
Raster, mit dem Planungsbüros bei einer Bewerbung bewertet werden, z. B. nach Verfügbarkeit, Kompetenz und Motivation des Planers, auf einer Skala von 1 bis X.
Mitwirkung bei der Ausarbeitung von Auslobungen
Besondere Leistung nach AHO Heft 6: Unterstützung des Bauherrn bei der Vorbereitung von Planungswettbewerben und der Vorprüfung der eingereichten Ergebnisse.
Planungsziele
Je Anlagengruppe vorgegebene Zielwerte und Anforderungen, anhand derer bei der Vorprüfung bewertet wird, ob ein Wettbewerbsentwurf sie erreicht oder verfolgt.
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