TGA-Planung › Büroleitung TGA-Planung › Folge #307
tgabar · BargesprächeSting Planungsbüro
In der ersten Folge der Podcast-Challenge stellt sich das Sting Planungsbüro aus Balingen vor. Geschäftsführer Daniel Sting-George berichtet über den Quereinstieg aus der Forstwirtschaft, die Zertifizierung als Planer am Bau, die Kooperation mit Elektroplanern und den fachlichen Austausch in der tgabar e.V. und der Lounge Bauüberwachung.
Transkript
Wer ist der Gast der ersten Podcast-Challenge?
Roman: Herzlich willkommen an der TGA-Bar. Heute stellen wir vor: Sting Planungsbüro aus Balingen. Viel Spaß. Daniel, herzlich willkommen — Daniel Sting-George aus Balingen.
Daniel: Hallo ihr zwei. Freut mich, dass ich hier sein darf.
Roman: Freut uns auch total. Wir haben festgestellt, du bist tatsächlich seit der ersten Stunde unser treuer Begleiter: Du hörst den Podcast seit der ersten Folge, du warst bei der World of TGA schon dabei — bei der ersten Initiative, mit der wir für Nachwuchs gesorgt haben — und bei der Gründung des Vereins warst du auf Platz fünf, einer der Ersten, die sich eingetragen haben.
Daniel: Ja, genau. Ich verfolge die TGA-Bar eigentlich schon seit Beginn an.
Roman: Podcast-Challenge 2025: Wir stellen dein Büro ein bisschen vor. Du kommst aus Balingen, das ist zwischen Stuttgart und dem Bodensee.
Daniel: Genau, ziemlich in der Mitte: 80 Kilometer an den See und 80 Kilometer nach Stuttgart. Von der Arbeit geht es eher Richtung Schwarzwald, also nach Westen. Privat eher Richtung Stuttgart, wenn man Einkaufsmöglichkeiten, Konzerte oder Veranstaltungen braucht. So weit müssen wir aber gar nicht fahren — hier am Fuße der Schwäbischen Alb ist es wunderschön, wir haben alles vor der Tür.
Wie kam Daniel Sting-George zur TGA-Planung?
Roman: Wie ist es dazu gekommen, dass du mit deinem Namen im Büronamen stehst?
Daniel: Ursprünglich hat das Büro mein Vater gegründet, 1996 — bald 30-jähriges Jubiläum. Ich hatte zuerst gar nicht den Plan einzusteigen und bin auf Umwegen dazugekommen. Ich hatte zuerst Forst- und Umweltwissenschaften in Freiburg studiert, auch da schon mit dem Thema Nachhaltigkeit, aber eher in der Rohstofferzeugung — Holzhackschnitzel und so weiter. Daher kommt der Begriff der Nachhaltigkeit, aus der Forstwirtschaft. Als mein Vater sich langsam Richtung Rente orientiert hat und ich mit dem Gedanken gespielt habe, etwas anderes zu machen, habe ich den Wechsel gemacht: im Büro angefangen, Zeichnen und Planen gelernt und parallel ein Fernstudium Wirtschaftsingenieurwesen für Energietechnik gemacht.
Sören: Das sucht jeder in der TGA.
Roman: Ich erinnere mich an Uwe Pink. Der hat auch von seinem Vater das Büro übernommen, hatte den Schwerpunkt Medientechnik und ist auch Wirtschaftsingenieur.
Daniel: Mein Ansatzpunkt war schon im Studium die Technik: Wie entsteht die Wärme, wie kann man das weiter nutzen, wie entstehen die Anlagen? Das war mein Anknüpfungspunkt, mich wieder Richtung TGA zu orientieren.
Warum hat sich das Büro als Planer am Bau zertifizieren lassen?
Roman: Du bist der Erste, bei dem ich eine Zertifizierung als Planer am Bau vom Qualitätssiegel gesehen habe. Kannst du davon erzählen?
Daniel: 2019 habe ich die Geschäftsführung im Büro übernommen. Relativ kurz darauf, schon 2020, haben wir die Qualifizierung nach dem Qualitätsstandard Planer am Bau erarbeitet und uns zertifizieren lassen. Ich habe gemerkt: Für mich, der noch nicht so lange im Unternehmen ist, und auch für neue Mitarbeiter ist es gut, klare Abläufe und klare Strukturen zu haben. Das sollte die Abläufe effizienter machen, und nach außen — etwa in Bewerbungsverfahren — wollte ich mit einem Zertifikat darlegen können, dass wir etwas machen, statt es nur zu erzählen.
Roman: Das macht ihr jetzt seit fast vier Jahren. Hat das etwas gebracht, seid ihr schlanker geworden?
Daniel: Schlanker vielleicht nicht — man macht gewisse Dinge erst einmal anders, nicht unbedingt schlanker oder besser. Aber wenn man dokumentiert, wird einem viel bewusster, was man macht und wie man es macht. Es ist gut, sich immer wieder Gedanken darüber zu machen.
Sören: Ein Zertifikat hilft, eine fundierte Basis zu schaffen, weil gewisse Anforderungen an Prozesse und Abläufe gestellt werden. Aus dieser Deckung kann man sich weiterentwickeln — das schafft ein großes Fundament, um Qualität abzuliefern.
Daniel: In einem kleinen Team mit langjährigen Mitarbeitern ist ohnehin alles eher schlank, aber viel Wissen steckt in den Köpfen. Mit einem Qualitätszertifikat bringt man es aufs Papier, sodass sich auch neue Mitarbeiter daran orientieren können. Wir sind zu siebt.
Warum kooperiert das Büro mit externen Elektroplanern?
Roman: Ihr seid Generalfachplaner für HLSK — Heizung, Lüftung, Sanitär, Klimatechnik —, also alle Gewerke, die Wasser oder Luft transportieren. Elektro macht ihr bewusst nicht.
Daniel: Genau, klassische Wasser- und Luftmedien. Aus der Historie haben wir viele Stammkunden und immer gute Partnerbüros gehabt, die die Elektroplanung machen. So hat es sich ergeben — wir hatten keine Notwendigkeit, das selbst zu machen, weil wir immer gute Partner haben.
Roman: Aus dieser Notwendigkeit, dir immer einen Elektroplaner zu suchen, ergeben sich wahrscheinlich auch mehr Kooperation, mehr Austausch und andere Projektzugänge. Du bist nicht allein unterwegs, sondern hast immer ein Netzwerk.
Daniel: Ja, klar, die Sichtweise ist da nochmal eine andere.
Was bringt Daniel der Austausch in der tgabar?
Roman: Würdest du sagen, dass dich das schneller an die Bar gebracht hat? Vom passiven Zuhören bis hin zum Mitglied-Werden und aktiv-Sein.
Daniel: Bestimmt. Ich finde das ein gutes Format, sich auszutauschen, und bin selbst daran interessiert, mich mit anderen auszutauschen — nicht nur die eigene Sichtweise zu vertiefen, weil man ja nicht weiß, ob man sich in die richtige Richtung bewegt. Input von außen ist immer gut. Ich bin auch in einem Erfa-Kreis am Bau organisiert, wo wir uns zweimal im Jahr treffen — nicht nur TGA-Gewerke, auch Architekten, Generalplaner, Statiker.
Roman: Gehört das zur Zertifizierung Planer am Bau dazu?
Daniel: Nicht direkt, aber der Initiator ist derselbe und macht das in Kooperation mit dem IWW und der Zeitschrift Planungsbüro professionell. Da geht es in erster Linie um den Austausch auf Geschäftsführer-Ebene: Personal, Controlling, Entwicklung von KI — Themen, die alle in der Branche gewerkeunabhängig betreffen. Am Rande gibt es auch Fachgespräche über TGA-Themen. Es werden Referenten eingeladen, wenn sich aus einem Termin ein Thema hervortut, das gerade alle beschäftigt.
Daniel: Die tgabar ist eine gute Ergänzung auf der fachlichen Seite — sich spezifisch mit anderen Büros auszutauschen, wer was wie macht. Unsere Arbeit wird immer komplexer, es gibt viele Einflüsse von außen. Es ist interessant zu hören, wie andere damit umgehen, und schön zu hören, dass alle irgendwo die gleichen Probleme haben, egal ob aus Hamburg, Berlin oder hier aus dem Süden.
Wo bringt sich Daniel im Verein aktiv ein?
Sören: Kannst du etwas Konkretes mitnehmen, das auch andere animiert, dazuzukommen?
Daniel: Angefangen hat alles mit dem Podcast — da ging es anfangs sehr stark um Projektmanagement, der hieß glaube ich am Anfang „Projektmanagement in der TGA". Mich darüber weiterzuentwickeln und Punkte aufzuschnappen war das Erste. Das Nächste war die World of TGA, um das Thema Nachwuchs zu fördern. Wir sind sieben Leute, ich habe nicht die Kapazität, mich um alle Themen intensiv zu kümmern. Das in einem Netzwerk zu machen, wo Input kommt und Best Practices ausgetauscht werden, hilft ungemein, mit der eigenen Zeit zielgerichtet umzugehen.
Daniel: Wir wollen gerne selbst ausbilden. Ich habe noch keinen Ausbilderschein, möchte den aber dieses Jahr machen, damit wir Technische Systemplaner selbst ausbilden.
Roman: Berker, den alten Hasen in der Ausbildung, hast du wahrscheinlich schon kennengelernt. Dieses Jahr ist ein großer Schwerpunkt der Bar, unsere Azubis mit Standards zu beglücken — wie verhalte ich mich im Büro und so weiter. Da treffen sich auch die Ausbilder.
Daniel: Ja, da war ich letzte Woche auch dabei. Konnte leider nicht die ganze Zeit anwesend sein, aber das nächste Mal wieder.
Roman: Du hast auch konkret Kontakte geknüpft, mit denen du zusammenarbeitest.
Daniel: Richtig, mit Claudius Schade von WSR Ingenieure. Mit ihm haben wir gerade ein Projekt zusammen, da macht er die GA-Planung für uns. Das ist toll, auch deutschlandübergreifend — wenn man theoretisch ein Projekt im Norden hätte, könnte man sich sicher mit euch in Hamburg austauschen.
Sören: Gibt es etwas, das dir fehlt, wo du auf einen Durchbruch im Verein wartest?
Daniel: Eigentlich nicht. Für mich sind die Entwicklungen im Verein so schnell, dass ich fast nicht mitkomme. Die ganzen Lounges sind jetzt so vielgliedrig — ich habe noch ein bisschen Probleme, mir die Termine einzutragen und zu wissen, wann was ist.
Roman: Das Problem haben fast alle, ich habe das selbst auch. Da müssen wir besser werden, eine Übersicht zu schaffen und dir an die Hand zu geben: Das ist die Lounge für deinen Kollegen A, das die für Kollegen B. Ich kann schon teasern: Die Lounge Marketing hat sich heute gegründet — und wir werden es mit Bier verknüpfen.
Daniel: Ich bin jetzt aktiver in der Lounge Bauüberwachung. Da habe ich mir Termine fest eingetragen. Es ist etwas anderes, ob man passiv dabei ist und die Entwicklung gar nicht mitbekommt. Ich wollte aktiv rein — man kann nicht überall mitmachen, das funktioniert zeitlich nicht, aber die Themen in der Lounge Bauüberwachung haben mich angesprochen.
Welche Projekte plant das Büro am liebsten?
Roman: Was ist das schönste Projekt, das du je gemacht hast?
Daniel: Ich mache gerne nachhaltige, energieoptimierte Bürogebäude. Und Entwässerungsplanung — wir planen auch die komplette Grundstücksentwässerung: Oberflächenentwässerung mit Rückhaltung und so weiter.
Roman: Also Ingenieurbauwerke mit TGA, je nachdem, wie der Bauherr das möchte. Das ist speziell — da sagen viele: bloß nicht, lass mich mit den Freianlagen in Ruhe.
Daniel: Am liebsten sind uns die Projekte, in denen wir alle Gewerke abdecken können — da sind wir am besten. Bei uns gibt es einen Projektleiter, der alle Gewerke betreut und im Blick hat. So liegen die Schnittstellen in einer Person und sind minimiert.
Roman: Wenn ihr Bauherr am Bodensee, in Stuttgart oder dazwischen seid und jemanden für nachhaltige Bürogebäude und Grundstücksentwässerung sucht, seid ihr bei Daniel richtig.
Sören: Eine wichtige Frage haben wir noch: Wer soll nächstes Mal deinen Platz einnehmen?
Daniel: Ich würde Claudius Schade nominieren — er weiß noch nichts von seinem Glück.
Roman: Wir werden ihn ansprechen, er ist ja sogar auch als Barkeeper aktiv. Daniel, vielen Dank und schönen Gruß nach Baden-Württemberg.
Daniel: Tschau.
Häufige Fragen zu dieser Folge
Was ist die Podcast-Challenge der tgabar?
Ein Format, in dem sich Mitgliedsbüros vorstellen und jeweils das nächste Büro für die folgende Folge nominieren. Die erste Folge stellt das Sting Planungsbüro aus Balingen vor; Daniel Sting-George nominiert anschließend Claudius Schade von WSR Ingenieure als nächsten Gast.
Welche Gewerke plant das Sting Planungsbüro?
Das Büro ist Generalfachplaner für HLSK (Heizung, Lüftung, Sanitär, Klimatechnik), also alle Gewerke, die Wasser oder Luft transportieren. Elektroplanung wird bewusst nicht selbst gemacht, sondern an feste Partnerbüros vergeben. Zusätzlich plant das Büro die komplette Grundstücks- und Oberflächenentwässerung mit Rückhaltung.
Was bringt eine Zertifizierung als Planer am Bau einem Planungsbüro?
Sie schafft klare Abläufe und Strukturen, macht das vorhandene Wissen aus den Köpfen der Mitarbeiter dokumentiert und für neue Mitarbeiter nachvollziehbar und lässt sich nach außen, etwa in Bewerbungsverfahren, als Qualitätsnachweis vorzeigen.
Zitate
„Ich verfolge die TGA-Bar eigentlich schon seit Beginn an."
— Daniel Sting-George
„Viel Wissen steckt in den Köpfen — mit einem Qualitätszertifikat bringt man es aufs Papier, sodass sich auch neue Mitarbeiter daran orientieren können."
— Daniel Sting-George
„Es ist schön zu hören, dass alle irgendwo die gleichen Probleme haben, egal ob aus Hamburg, Berlin oder hier aus dem Süden."
— Daniel Sting-George
Zahlen & Fakten
Das Sting Planungsbüro wurde 1996 von Daniel Sting-Georges Vater gegründet.
Quelle: Daniel Sting-GeorgeDaniel Sting-George übernahm 2019 die Geschäftsführung und ließ das Büro 2020 nach dem Qualitätsstandard Planer am Bau zertifizieren.
Quelle: Daniel Sting-GeorgeDas Büro hat sieben Mitarbeiter.
Quelle: Daniel Sting-GeorgeBalingen liegt etwa 80 Kilometer vom Bodensee und 80 Kilometer von Stuttgart entfernt.
Quelle: Daniel Sting-GeorgeGlossar
- HLSK
- Heizung, Lüftung, Sanitär, Klimatechnik — die Gewerke, die Wasser oder Luft transportieren.
- Planer am Bau (Qualitätssiegel)
- Qualitätsstandard/Zertifizierung, die Anforderungen an Prozesse und Abläufe eines Planungsbüros stellt.
- Podcast-Challenge
- Format der tgabar, in dem sich Mitgliedsbüros vorstellen und das jeweils nächste Büro für die Folgefolge nominieren.