TGA-Planung › Folge #314
tgabar · BargesprächeSechs Gründe für die Bar
Die tgabar e.V. nennt sechs Gründe, an die Bar zu kommen: Weiterbildung, Austausch, veröffentlichte Unterlagen, Netzwerk, Nachwuchsgewinnung und Lobbyarbeit. Nach nur einem Jahr ist der Verein in all diesen Bereichen aktiv — die größte Herausforderung ist jedoch, das schnelle Wachstum organisatorisch nachzuziehen und alle Aktivitäten transparent zu kommunizieren.
Transkript
Worum geht es bei den sechs Gründen für die Bar?
Roman: Herzlich willkommen an der TGA-Bar. Sören, worum geht's heute? Sechs Gründe für die Bar. Es gibt so Barabende, da quatscht einer dem anderen eine Frikadelle ans Ohr.
Sören: Genau, im Positiven wie im Negativen tatsächlich.
Roman: Ihr kennt das alle: Ihr sitzt da, wollt einfach nur euren alkoholfreien Gin Tonic trinken, runterkommen — und dann wird man zugequatscht. Vielleicht ist das heute auch ein bisschen so. Wir haben uns überlegt: Warum sind wir eigentlich an dieser Bar? Wie ist das damals entstanden? Und vor allem, was sind die sechs Gründe, an die Bar zu kommen? Für alle Neuen, die sich fragen, was an dieser TGA-Bar ist. Auf der Website gibt es inzwischen eine Liste von Gründen, an die Bar zu kommen. Wir wollen das heute ehrlich machen und mit den aktuellen Herausforderungen erläutern — nicht nur sagen, was alles total toll läuft, sondern auch, wo es vielleicht gerade ein bisschen hängt.
Sören: Die Idee, einen Verein zu gründen, ist schnell gesagt und irgendwann auch schnell getan. Aber wenn die Arbeit richtig losgeht, stellt man wie immer fest: Der Teufel steckt im Detail.
Roman: Der Teufel steckt im Detail — und auch noch im eigenen Büro und im eigenen Leben.
Sören: Und im Ehrenamt als Verein natürlich.
Grund 1: Wie steht es um die Weiterbildung?
Roman: Das Stärkste, was am Anfang ganz hart gezogen hat, war das Thema Weiterbildung — Wissen teilen, voneinander lernen, darüber sprechen. Letztes Jahr waren es wirklich zwölf Weiterbildungen: teils extern, teils habe ich welche gemacht, teils zusammen. Dieses Jahr ist es erst mal stark auf die Azubis fokussiert. Berker hat schon eine Sitzung für Auszubildende gemacht, die zweite kommt nächsten Freitag — Thema Organisation, Knigge für Azubis, Kommunikation. Die ersten zwei sind geplant, alle anderen eigentlich auch, aber noch nicht auf der Website sichtbar. Im Moment hakt ein bisschen die Sichtbarkeit. Und ich habe das Gefühl, es hakt an mir, weil ich es nicht schaffe, diese Dinge in Newsletter, auf die Website, über einen Podcast, in LinkedIn und sonst wo zu kommunizieren. Ich habe zu viele Kanäle — ich habe ein Marketingproblem.
Sören: Dafür haben wir jetzt das Marketing.
Roman: Ja, wir haben eine Lounge Marketing.
Sören: Die Konsequenz ist eher der Flaschenhals.
Roman: Das ist der Flaschenhals. Diese Lounge Marketing hat vor allem die Aufgabe, erst mal das, was überhaupt schon passiert, zu kommunizieren. Da stecken wir gerade mittendrin.
Sören: Das einmal zu sortieren, vernünftig aufzustellen und eine Regelmäßigkeit reinzubekommen.
Roman: Ich sage manchmal spontan: Hast du nicht Lust, eine Weiterbildung zu machen? Und dann muss ich es eigentlich noch bei allen kommunizieren. Dadurch wird es manchmal kurzfristig — eine schwierige Phase. Die Motivation ist immer noch da, alles ist total super, es wird nur nicht kommuniziert.
Sören: Der Berg wird immer größer mit den Dingen, die man kommunizieren muss.
Roman: Was tun wir jetzt? Wir treffen uns alle zwei Wochen mit der Lounge Marketing, aber die trifft eher Entscheidungen, was zu fokussieren ist, und macht es nicht sofort. Das ist hinterher noch zu erledigen.
Sören: Es professionalisiert sich gerade massiv. Wir brauchen Vorlagen, und auch bei Kleinigkeiten muss man sich kurz abstimmen und nicht alles im Alleingang entscheiden — das ist ja auch nicht der Sinn eines Vereins.
Roman: Genau, sonst bleibt es an der einen Person hängen. Das kommt mir bekannt vor: Als wir noch zu zehnt waren und dann plötzlich 20, 30 wurden, war es ähnlich.
Sören: Es geht in Schüben. Die Struktur und Organisation müssen nachziehen.
Roman: Genau das haben wir gerade. Wir haben Teams gekauft, Microsoft Office gekauft, wir kaufen wahrscheinlich noch 15 Mural-Lizenzen.
Sören: Das muss dann wieder kommuniziert werden. Alle Vereinsmitglieder, die mitwirken wollen, müssen Zugang zu Teams bekommen. Das setzt voraus, dass alle eine E-Mail-Adresse haben. Und dann stellt man fest: Ist das limitiert oder kann jeder eine kriegen, und wie geht man mit doppelten Namen um? Der Teufel im Detail.
Roman: Das führt dazu, dass die Weiterbildungen im Moment relativ spärlich kommuniziert werden. Da müssen wir ran.
Grund 2: Wofür dient der regelmäßige Austausch?
Sören: Damit kommen wir zum nächsten Punkt, dem Austausch — das Ziel, sich regelmäßig zu treffen. Das passiert auch im Hintergrund. Wir planen gerade ein Bootcamp. Zwei Tage zu organisieren macht sich nicht von alleine — wer eine Hochzeit geplant hat, weiß, dass auch da der Teufel im Detail steckt.
Roman: Wir haben uns zweimal getroffen, zweimal anderthalb Stunden. Ich habe mich also schon mit vier Leuten drei Stunden lang vorbereitet. Aber diese drei Stunden reichen noch nicht, es werden bestimmt nochmal drei oder vier weitere. Und da kommt das Marketing, die Kommunikation zu kurz. Es ist zu viel gleichzeitig los. Und wenn zu viel los ist, fängt man an, sich zu entscheiden, was man gerade nicht macht — und diese Entscheidung richtig zu treffen, ist schwer.
Sören: Damit bleibt das eine oder andere auf der Strecke. Aber es ist schön, dass alle versuchen, sich einzubringen, Fragen stellen, wo finde ich was.
Roman: Man merkt, man muss langsam liefern. Die Konferenz war ganz wichtig, und sie findet statt. Wir machen nochmal eine eigene Folge dazu — diesmal auch anders als beim letzten Mal. Nicht spoilern. Die Location haben wir schon, da sind wir geübt drin, da mache ich mir wenig Sorgen.
Grund 3: Wie werden die Unterlagen des Vereins veröffentlicht?
Roman: Wir veröffentlichen weiter Unterlagen. Das passiert derzeit auf der Website. Eigentlich wollten wir das ins Intranet, in den SharePoint nur für Mitglieder, aber der SharePoint ist einfach noch nicht fertig aufgebaut. Er muss erst funktionieren, die Leute müssen die Logins haben. Wir haben zumindest die Teams-Kanäle alle sortiert und benannt. Die Barkeeper haben mit ihren Lounge-Leitenden gefragt, dass die dort liegenden Unterlagen auffindbar sind. Wir haben richtig gute Unterlagen — zum Beispiel diese Liste der besonderen Leistungen: welche besonderen Leistungen muss ich herausarbeiten, worauf ist bei den Bestandsaufnahmen zu achten. Das ist frei zugänglich.
Sören: Das ist ja auch der Zweck des Vereins.
Roman: Genau. Jetzt kommen die nächsten Dokumente, in denen wir das agile Projektmanagement mit Profis vertiefen. Die wollen wir nicht der ganzen Öffentlichkeit geben, sondern den Mitgliedern vorbehalten.
Grund 4: Welche Rolle spielt das Netzwerk?
Roman: Dann das Netzwerk. Der Austausch mit den anderen Planenden ist wichtig, Kontakte knüpfen. Dafür sind die Happy Hours da, die Lounge-Treffen und auch die Konferenz.
Sören: Da sind wir wieder bei der Transparenz der Termine. Wann trifft sich die Lounge XY, und wie viele Lounges haben wir mittlerweile? 13. Diese 13 Lounges haben alle unterschiedliche Zeiten. Da einen Überblick selber zu behalten und ihn zu teilen, sodass alle zugreifen können, ist die Aufgabe.
Roman: Dieser Fokus auf die Informationen für den Austausch ist wichtig. Wir wollen beim Bootcamp noch mehr Transparenz schaffen: Wer sitzt im Verein, wer sitzt wo, und wer macht was? Über unsere Podcast-Challenge haben wir schon festgestellt: Es gibt Profis für GA, Profis für Freianlagen, und Profis für Schwimmbäder kommen als Nächstes. Der nächste Schritt ist, Wissen transparent zu machen.
Grund 5: Wie gewinnt der Verein Nachwuchstalente?
Roman: Punkt 5: Nachwuchstalente gewinnen. Wir haben jetzt zwei Messen für Studierende. Die erste ist in München, die zweite in Münster — beides mit Mü. Da müssen wir persönlich hin. Ich fahre nach München, Berker fährt nach Münster. Jetzt noch die Website pflegen und das alles darstellen — da sind wir gut dabei.
Sören: Vielleicht auch noch auf mehr Schultern verteilen, damit mehr Impact entsteht und man das Gefühl hat, dass es vorangeht.
Grund 6: Wie baut die tgabar ihr Netzwerk und ihre Lobbyarbeit aus?
Roman: Und last but not least, Schritt 6: das Netzwerk, das wir aufbauen, und unsere Lobbyarbeit, die wir stärken.
Sören: Jetzt das Netzwerk nach außen an Dritte — nicht nur untereinander, wo wir schon ganz gute Formate gefunden haben. Hier geht es um das große Rad.
Roman: Auf jeden Fall. Es gibt die BIM-EU, da sind wir in der GA im Austausch. Mit dem BTGA, mit den ausführenden Firmen in der TGA, haben wir schon viel erreicht und besprochen. Mit der BIM-Hub Hamburg sind wir von Anfang an stark unterwegs. Wir sind jetzt AHO-Mitglied geworden. Und wir werden beim VDI versuchen, die 6026 mitzugestalten. Wir sind jetzt an den richtigen Stellen voll dabei — und das nach nur einem Jahr. Aber auch das gilt es zu organisieren: Eigentlich brauchen wir Delegierte für jedes Thema, aber alle wollen mit rein, und dann gibt es Termine, bei denen nicht alle Zeit haben. Eine schwierige Gemengelage. Aus einer extrem positiven Entwicklung heraus — diese sechs Vorteile, die sich überall manifestieren — gilt es jetzt, alles transparent zu machen, alle mitzunehmen und zu zeigen, was los ist. Das wäre der nächste große Schritt.
Sören: Jetzt sprechen alle darüber, jetzt müssen wir alles organisiert kriegen, was wir losgedreht haben. Einen Stein ins Rollen gebracht, wie man so schön sagt.
Roman: Und es bleibt ehrenamtlich. Man trifft sich in seiner Freizeit, kostenlos. Wenn wir uns nachmittags um 14 Uhr treffen, arbeiten wir die verpasste Arbeitszeit abends nach.
Sören: Wir können ja nicht immer so gut an der Bar sitzen wie wir.
Roman: Wir brauchen noch ein bisschen Zeit, sind aber mitten in allen Themen gleichzeitig drin und sehen die Stärke des Vereins jetzt darin, sich auszutauschen und sich dieses Bootcamp zu holen.
Sören: Und vor allem: Transparenz und Kommunikation sind schnell gesagt, aber umgesetzt schwerer. Da holen wir gerade nach.
Was lässt sich aus dem schnellen Wachstum lernen?
Roman: Was haben wir in unserer Organisationsbrille gelernt, wie man mit so einer Situation umgeht? Starkes Wachstum, super interessante Themen, hochmotivierte Menschen — aber jetzt muss Organisation dahinterkommen. Was hast du für einen Tipp, Sören?
Sören: Da müssen wir jetzt durch. Deshalb ist der Zeitpunkt des Bootcamps genau richtig: Da gehen wir es dezidiert mit den richtigen Fragen an und verteilen es auf viele Schultern. Dann kriegen wir einen guten Drive rein, viele Informationen auf der Website zu teilen — auch für die, die sich nicht so breit engagieren können, aber ein kleines Thema haben und sagen: Die Stunde alle zwei Wochen schaffe ich. Wer nicht so drin ist, nicht oft den Podcast hört und nicht jede Happy Hour schafft, findet auf der Website gerade auch nichts — und dann ist die Chance schnell genommen. Wenn wir das einmal so aufsetzen, dass es sich von selbst pflegt, kriegen wir viel mehr Impact.
Roman: Da bin ich mir ziemlich sicher. Ich habe immer das gleiche Problem: Du hast nicht das richtige Werkzeug — du hast zu viele Werkzeuge und nicht das eine, und diese vielen Werkzeuge funktionieren nicht für alle Mitglieder der Organisation.
Sören: Ja, weil auch der Wissensstand, diese anzuwenden, unterschiedlich ist.
Roman: Genau. Diese Probleme an den Werkzeugen führen dazu, dass Inhalte nicht bekannt oder nicht gleichmäßig transportiert sind, und das führt zu Ineffizienz, Fehlentscheidungen und Frustration. Es sind wie immer nicht die Menschen, die zu langsam sind, sondern die Werkzeuge. Ich hatte überlegt, ob uns eine fertige App auf dem Handy weiterbringen würde — es gibt ja Vereins-Apps.
Sören: Ja, das stimmt.
Roman: Aber ich glaube, das ist nochmal einen Schritt weiter. Wir haben jetzt MS Teams gekauft und sind da drin.
Sören: Wenn wir einmal zusammentragen und in die Breite tragen, woran wir überall mit wie vielen Leuten arbeiten, merkt man, was für einen Riesen wir schon bewegen. In der Außendarstellung arbeiten wir ingenieurmäßig noch ein Stück weit im Kämmerlein. Das müssen wir nach draußen kehren — dafür wird der Schritt im Mai passieren.
Roman: Im Moment ist fast alles in meinem Kopf, und das hilft uns nicht weiter.
Sören: Genau, weil da nicht jeder rein möchte.
Roman: Und da darf auch nicht jeder rein. Gut, alles klar. Wir freuen uns.
Sören: Wenn ihr weiter dabei seid, euch an den sechs wichtigen Vorteilen und Themen beteiligt und gute, schlaue Ideen habt, wie wir dieses Dilemma, in dem wir gerade stecken, besser aufschlüsseln können — kommt gerne auf uns zu. Wir sind für jede Idee offen.
Roman: Aber sowas von. Jetzt erstmal einen kurzen, ich habe euch genug Wichtigkeiten erzählt. Ciao, bis dann.
Häufige Fragen zu dieser Folge
Was sind die sechs Gründe, an die tgabar zu kommen?
Die sechs Gründe sind: Weiterbildung (Wissen teilen und voneinander lernen), regelmäßiger Austausch, veröffentlichte Unterlagen, Netzwerk mit anderen Planenden, Gewinnung von Nachwuchstalenten sowie Lobbyarbeit und Netzwerk nach außen.
Welche organisatorischen Herausforderungen hat die tgabar e.V. nach einem Jahr?
Das schnelle Wachstum überfordert die bestehende Struktur: Aktivitäten werden nur spärlich kommuniziert, die Sichtbarkeit auf Website und in Newslettern hakt, der SharePoint für Mitglieder ist noch nicht fertig, und vieles bleibt an einzelnen Personen hängen. Kommunikation und Transparenz sollen über die neue Lounge Marketing und ein geplantes Bootcamp verbessert werden.
Zitate
„Die Motivation ist immer noch da. Es ist immer noch alles total super, aber es wird einfach nicht kommuniziert."
— Roman Fritsches
„Jetzt sprechen alle darüber, jetzt müssen wir alles organisiert kriegen, was wir losgedreht haben. Einen Stein ins Rollen gebracht."
— Sören Janson
Zahlen & Fakten
Im vergangenen Jahr hat die tgabar zwölf Weiterbildungen durchgeführt.
Der Verein hat mittlerweile 13 Lounges mit jeweils unterschiedlichen Treffzeiten.