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TGA-PlanungSoftware & Tools der TGA-PlanungFolge #235

tgabar · Bargespräche

Marktübersicht KI-Tools für TGA-Planende

Folge 23530.06.202437:18 minRoman FritschesGast: Sven-Erik Korff
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Auf den Punkt

Auf dem Construction Summit in Hamburg hat Sven-Erik Korff fünf KI-Tools für die TGA-Planung gesichtet: ein E-Mail-Sortier-Plugin mit Copilot, PlanLabs [*unsicher*] für raumlufttechnische Planung, Scenario AI [*unsicher*] für die Elektroplanung, Zenesis [*unsicher*] für mechanische Vorentwürfe und Baint [*unsicher*] für die Gebäudeautomation im Bestand. Sein Fazit: Vieles ist regelbasiert, aber das Potenzial für Varianten und Optimierung ist groß.

Transkript

Wie kam Sven-Erik Korff zur TGA-Software?

Roman: Moin Moin an der TGA-Bar. Wir sind zu zweit — Sören ist heute nicht da, aber das macht nichts. Ich habe Sven-Erik Korff dabei. Man hat in früheren Folgen gemerkt, dass Rolf-Peter, dein Vater, schon im Interview erzählt hat, dass du in den 90ern in die USA rüber gemacht und Software mit zurückgebracht hast.

Sven-Erik Korff: Ja, ich bin als Austauschschüler in der 11. Klasse nach Florida, nach Tampa in den Sunshine State geschickt worden. Ich war dort ein Jahr auf der High School, und in Amerika konnte man sich seinen Stundenplan selbst zusammenstellen. Technisches Zeichnen war im Angebot, und ich habe diesen Kurs belegt. Das war 1989, die Schule hatte gerade neue Computer bekommen — erste Intel-getriebene PCs. Darauf war AutoCAD 2.6 mit ausgeliefert worden. Der Lehrer hatte keine Ahnung davon, ich habe mich dafür interessiert und jeden Tag eine Stunde an diesem Rechner verbracht. So durfte ich die Tiefen der DOS-Welt und technisches Zeichnen mit AutoCAD 2.6 ergründen. Die Software habe ich dann kopiert — damals ging das noch auf drei 3,5-Zoll-Disketten, die konnte ich auch durch den Zoll bringen.

Das war der Anknüpfungspunkt: Mein Vater hatte schon Mitte der 70er Jahre ein Ingenieurbüro gegründet, und ich konnte ihn motivieren, seine erste CAD-Station zu kaufen. Die ersten Rechner waren von Compaq, dazu deutsche 17-Zoll-Röhrenmonitore der Firma Speer, die verdammt schwer waren. Die Grafikkarte war so riesengroß, dass man ein extra großes Gehäuse brauchte. Der ganze Spaß mit Plotter hat 100.000 DM gekostet — ein astronomisches Geld. Die Faszination war, dass man das Gezeichnete auf einem Stiftplotter ausgeben konnte. Wenn zwischendurch der Tusche-Füller eintrocknete, war die Hälfte nicht ausgeplottet und man musste zurück auf Los. So ein Plan hat damals ungefähr eineinhalb Stunden geplottet.

Was reizt dich daran, Software auszuprobieren?

Roman: Wir sind jetzt 35 Jahre später, und du beschäftigst dich immer noch mit CAD, aber auch mit Software im Allgemeinen. Ich nehme dich wahr als jemand, der sehr motiviert ist, Software auszuprobieren.

Sven-Erik Korff: Das ist das Schöne, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann. Ich habe immer die Zeit bekommen, mich spielerisch den einzelnen Problemen zu nähern. Ich habe eine ganz gute technische Auffassung, wie ich mich einem Softwareprodukt nähere, und stelle relativ schnell fest, ob es etwas taugt. Manchmal habe ich auch falsch entschieden und Jahre später gemerkt, dass ich nicht richtig hinter die Kulissen geguckt habe. Ich würde behaupten, ich kann die einzelnen Softwareprodukte zu einem Grad von vielleicht 60, 70 Prozent. Ich würde mir nicht zutrauen, dass ich alles in Excel kann, aber wenn es richtig in die Spezialthemen geht, habe ich ein gutes Wissen.

Was ist der Construction Summit in Hamburg?

Roman: Mich hat interessiert: Der Construction Summit in Hamburg läuft — das ist die PropTech-Messe beziehungsweise -Konferenz. PropTech, kurz für Property Tech: alles, was mit Gebäuden und Software zu tun hat, trifft sich dort und versucht, Investoren zu finden. Ich dachte, wenn einer hingeht, dann du, und du kannst für uns Mäuschen spielen.

Sven-Erik Korff: Die Construction Summit in Hamburg ist ähnlich organisiert wie die BIM World in München oder die Digitalbau in Köln, es gibt weitere über die Republik verteilt. Die Hamburger ist nah, direkt vor der Haustür — der Zugang war in Schuppen 52, hinter dem Elbtower, für alle Hamburger, die ihn mit seinem neuen Spitznamen kennen. Es war eine große Halle mit einzelnen Ständen. Es waren keine großen Messestände, sondern kleine Booths, drumherum das Catering. Dann gab es eine Meile von Startups, diverse Awards und unterschiedliche Stages: eine Mainstage mit den Hauptrednern und zwei Nebenbühnen mit tieferen Vorträgen. Der Veranstalter hat unterschiedliche Ticketkategorien zur Verfügung gestellt, sodass mehr Ruhe in die Vorträge kam. Es kamen nicht nur Planer, sondern alle am Bau Beteiligten — auch Großhändler und Handwerker, weil Lieferketten im Rahmen der Digitalisierung Thema sind. So stellte etwa ein Großhändler die erste API vor, mit der ein ERP-Programm direkt auf den Datenbestand der GC-Gruppe zugreift.

Welche KI-Tools für das Büro hast du gesehen?

Roman: Welche Anbieter waren denn richtig vielversprechend?

Sven-Erik Korff: Ich bin direkt in die Startup-Bereiche gegangen, die Etablierten wie Autodesk-Distributoren kenne ich schon. Auch die CDE-Hersteller und Plattformen — BIMcollab, OpenSpace, BIM 360, Construction Cloud — kenne ich aus dem beruflichen Kontext und habe sie links liegen lassen. Viele Startups sind mit dem Oberbegriff KI unterwegs. Da sollte man abschichten und fragen: Was ist wirklich künstlich daran, und ist es intelligent, oder ist es einfach ein sehr gut optimierter regelbasierter Algorithmus?

Das erste Tool war ein Plugin, das die E-Mail-Kommunikation entlastet: Es hängt sich auf den E-Mail-Client, durchsucht alle eingehenden E-Mails nach Schlagworten wie Projektnummern und weist sie automatisch den entsprechenden Postfächern oder Ordnern zu. Es übernimmt also das Sortieren. Es war gekoppelt mit einem Copilot, sodass man auch die Art und Weise steuern kann, wie scharf oder freundlich eine E-Mail formuliert wird. Wer mit OpenAI gearbeitet hat, kennt das. Ich jage selbst die eine oder andere E-Mail durch — wenn man im Brass ist und eine knackige E-Mail schreibt, lasse ich sie nochmal softer formulieren, und das hilft.

Wie funktioniert KI-gestützte Lüftungsplanung?

Sven-Erik Korff: Die zweite Adresse war echt spannend: PlanLabs, ein Schweizer Softwareunternehmen, eine Ausgründung aus der ETH Zürich mit Forschungsauftrag. Die Software nimmt KI-gestützt eine raumlufttechnische Planung im Gebäude vor. Sie fragt Rahmenparameter ab: In welchem Geschoss soll die Zentrale stehen, welche Größenordnung und Lokation der Schachterschließung erlaube ich, welche lufttechnischen Parameter erwarte ich in welchem Raum. Dazu gibt es ein dreidimensionales Architekturmodell, das von dem Produkt bearbeitet wird. Es braucht relativ lange, weil es sehr viele Iterationsschleifen drehen muss.

Man kann Rahmenparameter setzen — ressourcenschonend mit wenig Materialaufwand oder sehr günstig mit kürzesten Wegen. Diese Parameter führen zu tieferen Iterationen. Bei einem viergeschossigen Haus hat die reine Berechnung ungefähr zwei Stunden gedauert, hat dann aber ein komplettes Lüftungssystem in Revit zur Verfügung gestellt. Der Wermutstropfen: Er hat es als Einzelkomponenten zusammengebaut — Luftauslass, Bögen, Kanäle, T-Stücke —, die aber nicht miteinander verbunden waren. Er hat die Ergebnisse über seinen eigenen Algorithmus nachgewiesen, aber das Verknüpfen der Bauteile ist noch ein Technologieschritt, den das Unternehmen gehen muss.

Roman: Fällt das Thema Brandschutzklappen mit hinein?

Sven-Erik Korff: Darauf habe ich nicht geachtet. Ich stelle es mir aber als regelbasierte Komponente vor: Wenn das Architekturmodell die Brandschutzkomponenten an den raumbildenden Bauteilen hat, müsste das Ding schlau genug sein, beim Durchgang durch eine F90-Wand eine Brandschutzklappe zu setzen. Es war ein Mehrparteienhaus, kein Einfamilienhaus, und man muss beobachten, wie die Skalierung auf größere Einheiten funktioniert. Kleinere TGA-Planungen gehen guten Systemplanern ohnehin gut von der Hand. Meine Erwartung ist, dass der Effekt des KI-gestützten Plans bei komplexeren Themen mit mehreren Luftarten nochmal einen großen Impact hat. Vor ungefähr einem Jahr gab es eine Entwicklung von Wolf Labs aus Amerika: Die hat für ein Kanalnetz mit Drallauslässen in einem 20-Quadratmeter-Raum unter den gegebenen Prämissen 3000 unterschiedliche Konstruktionen untersucht. Das zeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten sind.

Roman: Ich habe den Anwendungsfall in der neuen HOAI gefunden: Dort steht, dass wir für jedes Objekt, also jede Anlagengruppe, bis zu drei Varianten erstellen sollen. Da wir ab 2025 dann pro Gewerk teils Dutzende Varianten erstellen müssen, wäre KI etwas, das uns helfen würde — auch die Wirtschaftlichkeitsberechnung dazu. Der Traum wäre: Stell die Lüftung in drei Varianten dar, nimm das Trassenkonzept und berechne die Kosten und die Betriebskosten.

Sven-Erik Korff: Absolut. Wir müssen aufpassen, dass unser eigener Geschäftsinhalt dabei nicht verloren geht, weil die Einstiegsbarriere immer geringer wird.

Wie sieht KI-gestützte Elektroplanung aus?

Sven-Erik Korff: Das nächste Produkt war Scenario AI aus Berlin. Sie beschäftigen sich mit der elektrotechnischen Planung: Im ersten Ansatz platzieren sie regelbasiert elektrische Komponenten in einem Raum. Sie erkennen Objekte der Architektur — ein Fenster, eine Tür, auch Möbelstücke. Aus diesen Objekten leiten sie ab: Wenn ich eine Tür und einen Raum habe, sollte dort vielleicht eine Steckdose sein. Ich gebe Rahmenparameter mit, und das Tool unterstützt mich, die Komponenten und Leuchten zu setzen. Das Clevere: Es sucht nach vergleichbaren Räumen und Raumtypen im Gebäude und macht eine Bestätigungsschleife mit dem Planer — schau mal, was ich geplant habe, findest du das gut, soll ich so weitermachen? Diese Bestätigung, ob es eine gute Planung ist, brauchen Machine-Learning-Produkte immer wieder, und dadurch werden Trainingsdaten erzeugt. Bilder gibt es an jeder Ecke, aber öffentlich zugängliche, gute TGA-Planung mit Qualitätssiegel ist schwer zu bekommen — die gibt es nur bei den guten Büros. Da fehlt es an Trainingsdaten.

Roman: Ich habe Scenario AI zufällig letzte Woche selbst ausprobiert. Mir wurden die Fragen gestellt, ob ich ähnliche Räume auswählen soll, und dann hat es die Planung hineinkopiert. Wie detailliert kann man der Maschine Rückmeldung geben?

Sven-Erik Korff: Momentan ist diese Rückmeldung noch kein automatisierter Prozess. Wir haben Vorschläge von der Maschine bekommen und gegenüber dem Trainingspartner bestätigt beziehungsweise angepasst und zurückgeschickt. Es ist noch nicht so wie bei ChatGPT, wo du Bilder anklickst. Aber das Prinzip ist wichtig: Je mehr Feedback wir geben, umso besser werden die Algorithmen trainiert und umso zügiger bekommen wir das Produkt zur Nutzung.

Roman: Ich habe gelernt, das funktioniert vor allem deshalb mit Revit zusammen, weil Revit offen ist, ein Ökosystem, und weil sie an die API ran dürfen. Ist Revit die einzige Grundlage für KI-basierte Startups in Zukunft?

Sven-Erik Korff: Der erste Impuls ist, auf den Weltmarktführer zu gehen — dann hat man eine große Community. Autodesk bestimmt damit aber auch die Entwicklungspfade, das ist die Schwierigkeit. Es gibt auch Open-Source-Produkte, die aber Leute wie mich brauchen, die das im Unternehmen umsetzen wollen. Im förmlichen Kontext brauche ich eine Produktionslandschaft, die sicherstellt, dass das Ergebnis gesichert herauskommt. Deshalb setzen sie auf Revit auf. Revit, die Engine selbst, ist fast 30 Jahre alt. Ich bin überzeugt, dass Autodesk seine Entwicklung weiter in die Cloud dreht — den ersten Schritt haben sie mit Forma gemacht, einem Produkt, das sie vor ungefähr anderthalb Jahren zugekauft haben und das das 3D-Modellieren komplett in der Cloud abbildet.

Was bringt KI für mechanische Vorentwürfe?

Sven-Erik Korff: Dann kommt Zenesis. Die haben sich zur Aufgabe gemacht, die ersten zwei Leistungsphasen KI-gestützt mit Schwerpunkt auf die mechanischen Gewerke zu realisieren. Über Abfragen und das Einsammeln von Standards, die der Nutzer festlegt, generieren sie einen Vorentwurf — nicht nur auf Basis von Rohrsystemen, sondern auch mit Endkomponenten wie Heizkörpern und Trinkwasser. Sie stellen das zugleich schematisch dar, ermitteln Kosten und erzeugen einen Erläuterungsbericht. Das wird seinen Markt finden, weil wir demnächst wieder ganz viele Wohnungen bauen müssen. Das serielle Bauen wird wieder Einzug erhalten, und dann sind solche Produkte, die für Kleinserien sehr schnell eine Planung machen, wertvoll — wir werden gar nicht genug Büros haben, um die Masse an Wohnungen zu planen.

Roman: Ich hatte das auch ein bisschen Richtung Bedarfsplanung verstanden — sehr früh grobe Daten zum Gebäude ermitteln, um ein Budget und eine Qualität festzulegen.

Sven-Erik Korff: Das war da noch nicht drin. Es ist mehr Wohnungsbau-Vorplanung auf gutem Niveau. Sie arbeiten gerade am Übergang zur Leistungsphase 3, weil die Herausforderungen der technischen Berechnung größer sind. Wir haben sie in der Beobachtung und geben unseren Input. Der Markt lebt davon, dass wir unser Wissen aus den Büros teilen, sodass die richtigen Produkte für uns entwickelt werden.

Wie hilft KI in der Gebäudeautomation im Bestand?

Sven-Erik Korff: Das Letzte fand ich am spannendsten — ein Softwareunternehmen aus München, Baint heißt es. Sie hängen sich auf die Gebäudeautomation im Bestand, auf das BACnet. Sie haben einen BACnet-Gateway beziehungsweise einen Locker, der sich in die Datenpakete des BACnet einhängt. Er analysiert die Regelstrategien, die auf diesem BACnet-Stream entstehen, und macht Vorschläge, wie die Gebäudeautomation und ihre Regelparameter angepasst werden sollten, weil die künstliche Intelligenz der Meinung ist, dass dadurch Einsparungen generiert werden können. Für Bestandsimmobilien, in denen teils hochgezüchtete Automatisierungsstationen gebaut wurden, fehlt das Personal, das diese Anlagen bedienen kann. Jetzt bekomme ich mindestens ein Assistenzsystem, das sagt: Pass auf, ich habe deinen Datenstrom analysiert; es ist nicht gut, dass du dieses oder jenes auf Handbetrieb gemacht hast und die Vorlauftemperatur zu hoch ist, du solltest die Heizkurve anpassen.

Das hat mich auf den Gedanken gebracht: Wenn ich eine reale Installation darüber fahren kann, könnte ich auch einen digitalen Zwilling gegenchecken lassen — ist das, was wir uns an Funktionen mit den Eingangs- und Sollparametern überlegt haben, wirklich richtig, oder gibt es einen besseren Vorschlag, bevor ich das Gebäude in Betrieb nehme? Darüber gelagert ist das Thema Cyber Security, weil du am Herzen der Immobilie bist; bei kritischer Infrastruktur wird das schwierig.

Roman: Der Anwendungsfall, aus dem es kam, war: Ich nehme das Gebäude in Betrieb, und meine Leistungsphase 9 ist in Zukunft datenbasiert. Ich sage nicht erst nach fünf Jahren, welche Mängel zu beheben sind, sondern komme regelmäßig vorbei oder mache es online, checke die Vorschläge der KI und bespreche sie mit dem Facility Manager. Davon profitieren Planer und Betreiber. Wir haben mit der AMEV in Hamburg festgestellt, dass die Gleichzeitigkeiten für Elektromobilität und Wärmepumpen zu hoch angesetzt sind und wir ganze Quartiere mit viel zu viel Leistung ausstatten, die nie gebraucht wird — und damit viel zu viel Kupfer und viel zu große Verteilungen verbauen.

Roman: Sven, vielen Dank für deinen Ausflug auf den PropTech Construction Summit. Eine kleine Ankündigung: Wir haben die Väter interviewt — Uwe Pink und Rolf-Peter — und jetzt sind die Söhne dran. Tom, bereite dich vor, wir treffen uns mit dir und Sven. In diesem Sinne, vielen Dank, dass ihr zugehört habt.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Was ist der Construction Summit in Hamburg?

Eine PropTech-Messe beziehungsweise -Konferenz rund um Software für Gebäude und Bau, ähnlich organisiert wie die BIM World in München oder die Digitalbau in Köln. In Hamburg fand sie in Schuppen 52 nahe dem Elbtower statt, mit Startup-Meile, Awards und mehreren Stages. Sie spricht alle am Bau Beteiligten an, auch Großhändler und Handwerker.

Welche KI-Tools für TGA-Planende wurden auf dem Construction Summit gezeigt?

Fünf Tools: ein E-Mail-Sortier-Plugin mit Copilot für die Büroeffizienz, PlanLabs [*unsicher*] für raumlufttechnische Planung, Scenario AI [*unsicher*] für die Elektroplanung, Zenesis [*unsicher*] für mechanische Vorentwürfe in den ersten zwei Leistungsphasen und Baint [*unsicher*] für die Gebäudeautomation im Bestand.

Wie funktioniert das KI-gestützte Tool für die Lüftungsplanung?

Das Tool fragt Rahmenparameter ab (Lage der Zentrale, Schachterschließung, lufttechnische Anforderungen je Raum) und bearbeitet ein 3D-Architekturmodell in vielen Iterationsschleifen. Bei einem viergeschossigen Haus dauerte die Berechnung rund zwei Stunden und lieferte ein komplettes Lüftungssystem in Revit — allerdings als noch nicht miteinander verbundene Einzelkomponenten.

Wie funktioniert die KI-gestützte Elektroplanung?

Das Tool erkennt Architektur-Objekte wie Fenster, Türen und Möbel und platziert regelbasiert elektrische Komponenten und Leuchten. Es sucht vergleichbare Räume und Raumtypen und macht Bestätigungsschleifen mit dem Planer. Dieses Feedback erzeugt Trainingsdaten, die für Machine-Learning-Produkte zentral, bei guter TGA-Planung aber schwer zu beschaffen sind.

Warum setzen viele KI-Startups auf Revit auf?

Revit ist als Weltmarktführer offen über eine API zugänglich und bietet eine große Community, sodass Startups dort andocken können. Autodesk bestimmt damit aber auch die Entwicklungspfade. Die Revit-Engine ist fast 30 Jahre alt; Autodesk verlagert die Entwicklung zunehmend in die Cloud, etwa mit dem zugekauften Produkt Forma.

Wie kann KI die Gebäudeautomation im Bestand verbessern?

Ein BACnet-Gateway hängt sich in die Datenpakete der Gebäudeautomation, analysiert die Regelstrategien und schlägt Anpassungen der Regelparameter vor, um Einsparungen zu erzielen. Das dient als Assistenzsystem für Bestandsimmobilien, denen das Personal zur Bedienung komplexer Anlagen fehlt, und eröffnet eine datenbasierte Leistungsphase 9. Darüber steht das Thema Cyber Security.

Welchen Bezug hat KI-gestützte Variantenplanung zur HOAI?

Die neue HOAI sieht vor, für jedes Objekt beziehungsweise jede Anlagengruppe bis zu drei Varianten zu erstellen. In Summe können das pro Projekt sehr viele Varianten werden. KI könnte helfen, diese Varianten samt Wirtschaftlichkeits- und Betriebskostenberechnung zu erzeugen, etwa auf Basis eines Trassenkonzepts.

Zitate

Man sollte abschichten und sagen: Was ist denn wirklich künstlich da dran und wie intelligent ist die Software — oder ist es einfach nur ein sehr gut optimierter regelbasierter Algorithmus?"

Sven-Erik Korff

Wir müssen aufpassen, dass unser eigener Geschäftsinhalt dabei nicht verloren geht, weil die Einstiegsbarriere immer geringer wird."

Sven-Erik Korff

Bilder gibt es an jeder Ecke, aber öffentlich zugängliche, gute TGA-Planung mit Qualitätssiegel ist richtig schwierig zu bekommen."

Sven-Erik Korff

Meine Leistungsphase 9 ist in Zukunft datenbasiert."

Roman Fritsches

Zahlen & Fakten

Sven-Erik Korff beschäftigt sich seit 1989 mit Software für die TGA-Planung; den Einstieg fand er als Austauschschüler in Florida mit AutoCAD 2.6.

Quelle: Sven-Erik Korff

Eine erste CAD-Station mit Plotter kostete Mitte der 1990er Jahre rund 100.000 DM.

Quelle: Sven-Erik Korff

Das KI-Tool für die raumlufttechnische Planung benötigte für ein viergeschossiges Haus rund zwei Stunden Rechenzeit und lieferte ein komplettes, aber unverbundenes Lüftungssystem in Revit.

Quelle: Sven-Erik Korff

Eine Software von Wolf Labs aus den USA untersuchte für ein Kanalnetz mit Drallauslässen in einem rund 20 Quadratmeter großen Raum 3000 unterschiedliche Konstruktionsvarianten.

Quelle: Sven-Erik Korff

Die neue HOAI sieht vor, für jedes Objekt beziehungsweise jede Anlagengruppe bis zu drei Varianten zu erstellen.

Quelle: Roman Fritsches

Die Revit-Engine ist im Kern fast 30 Jahre alt.

Quelle: Sven-Erik Korff

Glossar

Construction Summit
PropTech-Messe und -Konferenz rund um Software für Bau und Gebäude; ähnlich BIM World (München) oder Digitalbau (Köln), in Hamburg in Schuppen 52 nahe dem Elbtower.
Forma
Von Autodesk vor etwa anderthalb Jahren zugekauftes Produkt, das das 3D-Modellieren komplett in der Cloud abbildet.
PropTech
Property Tech; alles, was mit Gebäuden und Software zu tun hat.
Trainingsdaten
Für Machine-Learning-Produkte immens wichtige Datenbasis; gute, qualitätsgesicherte TGA-Planungen sind als Trainingsdaten schwer öffentlich zugänglich.
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