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TGA-PlanungLean und IPA in der TGA-PlanungFolge #313

tgabar · Bargespräche

Last Planner an der Bar

Folge 31329.03.20259:17 minRoman Fritsches, Sören Janson
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Auf den Punkt

Das Last Planner System ist eine aus den USA stammende Lean-Construction-Methode, die rückwärts vom Zieltermin plant: Man klärt, wer wann was liefern muss, bricht das auf rollierende Sechs-Wochen-Vorschauen herunter und verbessert sich wöchentlich. Die tgabar e.V. bietet dazu am 1. April eine einstündige Einführungsschulung mit Katharina Lennartz nur für Mitglieder an.

Transkript

Wie kam die tgabar auf das Last Planner System?

Roman: Herzlich willkommen an der TGA-Bar. Sören, worum geht es heute?

Sören: Heute geht es um den Last Planner oder das Last Planner System. Ein feststehender Begriff. Das Einzige, was mir spontan dazu einfällt: von hinten gedacht, im Sinne von Lean einzuordnen, also Effizienzprozesse zu gestalten. Ist das eine Software?

Roman: Nein — auch wenn es das vielleicht auch gibt. Wie kamen wir auf das Last Planner System? Wir haben uns mit der Lounge Projektleitung seit Februar getroffen, mit Katharina Lennartz. Sie hat in Agil und Lean promoviert. Wir haben uns verschiedene Methoden angeschaut — Scrumban von ZWP, Design Thinking, Taktplanung, Scrum und Kanban. Und Katharina sagte mehrfach: Warum schauen wir uns eigentlich nicht das Last Planner System an? Übersetzt heißt das wörtlich „Letzte-Planer-System".

Sören: Der letzte Planer — und nach ihm kommt nichts mehr. Klingt nach einem spannenden Film.

Roman: Das System kommt aus den USA und ist ziemlich gesetzt, es stammt schon aus den 90ern. Glenn Ballard hat es entwickelt. Wir haben uns nicht nur mit Katharina getroffen, sondern auch mit Kollegen aus dem GLCI. Arne Tütken, der bei unserem Mitglied Sprinkenhof GmbH dabei ist, ist Arbeitsgruppenleiter beim German Lean Construction Institute. Die bieten dazu ausführliche Schulungen und ganztägige Seminare an. Katharina sagte, das könnte sich für uns TGA-Planer wirklich lohnen.

Was bietet die tgabar am 1. April an?

Roman: Wir haben Katharina gefragt, ob sie nicht eine Stunde Schulung dazu machen kann — sie hat zugesagt. Das machen wir am 1. April um 14 Uhr, kein Scherz. Es gibt eine Einladung über Newsletter und LinkedIn. Es wird eine einstündige Schulung nur für Mitglieder. Wir schauen uns an, was das System ausmacht und was es uns als Planer bringen kann.

Sie findet, das ist ein agiles System, gar kein leanes. Agil und lean unterscheidet sie so: Lean versucht Verschwendung zu vermeiden und klare Prozesse möglichst schlank zu machen — lean heißt schlank. Agile Methoden sind eher für den Fall, dass der Prozess und der Weg zum Ziel noch nicht klar sind; dann versucht man möglichst früh Fehler zu machen. Früher scheitern, das ist agil.

Sören: Mit Struktur.

Wie funktioniert das Last Planner System im Grundkonstrukt?

Roman: Früher scheitern mit Struktur. Es geht darum, sich ständig auf dem Weg zum Ziel zu verbessern. Ich weiß noch nicht viel dazu — wir lernen das am 1. April. Aber das Grundkonstrukt sieht so aus: Man schaut zuerst nach vorne und fragt, was will ich bis wann erreichen. Zum Beispiel: Leistungsphase 2 abschließen bis zum 1. Mai. Man fährt von hinten an und fragt, was habe ich am 1. Mai erreicht — Erläuterungsbericht, Kostenschätzung. Dann versucht man, den Gesamtprozess zu verstehen: wer liefert was, wann. Welche Planer liefern welche Leistungen, damit das Ziel erreicht wird. Man kommt vom Architekten den Rohling, vom Brandschutzplaner dies und das. Das führt man erst einmal relativ terminfrei grob auf — wer muss bis wann liefern. Das ist Schritt 1: die Abhängigkeiten anschauen.

Schritt 2 wäre ein Meilensteinplan: grob Phasen einplanen. In typischen Planungsprozessen wird genau das — wer muss wann an wen was liefern — meistens nicht gemacht, weil das Werkzeug fehlt; man hat nur einen Meilensteinplan. Daraus macht man dann Sechs-Wochen-Vorschauen: Man überlegt, was in den nächsten sechs Wochen passiert.

Sören: Es wird also ein Stück weit konkreter.

Roman: Genau, es wird auf sechs Wochen heruntergebrochen und greifbar. Für die sechs Wochen macht man eine Vorschau — so kenne ich das auch aus meiner Sprintplanung. Dann macht man wöchentliche Besprechungen und schaut, wo man steht. Und jetzt kommt nicht nur der Frust, wenn etwas nicht funktioniert, sondern man versucht daraus zu lernen: Warum haben wir das nicht geschafft, was wir uns in der letzten Woche vorgenommen haben, woran hing es?

Sören: Im Hinblick auf die nächsten sechs Wochen. Diese stetige Verbesserung wird also Teil der Arbeit.

Roman: Die sechs Wochen sieht man als ersten Verbesserungszyklus; danach hat man sich substanziell in der Zusammenarbeit verbessert, und die nächsten sechs Wochen fängt man wieder von vorne an, mit den gesammelten Erkenntnissen.

Sören: Ich bin bei der Stunde dabei.

Warum heißt es „letzter Planer"?

Roman: Wir haben uns nur eine Grafik aus dem Netz gezogen. Es ist eine Grundlagenschulung — moderne Projektabwicklung, vom Profi erklärt. Der GLCI macht Lernreisen, ist in Köln, Berlin, München unterwegs und bietet zweitägige Schulungen an, an denen mehrere Veranstaltungen parallel laufen: Last Planner System, Taktplanung, agile Bauplanung. Dort kann man sich einen ganzen Tag in einer echten Simulation weiterbilden. Das ist bei unserer Schulung aber nicht mit drin.

Sören: Viele haben den Begriff schon gehört und gefragt, was dahintersteckt — oft im Zusammenhang mit der ausführenden Seite.

Roman: Aber heißt das nicht „letzter Planer"? Warum eigentlich? Katharina hat es so erklärt: Man schaut sich an, wie der oder die Letzte im Prozess — die es wirklich tun muss — mit dem klarkommt, was vorgenommen wurde. Der letzte Planer ist dabei aber nicht der letzte Monteur, sondern der letzte Planer. Insofern klingt das für uns sinnvoll.

Sören: Wir sollten uns das auf jeden Fall anschauen.

Roman: Also: 1. April, kein Scherz, Letzte-Planer-Schulung, 14 Uhr. Es steht auf der Internetseite, im Newsletter und auf LinkedIn — und es kommen nur Mitglieder rein.

Sören: Wir freuen uns auf euch. Bis dann.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Was ist das Last Planner System?

Eine aus den USA stammende Methode der Lean Construction, die schon aus den 1990er-Jahren stammt. Man plant rückwärts vom Zieltermin: Zuerst klärt man die Abhängigkeiten, wer wann was liefern muss, legt einen Meilensteinplan an und bricht alles auf rollierende Sechs-Wochen-Vorschauen mit wöchentlichen Besprechungen herunter, um sich kontinuierlich zu verbessern.

Warum heißt die Methode „letzter Planer"?

Weil man sich anschaut, wie der oder die Letzte im Prozess — also wer die Leistung wirklich erbringen muss — mit dem zurechtkommt, was vorgenommen wurde. Gemeint ist dabei der letzte Planer, nicht der letzte Monteur.

Wann findet die tgabar-Schulung zum Last Planner System statt?

Am 1. April um 14 Uhr (kein Scherz). Es ist eine einstündige Einführungsschulung mit Katharina Lennartz, ausschließlich für Mitglieder; angekündigt über Internetseite, Newsletter und LinkedIn.

Zitate

Früher scheitern mit Struktur."

Roman Fritsches

Der letzte Planer ist tatsächlich aber eben nicht der letzte Monteur, sondern der letzte Planer."

Roman Fritsches

Zahlen & Fakten

Das Last Planner System stammt aus den USA und wurde bereits in den 1990er-Jahren entwickelt.

Im Last Planner System wird der Gesamtprozess auf rollierende Sechs-Wochen-Vorschauen mit wöchentlichen Besprechungen heruntergebrochen.

Die tgabar-Einführungsschulung zum Last Planner System findet am 1. April um 14 Uhr statt, dauert eine Stunde und ist nur für Mitglieder.

Glossar

Last Planner System
Aus den USA stammende Lean-Construction-Methode; plant rückwärts vom Zieltermin über Abhängigkeiten, Meilensteinplan und rollierende Sechs-Wochen-Vorschauen mit wöchentlichem Verbesserungszyklus.
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