TGA-Planung › Folge #203
tgabar · BargesprächeForschung und Standards
Die dritte Bar der tgabar e.V. heißt „Forschung und Standards". Sie bündelt die Lounges Gebäudeautomation und BIM unter zwei Barkeepern, Claudius Schade und Reinhard Wimmer [*unsicher*], und entwickelt BIM-Anwendungsfälle für die TGA, GA-Standards und Vorlagen. Geplant sind zudem neue Lounges zu CAD und ERP, um Softwares im Sinne der TGA-Planung zu verbessern.
Transkript
Was ist die Bar „Forschung und Standards" der tgabar?
Roman: Herzlich willkommen an der TGA-Bar. Was darf es heute sein?
Sören: Ich hätte gern was zu Forschungsstandards.
Roman: Forschungsstandards — dafür haben wir eine eigene Bar.
Sören: Wir stellen aktuell die Struktur unseres Vereins vor, aus dem der Podcast hervorgegangen ist.
Roman: Ich werde nicht müde zu erwähnen, dass ich sehr stolz bin, dass wir aus dem Vorstand heraus nicht nur Männer, sondern auch Frauen haben. Sarah Tax ist Vorsitzende in Karlsruhe, Christopher Duftschmid in München und meine Wenigkeit, Roman Fritsches, in Hamburg.
Sören: Die im Ausschuss, wo die ganzen Barkeeper drinsitzen, etwas zu sagen haben.
Roman: Nein, im Ausschuss hat der Vorstand gar nichts zu sagen — er stellt nur drei von acht Mitgliedern. Das ist sehr egalitär, demokratisch, sogar soziokratisch.
Wir haben schon zwei Barkeeper vorgestellt: Sören Janson hat sich selbst vorgestellt, und Berker Yilmaz, der das Thema Aus- und Weiterbildung macht. Jetzt kommen wir zur Bar Forschung und Standards — und weil die Lounge so dick und fett ist, gleich mit zwei Barkeepern.
Sören: Als Barkeeper im Ausschuss des Vereins sind hier im Wesentlichen Claudius Schade und Reinhard Wimmer dabei.
Wer sind die Barkeeper und welche Lounges stecken dahinter?
Roman: Wir haben zwei Profis. Der eine ist Profi im Bereich Gebäudeautomation: Claudius Schade von der WSR GmbH in Neumarkt in der Oberpfalz. Er ist mit seiner Lounge Gebäudeautomation schon sehr lange aktiv und hat dort zum Beispiel Vorlagen für Funktionsbeschreibungen in der Gebäudeautomation erstellt.
Sören: Das ist quasi unsere Blaupause.
Roman: Das war die erste aktivste Lounge. Wir waren beide mal in den Lounge-Sitzungen dabei und haben festgestellt: Da sitzen sehr kompetente Leute, die sofort Standards bauen wollen — Vorlagen wie auch Software — und nur darauf warten, dass eine Vereinsstruktur dahintersteht, über die sie veröffentlichen können. Claudius hat die Idee, über den Verein Dinge zu veröffentlichen; wir werden aber wahrscheinlich nicht jede Veröffentlichung für alle Mitglieder kostenlos machen, sondern ein System dafür finden müssen, auch Richtung Softwareentwicklung.
Der zweite Barkeeper ist Reinhard Wimmer. Er ist Professor für digitales Planen, Bauen und Betreiben an der Hochschule Karlsruhe. Er hat die Lounge BIM schon seit langer Zeit am Start. Sie wird von Mohammad Hussein moderiert, zusammen mit den Architekten aus der BIM-Hub Hamburg — und sie bauen Anwendungsfälle für die TGA.
Sören: Deswegen gleich mehrere Barkeeper an der Bar, damit die großen Themen gut repräsentiert und vorangetrieben werden.
Roman: Aus den Lounge-Leitenden — die Lounge GA von Claudius, die Lounge BIM von Reinhard Wimmer — können sich Barkeeper ergeben. Wir werden später wählen; aktuell haben wir erst gefragt, wer Lust hat. Wenn sie sich regelmäßig treffen, wird es Wahlen geben.
Sören: Wir sind in der Initialisierungs- und Gründungsphase; da müssen erst Namen stehen, damit es ins Rollen kommt.
Warum soll es eine eigene Lounge CAD geben?
Roman: Zum Thema Namen: Ich bin gerade dabei, die Lounge CAD zu befördern. Es ist eigentlich nicht meine Aufgabe, eine neue Lounge aufzumachen, das darf ich gar nicht allein entscheiden — aber in der Gründungsphase sehe ich als Vorsitzender den Bedarf. Was im Bereich BIM und Gebäudeautomation passiert, muss in Software gegossen werden: Anwendungsfälle und GA-Schemen mit Funktionalitäten über Trick hinaus mit Software zu verknüpfen.
Ich bin noch auf der Suche nach einer Loungeleiterin und im Gespräch mit Bente Boll, ehemals von Pink, jetzt bei Sunny. Die Idee wäre, CAD-Softwares zu verbessern und zu entwickeln — immer auf Open-BIM-Basis. Alle sollen ihre Software verbessern; es soll kein Platzhirsch sein, der alle bedient. Die Anwendungsfälle sollen in Software gegossen und am Ende vielleicht auch den Mitgliedern der tgabar e.V. zur Verfügung gestellt werden.
Sören: Oder zu gewissen Konditionen. Das muss sich entwickeln.
Roman: Für die Softwarehersteller ist das interessant: Es gibt die Möglichkeit, neue Software zu entwickeln, aber auch die eigene zu verbessern.
Sören: Das gab es in Teilen schon durch die BIM-Hub Hamburg.
Roman: Wir hatten eine BIM-Hub Hamburg — genauer eine BIM-Lead-User-Allianz. Die versuchen wir wiederzubeleben. Wir haben Kontakte zu den Herstellern und wollen die Verzahnung und Weiterentwicklung der Software vorantreiben.
Wir wollen die Softwarehersteller auch im Verein haben: Werdet Mitglieder, wir wollen euch helfen, eure Software zu verbessern. Viele Softwareentwickler waren nie selbst TGA-Planer und kennen nicht alle Anwendungsfälle, BIM-Projekte und Rollen — Projektleiter, Fachkoordinator, Systemplaner, Fachplaner. Lasst uns der Softwareindustrie helfen, für uns bessere oder neue Software zu machen.
Wozu eine eigene Lounge für ERP-Software?
Sören: Da wir nicht nur auf der planerischen Seite Software nutzen, würden wir gern eine weitere Lounge zur ERP-Software gründen.
Roman: Darüber haben wir schon mehrfach bei den Happy Hours gesprochen: Wir wollen das Controlling in unseren Büros verbessern. Statt eine perfekte Komplettlösung zu suchen — die es nicht gibt — sollten wir die verschiedenen Softwares weiter nutzen und Schnittstellen definieren, etwa über Power BI.
Sören: Das passt zu den Größen der jeweiligen Büros. Sonst investiert man zusätzlich zum teuren Digitalisierungskoffer auch noch in ERP — als Eigenentwicklung oder Miete.
Roman: Manche nutzen erfolgreich Excel, manche Access oder etwas Selbstgebautes. Mit so einer Lounge können wir die Bedürfnisse klarer machen: Was brauchen wir eigentlich? Wie müsste ERP aussehen — ich nenne es Engineering Capacity Planning, ECP.
Sören: Das betrifft nicht nur die TGA-Branche, sondern alle planenden Büros. Alle haben HOAI-Aufträge, rechnen nach dieser Syntax ab — und das spiegelt eine klassische ERP-Software nicht hundertprozentig wider.
Roman: Die klassische Software kann das nicht. Und die für uns angepasste Software hat oft die neuen Projektmanagement-Standards nicht drin — etwa dass ich nach Rollen schaue: Eine Person kann mehrere Rollen haben, und wie ausgelastet sind die Rollen? Das fehlt in den Softwares.
Ich will keine ERP-Software für Architekten verbessern — die haben nur ein Objekt, in das alle Kosten fließen. Bei uns gibt es jedes Mal acht oder mehr. Ich will fast nur für die TGA-Planer verbessern und auch hier die Softwarehersteller motivieren, ihre Software zu verbessern und sie den Mitgliedern der Bar bereitzustellen.
Sören: Das klingt sehr gut.
Roman: Wenn ihr dann 10.000 Kunden habt, liebe CAD- und ERP-Softwarehersteller — 10.000 Planer an der Bar — ist das spannend. So viele Planer gibt es in Deutschland; die sollen alle dazukommen. Das ist das Ziel.
Wie geht es mit den Bars und Happy Hours weiter?
Sören: Damit haben wir jetzt alle drei TGA-Bars vorgestellt.
Roman: Hier möchte ich auch Matthias Stehn benennen, der uns als erfahrener Vereinsgründer begleitet hat, sowie Dominik Voss, der die Satzung mehr oder weniger allein perfektioniert hat. Vielen Dank, Dominik, vielen Dank, Matthias. Wir finden für euch eine Rolle, die euch nicht überfordert, aber im Verein als wichtige Mitglieder passt.
Sören: Und alle, die sich bisher nicht wiedergefunden haben, aber die Idee unterstützen wollen, kommen gern mit neuen Bars und Lounges auf uns zu und bringen sich ein.
Roman: Bringt euch ein. Die Barkeeper und die drei großen Themen haben wir vorgestellt, und es wird noch mehr geben.
Ich habe zusammen mit dem Ausschuss entschieden, dass wir regelmäßige Happy Hours über die jeweilige Bar machen und die jeweiligen Barkeeper diese Happy Hour organisieren.
Sören: Wir fingen mit einem Podcast an und gehen jetzt mit der hundertsten Folge in die zweite Staffel — die Integration in den Verein. Die TGA Happy Hours bleiben Bestandteil?
Roman: Die wird es geben, und sie werden diverser. Bislang habe meistens ich moderiert, mit einer Ausnahme, die sehr gut lief — da haben sich Berker, Mohrmann und Ina stark eingebracht, und du auch. Die Idee: Jeder Barkeeper stellt seine eigene Bar zum Beispiel viermal im Jahr vor. Bei drei Bars wären das zwölf Vorstellungen — jede Bar einmal im Quartal.
Sören: Dann verteilt man die Aufgaben auf mehrere Schultern.
Roman: Und als Moderator suchst du dir vor allem aus deinen Lounges die Leute heraus, die präsentieren. Das ist die Idee.
Sören: Klingt nach einem Plan.
Häufige Fragen zu dieser Folge
Was umfasst die tgabar-Bar „Forschung und Standards"?
Sie bündelt die Lounges Gebäudeautomation und BIM unter zwei Barkeepern und entwickelt BIM-Anwendungsfälle für die TGA, realistische GA-Standards sowie Vorlagen wie Funktionsbeschreibungen für die Gebäudeautomation. Geplant sind zudem neue Lounges zu CAD und ERP.
Wie ist der Vorstand der tgabar e.V. zusammengesetzt?
Der Vorstand besteht aus Sarah Tax (Vorsitzende in Karlsruhe), Christopher Duftschmid (München) und Roman Fritsches (Hamburg). Im Ausschuss stellt der Vorstand nur drei von acht Mitgliedern; die Struktur wird als egalitär, demokratisch und soziokratisch beschrieben.
Warum will die tgabar CAD- und ERP-Software verbessern statt eine Komplettlösung zu suchen?
Weil es laut Roman keine perfekte Komplettlösung gibt. Stattdessen sollen bestehende Softwares weiter genutzt und über Schnittstellen (etwa Power BI) verbunden werden. Klassische ERP-Software bildet HOAI-Abrechnung und rollenbasiertes Projektmanagement der TGA-Planung nicht ab; die Hersteller sollen motiviert werden, ihre Software auf Open-BIM-Basis zu verbessern.
Zitate
„Ich werde nicht müde zu erwähnen, dass ich sehr stolz bin, dass wir aus dem Vorstand heraus nicht nur Männer, sondern auch Frauen haben."
— Roman Fritsches
„Alle bitte sollen ihre Software verbessern und nicht ein Platzhirsch soll alle bedienen."
— Roman Fritsches
„Lass uns der Softwareindustrie helfen, für uns bessere Software zu machen oder auch neue Software."
— Roman Fritsches
Zahlen & Fakten
Der Vorstand der tgabar e.V. stellt drei von acht Mitgliedern im Ausschuss.
Quelle: Roman FritschesBei drei Bars mit je vier Happy-Hour-Vorstellungen pro Jahr ergäben sich zwölf Vorstellungen jährlich (eine pro Bar je Quartal).
Quelle: Roman FritschesBei TGA-Projekten fallen pro Projekt acht oder mehr Objekte an, während Architekten meist nur ein Objekt bebuchen.
Quelle: Roman FritschesGlossar
- Bar (tgabar)
- Thematischer Bereich des Vereins, der mehrere Lounges bündelt und von Barkeepern verantwortet wird; hier die Bar „Forschung und Standards".
- Barkeeper
- Im Ausschuss vertretene Person, die eine Bar bzw. deren Themen verantwortet; ergibt sich häufig aus den Lounge-Leitenden und wird später gewählt.
- Happy Hour (tgabar)
- Regelmäßige öffentliche Veranstaltung je Bar, die von den jeweiligen Barkeepern organisiert wird.