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TGA-PlanungFolge #207

tgabar · Bargespräche

Barkeeper Mohamad und Berker

Folge 20724.11.202319:37 minRoman FritschesGast: Mohamad Hussein, Berker Yilmaz
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Auf den Punkt

Barkeeper sind bei der tgabar e.V. die Personen, die eine thematische Bar führen: Sie halten die zugehörigen Lounges zusammen, moderieren, holen Ergebnisse ab und geben Feedback, während die eigentliche Arbeit in den Lounges geschieht. Mohamad Hussein verantwortet die Bar Netzwerk und New Work, Berker Yilmaz die Bar Aus- und Weiterbildung.

Transkript

Wer sind die Barkeeper Berker Yilmaz und Mohamad Hussein?

Roman: Herzlich willkommen an der TGA-Bar e.V. — sage ich jetzt immer noch, weil ihr heute ein eingetragener Verein seid. Ihr zwei, Berker und Mohamad, wart live dabei und beide als Barkeeper bei der Gründung mit dabei. Wollt ihr eure Vorstellung nochmal kurz wiederholen?

Berker: Gerne. Berker Yilmaz, CAD-Agentur Lehmann, Unternehmensgruppe — ich bin in der Geschäftsführung, und wir sind der CAD-Dienstleister in der TGA-Branche. Wir kommen, wenn es brennt, wir sind das A-Team. Bei uns kommt der Anruf, wenn alles vorbei ist und wieder geradegezogen werden soll. Als Barkeeper freue ich mich, die Bar aktiv mitzugestalten und neue Mitglieder sowie Loungeleitende zu gewinnen, die als Team gemeinschaftliche Ziele festlegen und verfolgen. Wichtig ist mir der Bereich Aus- und Weiterbildung: Wir haben alle die gleichen Sorgen, beschweren uns über die gleichen Dinge — also lasst uns gemeinschaftlich festlegen, wie wir dem Thema mehr Zeit und Professionalität widmen. Unsere Ausbildungsmentalität ist nicht immer sehr positiv, nicht sehr nachhaltig, nicht durchgängig konsequent. Wichtig ist, jetzt Strukturen zu schaffen, sich zu vernetzen und gemeinsam Standards zu entwickeln, die jeder im eigenen Unternehmen anwenden kann, um eine nachhaltige Ausbildung zu gewährleisten.

Mohamad: Ich bin Mohamad, nicht Teil des A-Teams, ich gehöre zur Sweco GmbH und bin auch Barkeeper. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Ich bin dabei, weil es Spaß macht, weil ich schon viel mitnehmen durfte und hoffentlich auch viel zurückgeben darf. Ich darf die Bar Netzwerk und New Work keepen.

Was bedeutet Barkeepen bei der tgabar?

Mohamad: Wir haben vorher schon gesprochen, und wir wissen beide, dass ich wahrscheinlich am wenigsten weiß, was unter Barkeepen zu verstehen ist — darüber reden wir ja heute. Berker, was ist Barkeepen?

Berker: Barkeepen ist gute, gemeinschaftliche Führung: Ziele gemeinsam festlegen, definieren und verfolgen, dass wir sie einhalten, die einzelnen Lounges gut zusammenhalten und als Mediator agieren. Das ist für mich die erste Definition. Man muss da aber auch erst reinwachsen, die Mitspieler kennenlernen und den Austausch haben — so entwickelt sich das nach und nach.

Roman: Ich glaube, das ist alles noch in der Findungsphase.

Mohamad: Der Name ist gar nicht so wichtig, viel weniger wichtig als die Inhalte. Wenn man sich die Lounges anschaut — ich muss fast auf meinen Spickzettel gucken, auf das Funktionsschema. Es ist jetzt verabschiedet. Es gibt die Lounge AHO/VDI, die Lounge Digital und Agil, die Zukunft der TGA, und dann sind plötzlich die Syndikusanwälte mit dabei — das müssen wir nochmal ordnen. Es geht darum, welche Inhalte wir generieren wollen, und da sind die Lounges fast wichtiger als die Bar oder der Barkeeper. Berker hat es gut zusammengefasst: Als Barkeeper bin ich ein bisschen Seelsorger für die einzelnen Loungeleitenden — das sind die Leute, die die Arbeit leisten. Wir schreiben vielleicht einen Bericht, fassen zusammen, moderieren ein, zwei Lounges, holen die Ergebnisse ab und geben Feedback. Die Grundlagenarbeit erfolgt in den Lounges selbst, und dafür brauchen wir motivierte Leute. Es gibt so viele Lounges und Ideen — wir merken in den Happy Hours, wie viele Leute sich einbringen wollen. Allein bei der letzten Happy Hour waren es wieder drei, die gesagt haben: Ich will.

Roman: Und das muss irgendwo gesammelt werden.

Mohamad: Genau, und dafür sind die Barkeeper jetzt mitverantwortlich. Mit dem Vereinsrahmen können wir weitermachen und die Loungeleitenden definieren. Es kann auch sein, dass Leute es nicht machen wollen.

Berker: Dadurch, dass wir die Happy Hours in die Bars aufsplitten und wir als Barkeeper die Happy Hours begleiten, können wir das Feedback aufnehmen und an die jeweiligen Lounges weitergeben. Die Lounges sind dabei der Hauptbestandteil der Happy Hours, die Loungeleitenden wirken mit — und das ist unsere Moderator-Funktion. Es ist gut, dass man sich eine Stunde konzentriert auf spezifische Themen fokussieren kann.

Berker: Wir merken, die TGA-Bar wächst immer weiter, die Vielfältigkeit nimmt zu, und an der einen oder anderen Stelle kommen Dinge zu kurz. Wenn wir das konzentriert auf die jeweilige Bar und die Lounges kanalisieren, kann man einen guten Fokus daraufsetzen: Wer sagt, das ist gerade mein Themengebiet, kommt zu der passenden Happy Hour. Das ist zeiteffizient für alle Beteiligten.

Wie ordnen sich die Bars und Lounges thematisch?

Roman: Ich habe von dir gelernt: Beim Thema Zukunft der TGA — diesen Titel haben Lars und ich uns ausgedacht — kommst du rein und sagst, darunter verstehst du KI. Ich dachte, es geht um Low-Ex-Wärmenetze und Technologien der Wärmewende, weil ich dich da als Experten sehe — du hast Ahnung bei Low-Ex- bzw. Niedertemperaturnetzen und Energiewende. Du hast es aber anders definiert, und ich glaube, das ist genau richtig: Diese Vorschläge im Funktionsschema sollen nochmal reflektiert und komplett über den Haufen geworfen werden. Das hat jetzt Bente Boll gemacht und gesagt: Die Lounge CAD ist Quatsch, die heißt Smarter Plan. Das Ziel ist nicht, gute CAD-Software zu finden, sondern unseren Workflow nach vorne zu stellen — was muss die Software können, damit der Workflow passt?

Mohamad: Es ist immer schwer, den ersten Aufschlag zu machen. Jetzt haben wir einen gemacht und schauen, was daraus wird. In einem Jahr kann es sein, dass die Lounges anders heißen, anders aussehen, umsortiert werden. Jetzt fangen wir an und schauen, wo die Reise hingeht.

Was hat Roman als Vorstand mit dem Verein vor?

Mohamad: Erzähl uns mal, was du als Vorstand vorhast — und, weil du einer der Treiber warst, was du dir vom Verein erhoffst.

Roman: Mega gute Frage. Eigentlich steckt der große Wunsch dahinter, dass wir die richtigen Leute zu den richtigen Themen zusammenkriegen. Ich bin ein Kreativmensch Richtung Netzwerk und freue mich, wenn intelligente Menschen zusammensitzen und gute Entscheidungen treffen. Wenn ich merke, das passiert und moderiert sich, bin ich raus — nächstes Thema. Da bin ich Generalist. Ich fände es gut, wenn wir eine Priorisierung der Themen hinbekommen: Was kostet uns am meisten Geld? Was kostet am meisten Nerven? Wo gewinnen wir zu wenig Leute? Diese großen Fragen — und dann mit den richtigen Experten einer Lounge einen Namen und ein Ziel zu geben. Das wäre mein Traum: nochmal out of the box denken.

Berker: Das ist das Schöne — das Funktionsschema gibt das jetzt her: diese Themen im Ausschuss gemeinsam zu besprechen und in die richtige Richtung zu lenken. Ihr seid so ein bisschen die Akquise da oben, die neue Themen an die Bar bringt, zu den bestehenden Arbeitskreisen — und vor allem die Außendarstellung.

Roman: Ja, und Gehör finden. Zurück zu deiner Bar: Die Bar Forschungsstandards — darum kümmern sich Claudius und Reinhard — adressiert das Problem, dass wir zu wenige praktische Standards setzen und zu wenig forschen. Die Bar Aus- und Weiterbildung kümmert sich darum, dass wir Schwierigkeiten haben, Nachwuchs zu gewinnen, zu fördern und zu halten. Fördern und halten im Büro durch ständige Weiterbildung. Deine Bar, Mohamad, hat im Moment das Problem, dass wir im Netzwerk noch nicht genug aktiv sind. Vielleicht ist das aber gar nicht das Thema, das dich gerade vorantreibt.

Wie wichtig ist Vernetzung mit anderen Vereinen?

Mohamad: Wir müssen uns damit beschäftigen. Wir sind ein junger Verein mit einer gewissen Reichweite, aber wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir uns mit anderen Vereinen austauschen. Wir haben im letzten Jahr mit der BIM-Hub Hamburg gemeinsam Statements abgeleitet — etwa Grobbemessungen versus Berechnungen in der Entwurfsplanung, wie der BIM-Prozess in Zukunft aussehen muss, wie ein Leistungsbild in diesem Prozess aussieht. Das hätten wir alleine niemals geschafft. Deshalb brauchen wir diesen Austausch. Auch der Großküchenbauer ist immer bei der TGA-Bar und bringt seine Punkte mit — das muss man ernst nehmen. Wir haben mit dem Herausgeber des Build-Ing. Magazins gesprochen.

Roman: Genau, und des Deutschen Ingenieurpreises.

Mohamad: Das sind kleine Puzzleteile, die zusammen ein großes Ganzes ergeben.

Roman: Hast du Lust, dieses Netzwerk weiterzubringen — oder treibt dich eher das Thema Wärmenetze und KI?

Mohamad: Das kann ich dir noch gar nicht sagen. Vereinsarbeit ist zäh. Was ich genau weiß: Eine Satzung oder Beitragsordnung zu bestimmen, dazu habe ich keine Lust — das bin ich nicht. Ich bin in dieses Bar-Netzwerk gerutscht, weil wir in Gesprächen eruiert haben, was zu mir passt.

Roman: Du hast gesagt, du willst Barkeeper bleiben.

Mohamad: Genau. Wir haben überlegt, welche Bar ich machen kann — Sören war ja auch in der Bar — und dann ist es diese Bar geworden. Ob ich am Ende eher Loungeleitender oder Barkeeper bin, sehen wir vielleicht in einem oder zwei Jahren. Das muss offen bleiben, hier ist nichts in Stein gemeißelt. An die Zuhörenden: Wer eine Lounge leiten will, meldet sich bei Roman.

Roman: Christopher hat im Interview gesagt, dass er Barrierefreiheit wichtig findet: Man kommt ohne Hindernisse digital in eine Lounge, wird moderiert. Es gibt nicht nur die starken Obermacker, die sich ständig das Wort nehmen, sondern auch der stillere Mensch wird gehört, weil er gefragt wird. So versteht er Barrierefreiheit — erst wollte er niedrigschwellig sagen, dann hast du pädagogisch barrierefrei gesagt.

Berker: Am Ende ist für jeden etwas dabei: Der Barkeeper wird gebraucht, der Loungeleitende wird gebraucht, aber auch die Teams dahinter — auf jeder Ebene. Deshalb an alle, die zuhören und Lust haben, nachhaltig etwas im TGA-Sektor zu verändern: herzlich willkommen. Meldet euch, stoßt dazu, damit wir etwas richtig Geiles für die Zukunft machen.

Welche Ziele verfolgt die Bar Aus- und Weiterbildung?

Roman: Die Bar Aus- und Weiterbildung hat das Ziel, Ausbildung und Weiterbildung als komplettes Paket zu begreifen und zu fördern. Kannst du dazu noch etwas sagen?

Berker: Das große Thema ist: Die jungen Menschen wissen gar nicht, dass es uns gibt. Ich bin häufig an Schulen und präsentiere den Beruf des TGA-Planers. Meine erste Frage an die Kids ist immer: Ihr geht jeden Morgen duschen — wisst ihr eigentlich, woher das warme Wasser kommt, wie es aufbereitet wird, wie die Heizung warm wird? Habt ihr euch jemals Gedanken gemacht? Mama und Papa bezahlen die Rechnung, es läuft. Das sind Anreize, damit sie merken: Da gibt es eine Technik dahinter, mit der man sich befassen und arbeiten kann. Und dann kommt das Interesse, und sie merken: Es gibt eine Technische-Systemplaner-Ausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten. Da müssen wir ansetzen — wir haben viele Ideen und Ansätze, die wir in unserer Bar teilen wollen.

Roman: Ich habe eine eigene Lounge Weiterbildung. Ich versuche, den Kreis zu schließen: Wer als Projektleiter im Unternehmen ist, den kann ich weiterbringen; bei Fachkoordinatoren kann ich das nicht selbst, aber wir haben Leute aus dem Netzwerk, die das können. Ein großes Thema ist für mich: Wir haben viele Quereinsteiger und junge Absolventen — ob wir über eine Akademie schaffen, Weiterbildung nicht selbst zu machen, sondern zu organisieren. Die Hersteller machen gute Ausbildungen, die Profs sind gut. Da machen wir mal ein Thema Heizung oder Elektro als Grundlage. Bausoft macht auch Elektro-Videoschulungen — vielleicht können wir das nutzen und in den Verein holen.

Berker: Es gibt ganz viel Content, den man zusammenbringen muss, von dem man gar nichts weiß. Und Charaktere, die gut mitwirken können. Das müssen wir zusammentragen und bündeln. Ich kann euch eines versprechen: Wir werden beim Bereich Aus- und Weiterbildung viel Spaß haben — ich brenne für das Thema.

Wie blickt Roman auf das erste Jahr der tgabar zurück?

Mohamad: Was mich überrascht und gefreut hat, war, wie groß es plötzlich wurde. Von einem Tag auf den anderen waren Berker, Sarah Tax, Dominik und Christopher da. Davor waren es drei, vier Leute; ich bin in der zweiten Welle nachgerückt. Jetzt sind so viele tolle Personen dabei, die etwas bewegen wollen — das ist das Entscheidende. Vor ein, zwei Jahren haben wir über genau dieses Ziel gesprochen, Leute dazu zu bewegen, sich einzubringen. Wenn du zurückblickst, Roman: Wie fühlst du dich?

Roman: Hammer, wie schnell das alles ging. Am 25. August letztes Jahr — an meinem Geburtstag — gab es die erste Happy Hour, online. Jetzt sind wir noch nicht mal ein Jahr und ein paar Monate dran und haben heute einen Verein gegründet. Und wir haben nicht nur einen Verein gemacht, wir haben schon viele Leute, die Rollen übernehmen. Das ist das Coole.

Mohamad: Wenn du die tgabar in drei Sätzen pitchen müsstest — wie würdest du das machen?

Roman: Wir sind ein anderer Verein als andere, weil wir Zebras sind. Wir sind Zebras. Das lasse ich so stehen. In den weiteren Folgen wird eine Auflösung stattfinden.

Mohamad: Berker, drei Sätze zur tgabar. Wer sind wir?

Berker: Wir sind die Zukunft.

Roman: Tolles Ende, Berker. Vielen Dank. Wir freuen uns auf deine Bar, die wahrscheinlich nicht Netzwerk und New Work heißen wird. Berker, ich freue mich auf die Arbeit in deiner Bar. Tschüss.

Häufige Fragen zu dieser Folge

Was bedeutet Barkeepen bei der tgabar e.V.?

Ein Barkeeper führt eine thematische Bar gemeinschaftlich: Ziele festlegen und verfolgen, die zugehörigen Lounges zusammenhalten, moderieren und als Mediator agieren. Konkret begleiten Barkeeper die Happy Hours, holen die Ergebnisse aus den Lounges ab und geben Feedback, während die eigentliche Grundlagenarbeit in den Lounges selbst geleistet wird.

Welche Bars verantworten Mohamad Hussein und Berker Yilmaz?

Mohamad Hussein, Leiter der TGA-Planung bei Sweco in Berlin, ist Barkeeper der Bar Netzwerk und New Work. Berker Yilmaz, Geschäftsführer der CAD-Agentur Lehmann, ist Barkeeper der Bar Aus- und Weiterbildung.

Zitate

Als Barkeeper bin ich so ein bisschen Seelsorger für die einzelnen Loungeleitenden. Das sind die Leute, die die Arbeit leisten."

Mohamad Hussein

Der Name ist viel weniger wichtig als die Inhalte."

Mohamad Hussein

Wir sind ein anderer Verein als andere, weil wir Zebras sind."

Roman Fritsches

Zahlen & Fakten

Die erste Happy Hour der tgabar fand am 25. August (2022) statt; rund ein Jahr und einige Monate später wurde der Verein gegründet.

Quelle: Roman Fritsches

Glossar

Barkeeper
Person, die bei der tgabar e.V. eine thematische Bar führt: hält die Lounges zusammen, moderiert, holt Ergebnisse ab und gibt Feedback; agiert als Mediator. Die eigentliche Arbeit erfolgt in den Lounges.
Lounge
Themenbezogene Arbeitsgruppe innerhalb einer Bar, in der die inhaltliche Grundlagenarbeit geleistet wird; von Loungeleitenden geführt.