tgaPULS
← Fachartikel·Strategie

Das Weiterbildungswunder, das die TGA-Branche braucht

·7 min Lesezeit
Roman Fritsches-Baguhl
Dipl.-Wirtsch.-Ing., Gründer von tgaPULS
Veröffentlicht am · 7 min Lesezeit
Der Beitrag entsteht im Rahmen des Dissertationsvorhabens „Produktiv Planen" an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (Universität der Bundeswehr).

Deutschland hat ein Produktivitätsproblem. Und die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, hat es gerade zur Chefsache erklärt.

In der April-Ausgabe von Markt und Mittelstand — Deutschlands viertgrößtem Wirtschaftsmedium — fordert Nahles ein „Weiterbildungswunder für mehr Produktivität". Das Heft widmet dem Thema die Titelstory. Und wenn du als Büroleiterin oder Büroleiter eines TGA-Planungsbüros die Zahlen liest, wird schnell klar: Das betrifft uns direkt.

Coverstory Markt und Mittelstand April 2026 — Bitte Weiterbilden
Coverstory „Bitte Weiterbilden!" — Markt und Mittelstand, Ausgabe 03/April 2026. Quelle: marktundmittelstand.de

Die Zahlen, die weh tun

Vor der Pandemie haben 53 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Mitarbeiter weitergebildet. Heute sind es nur noch 44 Prozent. Gleichzeitig gehen bis 2036 rund 13 Millionen Erwerbspersonen in Rente — fast jeder Dritte, der heute arbeitet. Und es kommen deutlich weniger nach.

Ende 2025 waren laut Bundesagentur für Arbeit 618.609 Stellen unbesetzt. Allein in Hessen über 107.000, in NRW über 125.000.

Die Reaktion der meisten Unternehmen? Abwarten. Hoffen. Vielleicht noch eine Stellenanzeige schalten.

Andrea Nahles sieht das anders: Das Problem sei nicht, dass die Deutschen zu wenig arbeiten — sondern dass zu viele Menschen nicht an der richtigen Stelle mit den richtigen Kompetenzen sitzen. Die BA hat deshalb ihr Weiterbildungsbudget für 2026 auf 4,1 Milliarden Euro erhöht — ein Plus von zwölf Prozent.

Was hat das mit TGA-Planungsbüros zu tun?

Alles.

Du suchst seit Monaten eine Fachplanerin HLS? Dein Projektleiter ist fachlich stark, aber die Bauherrenabstimmung kostet ihn jeden Tag drei Stunden und fünf Nerven? Deine Systemplanerin zeichnet perfekt, aber BIM bleibt ein Fremdwort?

Das sind keine Personalprobleme. Das sind Kompetenzlücken. Und die schließt du nicht mit einer Stellenanzeige — sondern mit gezielter Weiterbildung.

Genau das ist der Kern von tgaPULS: Messen, wo die Lücke ist. Trainieren, was fehlt. Beweisen, dass es wirkt.

7 Hebel für produktiveres Planen

Markt und Mittelstand liefert sieben Handlungsempfehlungen für bessere betriebliche Weiterbildung — basierend auf dem aktuellen Buch von Jutta Rump und Silke Eilers. Ich habe jeden einzelnen Punkt auf die TGA-Planung übersetzt:

1. Bestandsaufnahme — Wissen, wo du stehst

Bevor du weiterbildest, musst du wissen, was dein Büro kann — und was in fünf Jahren gebraucht wird. Die Autorinnen empfehlen eine systematische Ist-/Soll-Analyse über die reine Stellenbeschreibung hinaus.

tgaPULS-Antwort: Die tgaPULS-Messung liefert genau das — eine strukturierte Bestandsaufnahme deiner Büro-Produktivität über vier Dimensionen: Potenzial, Prozess, Ergebnis, Zufriedenheit. In fünf Minuten weißt du, wo die größten Hebel liegen.

2. Moderne Lernkultur — Lernen ist kein Bonus

Weiterbildung scheitert selten am Budget. Sie scheitert an der Haltung. Wenn Lernzeit als Freizeit gilt, wenn Fehler bestraft statt als Lernchance genutzt werden, dann verpufft jedes Seminar.

tgaPULS-Antwort: Die Zufriedenheits-Dimension (ZUFR) im tgaPULS-Assessment misst genau diese kulturellen Faktoren. Psychologische Sicherheit, Fehlerkultur, Eigeninitiative — alles messbar, alles veränderbar.

3. Neue Lernformate — Weg vom Frontalunterricht

Das klassische zweitägige Präsenzseminar ist ein Auslaufmodell. Die Empfehlung: 70 Prozent Lernen am Arbeitsplatz, 20 Prozent durch Austausch und Mentoring, 10 Prozent durch klassisches Training.

tgaPULS-Antwort: Unsere Seminare sind deshalb hybrid, modular und auf Umsetzung ausgelegt. Projektleitung braucht Mentoring — Verhaltensänderung passiert nicht im Seminarraum, sondern im Projektalltag. Fachplanung braucht Training — konkretes Wissen, sofort anwendbar.

4. Geteilte Verantwortung — Alle müssen mitmachen

Weiterbildung ist nicht nur Sache der Geschäftsführung. Führungskräfte müssen Lern-Trainer werden. Mitarbeiter müssen Eigenverantwortung übernehmen.

tgaPULS-Antwort: Das tgaPULS-Rollensystem bildet genau diese geteilte Verantwortung ab. Die Büroleitung schafft die Rahmenbedingungen. Die Projektleitung begleitet den Transfer. Die Fachplanung wendet das Gelernte an. Jede Rolle hat ihren eigenen Hebel — und ihr eigenes tgaPULS-Ergebnis.

5. Von der Theorie in die Praxis — Transfer sichern

Das größte Problem der Weiterbildungsbranche: Was im Seminar gelernt wird, kommt nie im Alltag an.

tgaPULS-Antwort: Deshalb gibt es die Tools auf tgapuls.de — Schnittstellen-Tool, Leistungsbilder-Matrix, Kostenrahmen-Generator, Reibungsanalyse. Jedes Tool ist einem Seminar zugeordnet und sichert den Transfer in den Projektalltag.

6. Messbarkeit und Evaluation — Output statt Input

Die Autorinnen mahnen: Hört auf, Seminartage zu zählen. Messt lieber, wie viele neue Kompetenzen tatsächlich im Unternehmen verfügbar sind.

tgaPULS-Antwort: Das ist der Kern von „Produktiv Planen". Das tgaPULS-Assessment misst den Output, nicht den Input. Und das Re-Assessment nach sechs bis zwölf Monaten beweist, ob die Maßnahme gewirkt hat. Mit Zahlen, nicht mit Bauchgefühl.

7. Umschulung statt Stellenabbau — Interne Wege öffnen

Wenn in einer Abteilung Stellen gestrichen werden und in einer anderen Fachkräfte fehlen, sind Umschulungen der klügere Weg als Entlassungen plus Neueinstellungen.

tgaPULS-Antwort: Für TGA-Büros heißt das: Entwicklungspfade zwischen den Rollen definieren. Eine Systemplanerin mit BIM-Potenzial kann zur Fachkoordinatorin werden. Ein erfahrener Fachplaner kann in die Projektleitung wechseln — wenn er das richtige Mentoring bekommt.

Quelle: Giersch, Thorsten (2026): „Investition in die Zukunft." Markt und Mittelstand, Ausgabe 03/April 2026, S. 10–15. Sieben-Punkte-Programm basierend auf Rump, Jutta / Eilers, Silke: „Zwischen Stellenabbau und Arbeitskräftemangel."

Dein erster Schritt

Die tgaPULS-Messung zeigt dir in fünf Minuten, wo dein Büro steht — und wo die größten Produktivitätsreserven liegen.

Jetzt tgaPULS-Messung starten →