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Reibungsanalyse TGA – Wo entstehen Produktivitätsverluste in der Fachplanung?

Roman Fritsches-Baguhl
Dipl.-Wirtsch.-Ing., Gründer von tgaPULS
Veröffentlicht am · 6 min Lesezeit
Der Beitrag entsteht im Rahmen des Dissertationsvorhabens „Produktiv Planen" an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (Universität der Bundeswehr).

In der TGA-Fachplanung entstehen die größten Produktivitätsverluste nicht in der Berechnung oder Zeichnung, sondern an den Schnittstellen zwischen Fachplanung (FP), Systemplanung (SP) und Fachkoordination (FK). Unklare Zuständigkeiten, fehlende Vorleistungen und parallele Abhängigkeiten erzeugen Reibung – messbar in Reibungspunkten.

Unsere Reibungsanalyse identifiziert 55 Aufgaben mit insgesamt 186 Reibungspunkten über die Leistungsphasen 1 bis 7. Das Ergebnis: Die Fachkoordination (FK) trägt mit 44 % den größten Anteil – und eskaliert von 24 % in LPH 1+2 auf 64 % in LPH 5–7. Die klassische Unterschätzung der Koordinationsleistung wird hier erstmals quantifiziert.

Das interaktive Tool visualisiert Rollenverteilungen, Reibungsprofile pro Aufgabe, Kategorie-Analysen und einen vollständigen Mermaid-Prozessflowchart mit 64 Prozessknoten und 15 Reibungs-Hotspots.

Das Tool enthält:

  • 55 Aufgaben3 Rollen (FP, SP, FK) über LPH 1–7
  • 186 Reibungspunktequantifizierte Schnittstellenkonflikte
  • Mermaid-Flowchart64 Prozessknoten mit 15 Reibungs-Tags
  • 6 ReibungskategorienIntegration, Koordination, Schnittstelle, Kernplanung, Prüfung
  • SVG-Rollenmodellvisuelle Darstellung der Rollenbeziehungen
Interaktives Tool: Reibungsanalyse TGA-FachplanungTool öffnen →
Screenshot der Reibungsanalyse: Rollenverteilung FP, SP und FK mit 186 Reibungspunkten über LPH 1 bis 7

Klicken Sie auf das Bild, um das interaktive Tool zu öffnen

So nutzen Sie das Tool

Rollenmodell verstehen

Tab 1 zeigt das SVG-Rollenmodell mit allen Akteuren der TGA-Planung. Fachplanung (blau), Systemplanung (orange) und Fachkoordination (rot) sind die drei aktiven Rollen – die Projektleitung wird bewusst ausgeklammert, da sie keine direkten Planungsaufgaben übernimmt.

Reibungsprofil analysieren

Tab 3 zeigt alle 55 Aufgaben absteigend nach Reibungspunkten sortiert. Die Aufgaben mit der höchsten Reibung stehen oben – klicken Sie auf eine Aufgabe für Details zur Rolle, Kategorie und Leistungsphase.

Prozessablauf erkunden

Tab 2 enthält einen Mermaid-Flowchart mit dem vollständigen Planungsprozess: 64 Schritte, 7 Meilensteine und 15 Reibungs-Hotspots. Der Flowchart zeigt, wo Abhängigkeiten zwischen Rollen zu Wartezeiten und Konflikten führen.

Kategorien vergleichen

Tab 4 analysiert die Reibung nach sechs Kategorien: Integration extern, Koordination intern/extern, Schnittstelle, Kernplanung und Prüfung/Dokumentation. Die Chart.js-Visualisierung zeigt die Verteilung pro Rolle und Leistungsphase.

Häufige Fragen

Was sind Reibungspunkte in der TGA-Planung?
Reibungspunkte quantifizieren den Aufwand, der durch Schnittstellenkonflikte zwischen Planungsrollen entsteht. Je höher die Reibung einer Aufgabe, desto größer ist das Risiko für Verzögerungen, Nacharbeit und Informationsverluste. Die Skala reicht von 1 (geringe Reibung) bis 14 Punkte (maximale Reibung).
Warum ist die Fachkoordination (FK) der größte Reibungstreiber?
Die FK muss alle Fachgewerke intern koordinieren und gleichzeitig mit Architekten, Tragwerksplanern und Brandschutzgutachtern extern integrieren. In LPH 5–7 eskaliert dieser Aufwand auf 64 % der gesamten Reibung, weil Kollisionen in der Ausführungsplanung gelöst werden müssen.
Welche Rollen werden in der Reibungsanalyse betrachtet?
Drei aktive Planungsrollen: Fachplanung (FP) für Berechnungen und Schemata, Systemplanung (SP) für räumliche Integration und Trassenplanung, und Fachkoordination (FK) für interne und externe Abstimmung. Die Projektleitung (PL) wird als übergeordnete Rolle nicht in die Reibungsanalyse einbezogen.
Was unterscheidet Integration extern von Koordination extern?
Integration extern beschreibt die Einarbeitung fachfremder Planungsinhalte (z.B. Trassenintegration mit dem Architekten). Koordination extern umfasst die Abstimmung über Schnittstellen wie Durchbrüche, Tabuzonen oder Fußbodenaufbauten – hier wird verhandelt statt integriert.
Auf welchen Quellen basiert die Reibungsanalyse?
Die Analyse basiert auf der Dissertation „Produktiv Planen" (Fritsches-Baguhl, 2026), ergänzt durch Hanusrichter (2015), Schölzel (2013), Vielhauer u. a. (2025) sowie HOAI 2021, VDI 6026 und AHO Heft 9. Der Prozessablauf wurde aus einer detaillierten Mermaid-Vorlage mit 64 Prozessschritten abgeleitet.
Wie kann ich die Reibung in meinem Planungsbüro reduzieren?
Der erste Schritt ist die Identifikation der größten Reibungstreiber in Ihrem spezifischen Kontext. Das Tool hilft dabei, die kritischen Schnittstellen sichtbar zu machen. Im PiTA Mentoring-Programm arbeiten Sie anschließend gemeinsam mit erfahrenen TGA-Führungskräften an konkreten Prozessverbesserungen.

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Im PiTA Mentoring-Programm analysieren wir gemeinsam Ihre Schnittstellenprozesse und entwickeln praxisnahe Lösungen für weniger Reibungsverluste.

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Quellen: Fritsches-Baguhl (2026): Dissertation „Produktiv Planen" · Hanusrichter (2015): Heft 58 · Vielhauer u. a. (2025): Entwurfsplanung TGA, Springer · HOAI (2021) · VDI 6026 Bl. 1 (2022)